Kurzgeschichten: Hot Mind – Cool Story inkl. Siegerehrung

Wir hatten wieder einen Wettbewerb für euch. Letztes Jahr um diese Zeit gab es einen Zeichenwettbewerb und dieses Mal wollten wir dann für Autoren und Schreiberlinge einen Schreibwettbewerb machen. Leider ist die Zahl der Teilnehmer unerwartet niedrig ausgefallen und im Endeffekt wissen wir leider nicht, woran genau es gelegen hat. Jedoch haben uns zum Ende des Wettbewerbs hin Stimmen erreicht, dass der Wettbewerb einfach für einige zu einem ungünstigen Zeitpunkt lag und andere haben es schlichtweg vergessen. Aber nichtsdestotrotz haben sich fünf mutige Schreiberlinge gefunden, die je eine Geschichte für den Wettbewerb geschrieben haben, vielen Dank dafür! Hier seht ihr also nun alle Geschichten, unsere Gedanken dazu und im Anschluss gibt es hier im Beitrag die Siegerehrung. Wir haben die Geschichten übrigens völlig unbeeinflusst davon wer sie geschrieben hat bewertet, das sollte aber klar sien. Viel Spaß beim Lesen!


Hier nochmal die Teilnahmebedingungen:

  • Die Teilnahme erfolgt per Mail an kontakt@houseofanimanga.de. Bitte schreibt dabei in den Betreff “Hot Mind – Cool Story” und euren Namen. Den Text selbst könnt ihr entweder in die Mail kopieren, oder als Anhang einfügen. Hierbei bitte nur die Formate .doc oder .odt verwenden!
  • Der Wettbewerb läuft vom 04.08.2018, 20.00Uhr bis zum 31.08.2018, 20.00Uhr
  • Länge zwischen 500 und 1.000 Worten
  • folgende Worte müssen enthalten sein: Wasserpistole, Melone, Eis
  • Fuma & Mia sollen darin vorkommen und auch das Maskottchen Paul ist immer gerne gesehen!

Hier nochmal die Preise:

  1. Platz: 10€ Amazon-Gutschein
  2. Platz: 5€ Amazon-Gutschein
  3. Platz: ein Gebraucht-Manga in sehr gutem Zustand aus diesem Beitrag

Kurzgeschichte von Kerstin

Suche: Einzimmerwohnung zum Aufbau der Weltherrschaft

Paul war heiß.

Sein Körper fühlte sich an, als würde er brennen, als hätte jemand ihn für ein Grillhähnchen gehalten, aufgespießt und über ein Feuer gehangen.

Er war sich sicher, dass ihm in jedem Moment der Geruch nach verbranntem Fleisch in die Nase kriechen würde.

War die Menschheit auf den Geschmack von Pinguinfleisch gekommen?

Meine Güte, das war doch nicht mehr normal!

Paul kroch tiefer in den Ventilator und spritzte sich mit der Wasserpistole einen Strahl Wasser in den Schnabel.

Inzwischen war er sich sicher, dass es ein gottverdammter Fehler gewesen war, ausgerechnet hier, in Mitteleuropa, den Grundstein für die Weltherrschaft legen zu wollen.

Er hätte im tiefen Sibirien starten sollen! Dort war es sicherlich auch zu dieser Jahreszeit kühl.

Paul griff nach seinem Smartphone und rollte sich auf den Rücken. Mit flinken Fingern tippte er Sibirien in seine Wetter-App. Die Sanduhr kreiselte vor seinen Augen und er wippte ungeduldig mit dem linken Fuß. Schien, als würde sogar das Smartphone unter der Hitze lechzen. Dann endlich erschien eine Zahl.

Seine Augen weiteten sich. Satte vierundzwanzig Grad war es in Sibirien?

Paul schnalzte mit der Zunge. Es ging doch sicherlich noch kälter!

Wo könnte es kühler sein?

Sicher am Südpol. Aber er hatte sich geschworen, er würde erst dahin zurückkehren, wenn er sein Ziel erreicht hatte: Die Weltherrschaft an sich nehmen. Anders würde er seiner Mutter und den Geschwistern nicht unter die Augen treten können. Nicht, nachdem er so geprahlt hatte, er würde diesen Pikachu Alt aussehen lassen. Bald würden überall süße, kleine Paul-Stofftiere die Wohnungen schmücken. PC-Spiele würden sein Abbild auf dem Cover tragen. Seine Augen leuchteten, während er sich vorstellte, welchen Ruhm er erlangen würde.

Was fand die Menschheit nur an Pikachu? War er nicht deutlich niedlicher? Er hatte ein schönes, hellblaues Gefieder und schwarze Kulleraugen, die aus einem Shojo-Manga hätten entsprungen sein können. Außerdem konnte er deutlich mehr Worte.

Vielleicht war in diesen zwei Worten „Pika, Pika“ ein geheimer Code versteckt? Ein Code, mit dem er, das Unterbewusstsein der Menschheit unter seine Kontrolle bringen konnte. Das würde zumindest diesen großen Erfolg erklären, obwohl Pikachu sonst nichts ungewöhnliches vorzuweisen hatte.

Paul schüttelte den Kopf. Jetzt war nicht die Zeit für so etwas! Er brauchte einen kühlen Ort, für diese unerträglichen Sommertage.

Der Südpol fiel weg. Wie wäre es mit Grönland? Nein, er war auf der Durchreise einmal dort gewesen und bitter enttäuscht worden.

Es musste ein Ort sein, an dem er Wissen für sein Vorhaben sammeln konnte. Er wollte berühmt werden, die Welt sollte ihn lieben.

Wo konnte er dieses Wissen sammeln? Es musste doch einen Ort geben, an dem er zu neuem Wissen kommen konnte, es aber nicht so heiß war. Natürlich könnte er nach Japan reisen, direkt von diesem Pikachu lernen, aber dort war es zu dieser Zeit ja noch wärmer! Ein anderes Land musste her. Doch welches?

Er wollte nicht zu weit reisen, aber wie sollte er ein solches Land nur ausfindig machen, wo es doch gerade überall heiß war?

Er rollte sich wieder auf den Bauch und beobachtete den kreiselnden Ventilator. Es musste doch ein Land geben, welches ihm nutzen konnte.

Dann schoss es ihm durch den Kopf: Island, natürlich! Island war perfekt!

Er grinste, während die „Huh-Rufe“ der Fußball-Weltmeisterschaft durch seinen Kopf hallten. Er sah die Bilder von begeisterten Massen vor sich, erinnerte sich an die Berichte im Fernsehen. Überall sprach man von dem kleinen Volk, welches die ganz großen herausforderte. Dem kleinen Fischersmann, der vor berühmten Namen keine Angst kannte und sich ihnen mutig entgegenstellte.

Dieser Mann, dieses Volk würde ihm ganz sicher dabei helfen, wenn er die Karriereleiter hochsteigen wollte. Erst würde er Europa von sich überzeugen, dann Asien und danach die ganze Welt! Was diese Isländer konnten, musste doch er, ein süßer Pinguin, locker hinbekommen.

Hastig tippte er das neue Land in seine App. Vierzehn Grad? Perfekt! Solche Temperaturen brauchte er jetzt.

Er schaltete den Ventilator aus und hastete zu seinem spärlichen Kleiderschrank. Er würde sofort aufbrechen, raus aus dieser Hitze, ehe sein Gehirn völlig dahin schmolz.

Einen Schal bräuchte er auf jeden Fall. Dann natürlich ein Ladekabel. Immerhin musste er die Welt auf seinen Social-Media-Kanälen auf dem Laufenden halten. Ein bisschen Geld, genau, dann noch Proviant für die Reise …

„Paul, möchtest du auch etwas Melonen-Eis?!“, rief eine männliche Stimme und kurz darauf hörte er Schritte. Die Tür öffnete sich, ein Kopf lugte hinein. „Paul?“

Seine schwarzen Kulleraugen blickten auf Fuma und er bekam ein schlechtes Gewissen.

Nun hatte er bei dem heißen Wetter fast den kühlen Kopf verloren. Sein Gehirn war in der Hitze wohl vollkommen durchgebraten gewesen. Er hatte hier noch einen Job zu erledigen. Immerhin halfen doch diese Menschen ihm dabei, Berühmtheit zu erlangen.

„Selbstgemacht?“

Fuma nickte. „Selbstgemacht“, bestätigte er. „Ist bestimmt erfrischend bei dem warmen Wetter, oder?“

Ein breites Grinsen schmückte Pauls Gesicht. Es gab Dinge, die er mehr liebte, als die Weltherrschaft und das war Eis! „Ich bin dabei!“, ließ er verlauten.

„So lecker!“

Paul schmiss sich auf das Sofa und ließ sich das Eis auf der Zunge vergehen. Der Geschmack der Melone kam einfach perfekt durch. Sein Blick ging nach rechts und er beobachtete seine beiden Mitbewohner. Er hatte wirklich Glück, dass Mia und Fuma ihn damals nach seiner langen Reise vom Südpol gefunden hatten und sofort bei sich aufgenommen hatten. Diese Menschen waren unheimlich fürsorglich und für nichts in der Welt würde er sie eintauschen. Auch nicht fuhr das Rampenlicht! Da war er sich sicher. Es gibt wichtigeres als den Ruhm, dass hatte schon seine Mutter gesagt. Eine weise Frau, wie Paul fand.

„Was werden wir heute ansehen?“, fragte Paul und blickte erwartungsvoll auf den Fernseher.

„Wir wollen erst mit den Anime in der letzten Woche aufholen und danach dachten wir an einen schönen Marvel-Film“, antwortete Mia.

Paul nickte und lehnte sich in das Sofa. Das klang nach dem besten Plan für einen heißen Tag: Vor dem Fernseher sitzen, ein Eis essen und nichts tun.

Wie er sein Leben in diesen Momenten liebte!

Wortanzahl: 989

Kommentar von Mia: Mir hat die Geschichte am Besten gefallen. Sowohl vom Inhalt, als auch von deinem Schreibstil her und die Ideen waren auch Prima. Paul gegen Pikachu, die Idee gefällt mir sehr ;) Generell hatte ich sehr viel Spaß beim lesen und die Geschichte war sehr Bildgewaltig, ich konnte mir alles richtig gut vorstellen. Vielen lieben Dank dafür!

Kommentar von Fuma: Ich bin da ganz Mia´s Meinung die Geschichte war sowohl schreiberisch wie auch von ihrer Darstellung und Bildgewalt mein Favorit. Sie hat mich herausragend unterhalten und auch einen Paul zu haben der mit Pikachu konkurriert war einfach super! Vielen Dank für diese tolle Geschichte!


Kurzgeschichte von Benks

“Hot Melon” – Eine ausgesprochen merkwürdige Kurzgeschichte von Benks alias. Pumpkin Prince

Heiß. Unglaublich heiß. Es machte keinen Unterschied, dass der Ventilator im Wohnzimmer auf höchster Stufe stand und die Fenster seit dem frühen Morgen geschlossen waren, Mia schwitze wie die Niagarafälle. Jeglicher Gedanke in ihrem mittlerweile gekochten Gehirn war nur noch „Heiß!“. Doch das sollte sich in wenigen Minuten ändern, wenn auch nur für einen kurzen Zeitraum. Auf dem Tisch vor ihr stand eine Schüssel mit eiskalter Wassermelone, die Letzte die sie hatten. Mit der Gabel in der Hand starte Mai wie hypnotisiert auf den erfrischenden Snack in der Schüssel. Verführerisch lief ein einzelner Wassertropfen am Schüsselrand runter. Langsam, ganz langsam führte sie die Gabel zu einem besonders großen Stück Melone, das für Mia am erfrischendsten aussah. Kurz bevor sich die Spitze in das rötliche Fruchtfleisch bohrte, packte wie aus dem Nichts eine Hand sie am Arm. Wie in Zeitlupe dreht Mia sich zur Seite nur um das harte Gesicht von Fuma zu gucken. Die Haare klebten ihm an der Stirn und der Schweiß lief ihm die Schläfe runter. Für einen Moment, der sich wie eine Ewigkeit anfühlte, schauten sich die beiden an. Im Hintergrund brummte der Ventilator vor sich hin und in der Ferne war leise die Sirene eines Krankenwagens zu hören.

Mit einem kalten und harten „Nein“ durchbrach Fuma das Schweigen. Mia öffnete den Mund, schloss ihn jedoch wieder, als ihr nichts als Antwort einfiel. Stattdessen versuchte sie gegen den Griff von Fuma anzukämpfen, um an das verlockende Stück Melone zu kommen. Fuma packte sie jedoch noch fester und wiederholte sein emotionsloses Nein. Anschließend richtete er eine Wasserpistole auf Mia. „Du hast das letzte Eis heute Morgen gegessen, stimmt’s?“. Mia nickte sehr langsam. „Und das ist die letzte Schüssel Melone, richtig?“. Erneut bejahte Mia mit einem Nicken und umklammerte die Gabel stärker.

Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Fuma „Na dann. Du gibt’s mir jetzt die Schüssel und ich spritze dich im Gegenzug nicht mit warmem Wasser ab“. Aus Mias Gesicht wich jegliche Farbe. Das war ihre letzte Melone, das Eisfach war leer und nicht mal Cola war da. Es war Sonntag und Mia war sich ziemlich sicher, dass wenn sie die Melone nicht isst, noch in den nächsten Stunden wie Wachs schmilzt. Mit einem leichten Knacken der Fingerknöchel verstärkte sie den Griff um die Gabel. Sie wollte diese Schüssel mit Melone, andererseits war ein durchnässtes, warmes T-Shirt etwas, was sie vermeiden wollte. Zum einen war das Shirt neu und zum anderen wäre ihr dann noch wärmer.

„Was ist den nun, krieg ich nun die Melone oder nicht, du Vielfraß?“ fragt Fuma leicht amüsiert. „Das ist meine Melone“ flüsterte Mia. „Wie bitte?“ kam es leicht verwirrt zurück. „Das ist meine Melone“ schrie Mia, wandte sich aus Fumas Griff und ergriff mit der Schüssel die Flucht. Wie der Blitz rannte sie in den Flur und versuchte dabei sich ein Stück Melone in den Mund zu stopfen. „Gib mir die Melone“ brüllte Fuma hinter ihr, der mit der Wasserspritzpistole auf sie zielte. Eine eklige warme Nässe machte sich auf Mias Rücken breit, als Fuma sie mit der Präzision eines Hitmans traf.

Geistesgegenwärtig schaute sie sich nach einem Versteck um. Das Badzimmer fiel ihr ein und sie sprintete um die Ecke. Schlitternd erreichte sie die Toilette. In Rekordtempo verschloss sie die Tür und hievte den Badezimmerschrank davor. Keuchend ließ sie sich mit der Schüssel auf den Klodeckel fallen. Durch das Blutrauschen in ihren Ohren nahm sie nur dumpf Fuma wahr, der wütend gegen die Tür hämmerte und nach der Melone verlangte. Mia atmete durch und wollte sich gerade das zweite Stück Melone in den Mund stecken, als Fuma verstummte. Plötzlich war es mucksmäuschenstill, nicht mal ein Vogel war zu hören.

Wie ein Schlag traf es Mia, als sie bemerkte, was sie vergessen hatte. Die Toilettentür hatte ein Drehschloss. Es war also mehr als einfach, die Tür von der anderen Seite zu öffnen. Ein Klicken hallte durch den Raum und schreckte sie aus den Gedanken. Panisch sah Mia zu, wie sich die Türklinge langsam nach unten bewegte. Pfeilschnell stellte sie die Schüssel auf die Fensterbank und schnappte sich den Duschkopf. Wenn Fuma Krieg wollte, konnte er ihn gerne haben. Kaum hatte Fuma die Tür aufgestemmt und konnte einen Blick ins Bad werfen, erwischte ihn ein Schwall Wasser im Gesicht. Prustend versuchte er sich gegen den Strahl zu wehren, wären er Mias Lachen im Hintergrund hörte.

Fuma schnappte sich eins der Handtücher und hielt es schützend vor sich. „Hey das ist unfair“ rief Mia, die weiter auf ihn zielte. „Findest du´?“ rief Fuma, bevor er das klitschnasse Handtuch Mia ins Gesicht warf. Sie schrie auf und ließ den Duschkopf fallen. Nun brach das komplette Chaos aus. Fuma versucht die Schüssel auf der Fensterbank zu erreichen, als Mia ihn zu Boden warf und versuchte ihn mit dem Handtuch zu fesseln. Während beiden miteinander rangelten, sprüht die Dusche weiter fröhlich Wasser über die Fliesen.

Fuma befreite sich von dem Handtuch und warf es treffsicher gegen den Duschgriff, der sofort das Wasser versiegen ließ. Während Mia an seinen Beinen hing, zog er sich an der Fensterbank hoch und griff nach der Schüssel. Mias langgezogenes Nein halte just in dem Moment durch das Bad, als er abrutschte und die Schüssel mit sich riss. Mit großen Augen mussten beide mit ansehen, wie die kleinen appetitlichen Häppchen an Melone durch die Luft flogen und sich im ganzen Raum verteilten.

Als Paul von seinem kleinen Ausflug nach Hause kam, hörte er ein furchtbares Geschrei. Die Badezimmertür stand offen und im Flur war eine große Pfütze. Vorsichtig lugte er in den Raum. Wasser tropfte von den Fliesen und kleine Melonenstückchen schwammen durch die Gegend. In der Mitte des Chaos saß Mia, die wild Fuma schüttelte und etwas von ihrer Melone schrie. Still und leise watschelte Paul ins Wohnzimmer und tat so, als wenn er den Krach nicht hörte. Wenigstens wird es hier nie langweilig, dachte er, bevor er genüsslich an seinem Meloneneis leckte, das er sich gerade an der Eisdiele gekauft hatte.

Wortanzahl: 991

Kommentar von Mia: Seehr, sehr süße Geschichte! Konnte mir alles sehr gut vorstellen und das könnte auch tatsächlich eine Geschichte sein, die sich so zugetragen hat :P Du hast uns sehr gut wiedergegeben und es hat Spaß gemacht sie zu lesen!

Kommentar von Fuma: Hier kann ich Mia nur zustimmen und muss auch anerkennen, dass dies die durchaus realitätsnähste Geschichte der 5 ist. Wir hatten schon ähnliche Ereignisse mit Joghurt und Süßigkeiten. XD Wirklich sehr schön, Danke.


Kurzgeschichte von Saja

“”Wer zuletzt im Wasser ist, hat verloren!”, hörte ich sie rufen. Es war schon eine lange Zeit vergangen, seit ich sie das letzte Mal so glücklich gesehen hatte. Ihre Augen blitzen förmlich, ähnlich wie die Fensterscheiben im Büro, wo ich die meiste Zeit des Sommers verbringen durfte. Wochen für Wochen in denen Mia nur klagte und jammerte, sie wolle doch unbedingt etwas mit mir unternehmen. Doch die Arbeit ruft und von ihr würden wir in der Zukunft deutlich mehr profitieren als von unbedeutenden Tagen am Strand. Oder nicht?

Und doch hatte Mia es geschafft mich zu überreden und ich nahm mir widerwillig einen Tag frei. Dennoch bereute ich diese Entscheidung nicht, meine Frau war schließlich froh und sogar unseren Welpen Paul schien das Wasser ebenso zu freuen, wie es Mia gefiel ihn mit einer Wasserpistole zu bespritzen. Zu meinem Bedauern fand sie auch Gefallen darin auf mich zu zielen. Eine Kriegserklärung.
Ein harter Kampf. Nur der Stärkere könne überleben. Beide Fronten machten sich bereit für das Gefecht und doch *ptssssss* Was? Wasser?! “WER WAGT ES MEINEN MONOLOG ZU UNTERBRECHEN?” schrie ich gespielt wütend.
“Gewonnen!”, sagte sie in ihrer typischen Gewinnerpose. “Du kaufst das Eis und bereitest die Melone vor! Haha!”
Ihre kindliche Freude war so liebenswürdig. Ich würde tausende Male verlieren, um das tausende Male sehen zu dürfen.

Wir aßen, schwommen und spielten. Ein weiterer Tag ging zu Ende und doch fühlte es sich nicht so an. Es war nicht nur ein weiterer Tag. Nicht für mich und vor allem nicht für Mia. “Danke”, sagte sie. Ihr Lächeln breit, strahlender als der Sonnenuntergang hinter ihr. Ihre Wangen, nein ihre gesamte Existenz war in szenischer Schönheit gefärbt. Eine Blume, geschmückt mit prächtigen, bunten Blüten, welche den Sommer prägen.

Doch genauso schnell und plötzlich, wie sie in mein Leben trat, war sie auch verschwunden. Als wäre es ein viel zu schnell vergangener Traum. Alles schien so unwirklich und unrichtig. Was war geschehen?” dachte er und glitt mit seinem Finger über Mias Gesicht auf dem Foto von jenem vergangenen Strandtag. Eine ferne Erinnerung.

Schneeflocken fallen vom Himmel, doch sie blitzen nicht. Sie sind grau wie die Fassaden im Büro, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbracht hat, wo er zu viel Zeit verbracht hat, Zeit die ihm heute nichts bringt. Nicht ohne sie. Er beobachtete nun den im Wind taumelnden Schnee. Seine gnadenlose Kälte. Fuma kann diese ganz genau spüren, egal wie viel Holz im Kaminfeuer brennt, egal wie nahe er diesem sitzt. Es bleibt kalt. Für immer.

“Ich hasse den Winter…”

Wortanzahl: 420 (Punktabzug, da die Teilnahmebedingungen nicht eingehalten wurden)

Kommentar von Mia: Okay, okay, ich lass mal außen vor, dass du mich in der Geschichte ganz offensichtlich hast sterben lassen :P Und das mit dem Welpen Paul wundert mich doch sehr, er ist ja immerhin ein Pinguin und kein Hund. Entweder hab ich da den Sinn dahinter nicht nachvollziehen können oder aufgrund der Deadline war deine Recherche nicht so ausgereift. Dennoch aber eine süße Idee der Geschichte an sich und es gibt einen krassen Kontrast zwischen Wärme und Kälte, was auch gut zum Thema passt.

Kommentar von Fuma: Ich musste so lachen, als Mia mir die Geschichte gestern Abend auf der Heimfahrt von der Connichi vorgelesen hat! Es war zum kugeln und wenn ich mich nicht aufs fahren hätte konzentrieren müssen, hätte ich wohl noch mehr gelacht. Abgesehen davon, fand ich die Story aber leider auch etwas schwach im Vergleich zu den anderen Storys. Allerdings war ich auch etwas verwirrt warum wir im Winter enden…. (und P.S. ich liebe den Winter! XD)


Kurzgeschichte von Shiny

Schweissgebadet schreckte ich hoch und starrte in die Dunkelheit. Mir fehlte jegliche Orientierung, doch nach kurzer Zeit gewöhnten sich meine Augen an das wenige Licht, das in meinem Zimmer herrschte. Es war nur ein Traum. Ein schlechter Traum. “Kiki! Warst du das?!” fragte ich in die Dunkelheit. Ein hämisches Kichern lieferte mir die Antwort. Ich seufzte leise. Ich hatte Fuma schon so oft gesagt, dass er sein Nebulak besser in den Griff bekommen muss. Aber er verbrachte seine wertvolle Zeit lieber damit, mit den anderen Jungs Wasserschlachten zu spielen. Letzte Woche hatte er sich sogar eine Wasserpistole gekauft, weil mein Starmie sich – übrigens zurecht – geweigert hatte, ihm zu helfen. Er würde noch zwei Orden brauchen, bis Starmie ihm zuverlässig gehorchen würde.

Fuma traf ich auf meiner Reise zur besten Pokémon-Trainerin aller Zeiten. Ich kehrte gerade nach Vertania City zurück, um den achten und letzten Arenaleiter herauszufordern, als ich ihn zum ersten Mal traf, wie er mit seinem niedlichen Bisasam gegen ein Taubsi kämpfte. Ich beobachtete den Kampf, denn Fuma war kein schlechter Pokémon-Trainer und es machte Spass ihm zuzuschauen. Ich entschied mich, ihn bei seiner Reise zu begleiten, zum einen weil es wohl für uns beide Liebe auf den ersten Blick war, zum anderen weil ich mich emotional noch nicht bereit fühlte, mich der letzten Arena zu stellen. Die Reise mit Fuma war etwas langsam, aber wundervoll. wir reisten zuerst nach Mamoria City, dann durch den Mondberg und landeten schliesslich in Azuria City. Hier verweilten wir nun schon länger, als mir lieb war, weil Fuma sich von den anderen Jungs mit diesen Wasserschlacht-Flausen angesteckt hatte. Misty hatte er schon längst besiegt, das war mit seinem treuen Bisasam auch kein besonders schwieriger Kampf.

“Fuma, wach bitte auf.”, sagte ich leise, während ich ihn leicht an der Schulter schüttelte. Er grummelte leise. “Zeit zum Frühstücken.”, fügte ich hinzu. Schläfrig öffnete er seine Augen, setzte sich auf und streckte sich ausgiebig. “Du bist dran.”, erinnerte ich ihn. Wir standen beide auf. Während ich mich darum kümmerte, dass unsere Pokémon etwas zu essen bekamen, organisierte Fuma unser Frühstück. Gebratene Eier mit Speck und, zur Vorspeise, geschnittene Melonen mit Schinken. Wir langten ordentlich zu.

“Können wir heute bitte endlich weiterreisen?”, fragte ich. Ich versuchte zu verbergen, wie genervt ich von seiner kindischen Zeitverschwendung war. “Aber ich habe mit Paul…”, begann er, brach den Satz dann aber ab, als er meinen Gesichtsausdruck sah. “Na gut.”, gab er schliesslich bei. “Ich weiss nicht, ob ich überhaupt Pokémon-Trainer werden will.”, murmelte er nach kurzer Zeit leise.

Ich hörte ihn trotzdem. “Oh Fuma, du musst das nicht tun, wenn du nicht möchtest. Ich werde deswegen nicht weniger von dir halten. Wir können deine Reise auch abbrechen und nach Vertania City zurückkehren, damit ich meine eigene Reise fortsetzen kann. Du kannst mich auch begleiten, ohne selbst Orden zu sammeln.”, antwortete ich. Ich hatte so etwas bereits vermutet, aber wollte ihm das Thema nicht aufzwängen und hatte es darum noch nicht angesprochen. “Aber dann denkst du, ich wäre ein Versager…”, begann er, doch ich unterbrach ihn: “Nein, das denke ich ganz bestimmt nicht. du bist ein wundervoller Junge und ich liebe dich, egal für welchen Lebensweg du dich entscheidest.” Er schluckte schwer und malte mit seiner Gabel Muster in seinen leeren Teller. “Aber könntest du Kiki dann bitte in deiner Box ablegen, sie macht mir absichtlich ständig Albträume. Ich glaube sie ist eifersüchtig.”, fügte ich nach einer kurzen Pause lächelnd hinzu. Fuma seufzte und nickte leicht.

“Vielleicht kann ich ja auch einfach eine kleine Pause machen, so wie du aktuell deine Reise pausierst, um mir darüber klar zu werden, was ich will?”, sagte er, als wir beide in der Küche standen und gemeinsam unser Geschirr wuschen. “Natürlich.”, erwiderte ich, “Natürlich kannst du das. Es ist ohnehin absurd, in welch jungem Alter wir uns für diesen Weg entscheiden mussten.” Fuma nickte.

Nach kurzer Zeit waren wir bereit, nach Vertania City aufzubrechen. Fuma hatte Kiki, sein Nebulak, in einer Box auf seinem PC verstaut. Ich schulterte meinen Rucksack. “Auf nach Vertania City!”, sagte ich fröhlich. Ich war so froh, wieder auf Reisen zu sein und endlich meinen Weg zur besten Pokémon-Trainerin der Welt weiterzugehen. “Auf nach Vertania City!”, echote Fuma. “Aber, Mia, kann ich mir zuerst noch ein Eis für unterwegs holen?”
Ich verdrehte die Augen und grinste.

Wortanzahl: 717

Kommentar von Mia: Sehr süße Idee uns in die Welt der Pokémon zu verfrachten, hab sehr gelacht beim Lesen. Was den Realismus angeht trifft es die Realität zwar nicht so ganz aber das war ja hier auch gar nicht die Aufgabe. Ich muss sagen, dass mir dein Schreibstil wahnsinnig gut gefällt und man auch merkt, dass du viel liest und passend Wörter findest. Hab mich sehr über die Geschichte gefreut!

Kommentar von Fuma: Das Setting selbst hat mir auch ziemlich gut gefallen und auch schreiberisch war die Story echt gut umgesetzt. Allerdings muss ich hier definitiv noch an ein paar Punkten meckern ;P (Was aber keineswegs böse gemeint ist, denn die Story hat trotzdem seinen Platz wohlverdient)

  1. Ich bin älter als Mia als hätten die Rollen hier schon mal vertauscht sein müssen.
  2. Ein Bisasam, echt jetzt? Ich bin doch kein Bisasam Typ. Ein Schiggy muss eindeutig an meine Seite.
  3. Ich mag zwar Nebulak, aber mal ehrlich, Apollo ist definitiv das coolere Pokemon und vom Schabernack her, hätte es hier (meiner persönlichen Meinung nach) besser rein gepasst.

Nichts desto trotz eine gut geschriebene Story!


Kurzgeschichte von Mamango

Meeresrauschen. Unter meinen geschlossenen Augenliedern spürte ich wie die Sonne auf meinem Gesicht brannte. Langsam öffnete ich die Augen und musste erst mal feststellen, dass mein ganzer Körper sich feuerrot gefärbt hatte. „Na ganz toll“, dachte ich mir und sah mich um. Vor mir erstreckte sich der Anblick eines unendlich scheinenden Meeres und einer Masse von Menschen die im Wasser ihren Spaß hatten. „Pfft! Wie siehst du denn aus Mia?“, kicherte Fuma vor sich hin. „Bist du etwa mitten in der Sonne eingepennt und hast es nicht gemerkt?“. „Klappe, wenn man müde ist passiert das schon mal, war ja auch eine lange Reise bis hierher“, schmollte ich und rutschte dabei in den kühlen Schatten meines Sonnenschirms. „Warte, ich glaub es wäre gut wenn wir das erst mal kühlen und ich dir was zu trinken hole“, meinte Fuma während er sich schon auf den Weg zum Strandkiosk machte.

Ich sah ihm noch eine Weile hinterher und beschloss mich Richtung Wasser zu begeben, um dort meiner Haut etwas Abkühlung zu schaffen. „Zum Glück ist es noch nicht so schlimm und weh tut es auch nicht. Das wird unseren Urlaub schon nicht in die Quere kommen“ und während ich mir das dachte, erblickte ich in der Ferne ein ungewöhnliches Szenario. Surft da gerade unser Maskottchen Paul durch die Wellen und winkt mir dabei zu oder seh ich schon Gespenster?. Ich rieb mir die Augen und blickte noch einmal auf die Wellen, die nun wieder verschwunden waren. „Vielleicht sollte ich mich wirklich noch mal hinlegen“, riet ich mir selbst und stieg langsam aus dem Meer hinaus.

Wieder an unserem Platz am Strand angekommen war von Fuma keine Spur zu entdecken. Solange konnte er doch wirklich nicht beim Kiosk gewesen sein und ich schaute mich nach ihm um. Nichts war von ihm zu entdecken. „Hier, etwas Abkühlung!“. Plötzlich spürte ich einen kalten Wasserstrahl auf meinem Rücken und drehte mich mit angewidertem Blick um. Fuma stand plötzlich vor mir, in der einen Hand eine Wasserpistole und in der anderen eine Flasche Wasser. Außerdem war unter seinem rechten Arm eine riesige Wassermelone eingeklemmt. „Echt Klasse was man dort alles kaufen kann, ich musste mich echt zurückhalten nicht noch nach der Kokosnuss zu greifen“, erzählte Fuma mir stolz. Er gab mir die Flasche Wasser und setzte sich neben mich in den Schatten. „Das mit der Wasserpistole und der Abkühlung versteh ich ja, aber was hast du mit der Melone vor?“, fragte ich ihn mit einem kritischen Gesichtsausdruck. „Hhm naja, ich dachte das gehört zu einem richtigen Strandbesuch dazu und außerdem liebe ich Melonen“ erklärte Fuma und umarmte die Melone glücklich. „Wenn du das sagst, ich hätte da eher an ein leckeres Eis gedacht als an Melonen“, sagte ich und warf der Melone einen missbilligenden Blick zu.

Fuma und ich lagen danach noch eine Weile im Schatten bis wir nach einem Weg suchten die Melone aufzubrechen. Als ich mich nach der erfolgreichen Idee, beim Kiosk nach einem Messer zu fragen, wieder zu Fuma bewegte, lief mir eine kalter Schauer über den Rücken und ich schloss für einen kurzen Moment die Augen. Als ich sie wieder öffnete fand ich mich Zuhause auf der Couch wieder und spürte einen kalten Wind von hinten auf meinen Rücken wehen. Als ich mich umdrehte sah ich unseren nagelneuen Ventilator seine Runden drehen. Mein Blick fiel auf meine blassen Arme und mir wurde klar, dass das Ganze nur ein Traum gewesen sein musste. Ich dachte: „Hhm eigentlich schade, so ein Strandurlaub wäre schon was schönes, aber jetzt habe ich erstmal Lust auf ein Stück Melone…“

Späterer Chat mit Fuma:

Hey, hast du Lust nach der Arbeit

beim Supermarkt vorbei zu gehen

und eine Melone zu kaufen? :)

16:37

Oh ja, super Idee! :D

Ich liebe Melone <3

16:42

Wortanzahl: 623

Kommentar von Mia: Sehr süße Story, ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß bei diesem Tagtraum. Auch der Chat am Ende ist sehr süß gemacht! Außerdem hab ich jetzt Lust auf einen Strandurlaub und Melone ;)

Kommentar von Fuma: Ich fand die Story auch ziemlich süß umgesetzt und das Thema absolut gut getroffen. Auch der eingebaute Chat ist wirklich super dargestellt. Sehr coole Story. Jetzt hab ich aber auch Lust auf Melone!


Siegerehrung:

Platz 1: Kerstin

Platz 2: Shiny

Platz 3: Benks

Vielen Dank an alle Teilnehmer fürs mitmachen!

Wir kontaktieren die Gewinner wegen ihrer Preise im laufe der nächsten Tage.

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