Anime Review: Higurashi Volume 1

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 6 Minuten.

Unsere Review zur Vorlage:  Higurashi no Naku Koro ni – Kapitel 1 – Onikakushi

Als der Anime von Higurashi damals 2006 lief, ging das ganze ziemlich an mir vorbei. Auch das große Lob, dass er von allen Seiten kassierte, ließ mich mal wieder ein wenig Abstand davon nehmen. Es war die Schwestern-Serie Umineko no Naku Koro ni, der mein Interesse galt. Vielleicht hatte ich mich damals auch einfach zu wenig für das Setting von Higurashi interessiert, ich weiß es nicht. Letztendlich dauerte es bis Ende 2015 an, bevor ich zum ersten mal in die Serie reinschauen sollte.

Im Gegensatz dazu, kam im Jahr 2015 einen Tag nach meinem Geburtstag die LN zu Higurashi Chapter 1 auch endlich offiziell in den westlichen Gefilden heraus. Es dauerte auch nicht allzu lange und ich hatte das erste Kapitel voller Spannung beendet. Nun konnte ich auch endlich den Hype um das ganze verstehen und war hellauf begeistert. Doch nachdem wir die ersten 4 Folgen gesehen hatten, war ich ganz schnell zurück auf dem Boden der Tatsachen.

Nichts desto trotzt hat Animoon die Serie lizensiert und sie kommt nun endlich auch hierzulande heraus. Auch dieses mal „lediglich“ die ersten 4 Folgen, die aber den Handlungsbogen des ersten Chapters „Onikakushi“ vollkommen abdeckt. Jetzt nachdem ich etwas Abstand zur VN (oder eher Sound Novel) habe, war die Serie an sich richtig spannend an zu sehen. Von daher ein großes Dankeschön an Animoon, die uns mit dem Rezensionsexemplar unterstützt haben.

Im Sommer 1983 findet sich der in der Stadt geborene Keiichi Maeba, dank der Arbeitssituation seiner Eltern, plötzlich im kleinen verschlafenen Dörfchen Hinamizawa wieder. Dort ist noch alles etwas lockerer geregelt, als er es aus der Stadt kennt und alles ist einfach verbundener. So hat das Dorf zwar eine Schule, diese hat aber lediglich eine Klasse, die von allen Schülern gleichzeitig besucht wird.

Schnell freundet er sich mit einem Mädchenquartett bestehend aus Mion, Rena, Satoko und Rika an. Diese sind auch Teil des „After-School-Clubs“ in dem die beteiligten sich nach der regulären Schulzeit mit Spielen und anderen Wetten duellieren. Der Verlierer wird mit heftigen Strafen gedemütigt.

Doch unter der Idylle ruht ein dunkles Geheimnis, welches Keiichi schneller auflauert als es ihm lieb ist. Denn das jährliche Watangashi-Festival steht an, bei dem der lokalen Gottheit Oyashiro-sama gedankt und gehuldigt wird. Doch als nach dem Festival eine Leiche gefunden wird und eine weitere Person spurlos verschwunden ist, wird Keiichi´s Welt komplett auf den Kopf gestellt…

   

Vorweg muss ich gestehen, dass ich auch nach 2 Jahren immer noch leicht vorurteilsbehaftet bin. Leider hat die VN/Sound Novel sich durch ihren Minimalismus so sehr eingebrannt, sodass ich wenn ich nun Grillen bzw. Zirkaden höre zwangsläufig an Higurashi denken muss. Auch hier verliert der Anime schon ein klein wenig an Boden. Denn das zirpen der Zirkaden ist hier in meinen Augen noch lange nicht so unangenehm und bedrohlich wie in der Vorlage. Ich werde hier aber definitiv so objektiv wie möglich schreiben und es auch weitestgehend vermeiden die Vorlage zu erwähnen.

Denn an sich macht der Anime einen recht guten Job. Das Setting rund um Hinamizawa und die 80er Jahre gibt dem ganzen einen ganz besonderen Charm, den heutige Werke nicht so recht erreichen. Gerade die limitierte Technik in Form von fehlenden Smartphones und der guten alten Telefonschnur macht diverse Settings möglich, wie es heute einfach nicht mehr der Fall wäre. So sehr ich unsere moderne technische Welt schätze, ist in ihr ein gewisser Zauber verloren gegangen.

Ich freue mich also immer wieder über Serien, die in diese teilweise unberührte Zeit eintauchen. Da macht Higurashi also schon mal gut Boden wet bei mir. Auch die Herzlichkeit mit der Keiichi dort aufgenommen wird, kenne ich lediglich aus Dörfern wie jenem in dem wir aktuell wohnen bzw. vorher gewohnt haben. In den Städten ist alles so unpersönlich geworden… schade eigentlich. Wer kennt heutzutage schon noch seinen Postboten? (Sich selbst meld)

Mit dem Charaktercast rund um Keiichi und seinem Harem, haben die Macher auf jeden Fall eine interessante und spannende Gruppe zusammen gestellt. Es freut mich im Anime auch etwas mehr von Keiichi selbst zu sehen, der in der Sound Novel lediglich aus der Ich-Perspektive erzählt. Obwohl mir die Charaktere so zwar gefallen, sind in meinen Augen die gestörten Blicke das Highlight der Serie. Die Bedrohung die hier von den Charakteren ausgeht, die von 0 auf 100 zwischen ihren Masken wechseln ist einfach astrein umgesetzt.

Was das Charakterdesign angeht, bin ich mir etwas unschlüssig was ich davon halten soll. Im Vergleich zur Vorlage sind die Figuren definitiv eine Offenbarung. Stellt man sie dann wiederum in den Vergleich zum aktuellen Charakterdesign, merkt man dem Anime sein Alter dann doch an. Hier gilt aber wohl auch zu sagen, wer das neue Design der Novel nicht kennt, der wird sich nicht daran stören.

Spannend wird es ja vor allem wenn es um das Gehemnis von Hinamizawa geht, dem Keiichi hier in der ersten Volume ja lediglich begegnet oder eher darüber stolpert, ohne wirklich etwas zu erfahren. Es macht auch hier großen Spaß mit zu rätseln was hier wohl so vor sich geht. Wobei der Anime hier gezieltere Hinweise gibt. Für jemanden den die Vorlage nicht interessiert, wird der Anime also wohl grandios sein.

Die erste Volume kommt dann auch noch mit einem schicken Schuber für die kommenden Volumes daher, der mir vom Design her echt gut gefällt. Dazu gibt es noch als Garnierung und Sahnehäubchen Rena´s Hackebeil und einen kleinen Ständer um sie in der Vitrinen oder auf dem Sideboard auch gut präsentieren zu können. Ich bin schon gespannt, ob auch bei den kommenden Volumes solch ein Goodie dabei sein wird.

Etwas Schade finde ich lediglich die erste Szene, die hier in meinen Augen etwas zu sehr Spoilert, da man in der Vorlage lediglich den Sound hört und Keiichi´s verwirrte Gedanken aufschnappt. Hier sieht man halt direkt was passieren wird. Das hätte auch etwas besser geregelt werden können.

Was die Synchronsprecher angeht, hat man sich mit Kölnsynchron für das richtige Studio entschieden. Die Sprecher sind wie bei den meisten anderen Serien die hier beispielsweise für KSM, Anime House oder Nipponart häufig auch eher neue Gesichter. Das ist hier denke ich aber auch ne ganz gute Sache und ich bin soweit echt zufrieden mit der Synchro.

   

Ich hatte mehr Spaß bei den vier Folgen als gedacht. Wir hatten schon mal genauso weit den Anime gesehen und damals hat er mir so gar nicht gefallen. Die bessere Qualität hier auf der Blu-Ray und die verdammt gute deutsche Synchronisation ist aber ein ausschlaggebender Punkt, mit dem der Anime mehr Spaß macht. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich den Anime beim ansehen nicht so viel mit der Sound Novel verglichen habe. Es ist klar, dass der Anime hier nicht an das Original ranreichen kann, aber die Umsetzung ist gut und das ist die Hauptsache. Wem der Anime also gefällt sollte sich unbedingt die Vorlage anschauen. Und ich freu mich derweil auf die nächste Volume, da ich dazu auch das Kapitel der Novel schon gespielt habe und den Anime so weit noch nicht kenne.

Nach dem 2. Mal ansehen und etwas mehr Abstand zur Vorlage, war die Serie eigentlich ganz spaßig anzusehen. So richtig grusel und brutal wird es in der ersten Volume nun leider noch nicht, aber der Nervenkitzel wird durch die Charaktere zumindest schon mal angespannt. Wer also Lust auf eine spannende Story mit mysteriösem Kontext hat, sollte hier definitiv zugreifen.

Leuten mit zartem Gemüt, würde ich die Serie wohl eher abraten, aber allen anderen kann ich nur empfehlen mal rein zu schauen. Der Mix aus Kleinstadt/Dorfidylle und Psychotischem Wahnsinn ist einfach herrlich. Nun bin ich mal gespannt, was mich wohl mit Volume 2 erwartet. Denn ich selbst stecke noch mitten im 2. Kapitel der Vorlage fest xD

Euer


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