Spiel Review: Life is Strange – Before the Storm

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Ich habe meine Liebe zu Life is Strange ja bereits in viel zu vielen Worten in meinem Beitrag ausgedrückt. Jetzt gehen wir in die nächste Runde. Ich habe endlich Life is Strange – Before the Storm spielen können! Und innerhalb von knapp 2 Wochen war ich damit auch schon durch. Ich bin wirklich sehr froh, dass ich es endlich gespielt habe. Und nein, nicht nur, weil ich jetzt wieder gefahrlos “Life is Strange” googeln kann, ohne Bilder von Before the Storm zu finden und damit riskieren, mich spoilern zu lassen. Ich wollte die Geschichte völlig ohne Vorurteile oder Informationen vorab anschauen und das habe ich auch. Hier seht ihr nun also meine Meinung zu Life is Strange – Before the Storm, der Vorgeschichte von Life is Strange.

Wir befinden uns zeitlich gesehen drei Jahre in der Vergangenheit, bevor Life is Strange spielte. Max Caulfield ist immer noch in Seattle und hat den Kontakt zu ihrer ehemaligen besten Freundin Chloe Price bereits verloren. Für Chloe in Arcadia Bay war dies eine sehr harte Zeit. Ihr Vater ist bei einem Autounfall gestorben und dann zog auch noch ihre einzige Freundin weg. In der Schule hat sie ebenfalls keine Freunde und ist eher eine Außenseiterin, was aber auch daran liegt, dass sie öfter mal schwänzt. Ihre Mutter hat sich einen neuen Freund angelacht, David, mit dem Chloe überhaupt nicht klar kommt. Unverhofft kommt jedoch ein Hoffnungsschimmer in ihr Leben: Rachel Amber. Das beliebteste Mädchen der Schule redet mit ihr und verbringt auch noch Zeit mit ihr. Wird daraus eine Freundschaft werden, die Chloe über Max hinweghilft?

   

Ja, ich muss zugeben, ich war skeptisch! Ich wusste nicht genau, was einen hier in diesem Spiel erwartet. Ich wollte vielleicht auch einfach nicht enttäuscht werden. Das Hauptspiel ist ja von dem Studio Dontnot. Dieses Prequel ist jedoch von Deck Nine entwickelt worden. Natürlich ist man sich erst mal unsicher, ob das neue Studio die Arbeiten überhaupt so gut fortführen kann. Und ich muss sagen: ich war äußerst positiv Überrascht, wie gut der Geist von Life is Strange hier eingefangen wurde.

Noch mehr Skepsis kommt hinzu, wenn man sich fragt, worum es in dem Spiel eigentlich geht. Wenn man das Hauptspiel gesehen hat, weiß man natürlich, wie es mit den Charakteren weiter geht, daher ist es unfassbar schwer sich nun in ein Prequel hinein zu versetzen zu müssen. Ich fand den Einstieg allerdings sehr, sehr gut und war auch davon positiv überrascht. Im Endeffekt fand ich es wunderschön, mehr von den vielen tollen Charakteren aus dem Life is Strange Universum zu erfahren! Und vor allem: Rachel kennen zu lernen. Sie nimmt zwar im Hauptspiel einen großen Teil ein, sie ist trotz ihrer Abwesenheit sehr präsent, weil fast jeder über sie spricht. Es gibt (Victoria ausgenommen) niemanden, der sie nicht mochte. Wie kann das sein? Wie muss ein solcher Mensch sein, der von wirklich allen gemocht wird – sowohl von den Nerd, als auch den “coolen Kids” und allem dazwischen.

Trotz der Skepsis siegte am Ende die Neugierde. Die Neugierde auf so viele offene Fragen. Und ich wollte Rachel kennenlernen und natürlich auch mehr von Chloe erfahren. Und genau das hat mir dieses Spiel geschenkt und ich bin unfassbar dankbar dafür! Ich bin wirklich sehr froh, es endlich gespielt zu haben.

Natürlich fragt man sich, worum es in dem Spiel geht. Zeitlich ist es gut einzuorden, Max ist schon eine Weile weg und Chloe muss aktuell vieles verarbeiten und fühlt sich völlig alleingelassen. In der Episode eins spürt man diesen Schmerz von Chloe sehr. Es ist ein Rollenspiel und – vielleicht auch gerade deshalb – ich kann mich unfassbar gut in Chloe hineinversetzen. Sie kämpft mit Schmerzen, gegen die sie nichts machen kann. Max musste mit ihrer Familie wegziehen. Am Anfang hat Chloe noch die Initiative ergriffen und versucht, den Kontakt aufrecht zu halten. Von Max kamen aber meistens nur Entschuldigen zurück und irgendwann gar nichts mehr. Sowas in den SMS nachzulesen tut einem selbst einfach auch sehr weh. Würde ich Max nicht kennen, würde ich sie dadurch wirklich sehr negativ im Kopf haben. Sie hinterlässt da aber tatsächlich keinen guten Eindruck und man wird auch etwas sauer auf sie, muss ich ehrlich sagen.

Aber es gibt Hoffnung. Das Spielt nimmt einen quasi mit in vier Tagen in Chloes Leben. Der erste Tag ist ein Konzert und bildet den Einstieg in das Spiel, danach folgen drei weitere Tage wo Chloe und Rachel sich kennenlernen. Die Ereignisse die hier passiert sind haben mich sehr stark mitgenommen. Ich musste auch immer wieder herunterschlucken, was ich aus Life is Strange weiß. Aber das Spiel hat das Universum so gut erweitert und vertieft. Man bekommt ein viel besseres Verständnis. Man lernt völlig neue Charaktere kennen, die in Life is Strange nicht vorkommen. Und man lernt einige Charaktere besser kennen, die in Life is Strange vorkommen. Eine wirklich wunderbare Ergänzung.

Das Spiel ist zudem auch viel, viel länger als ich es vermutet hätte! Ich kann leider nicht sagen, ob die einzelnen Episoden von der Zeit her nun kürzer oder länger als die Life is Strange Episoden waren. Aber es gibt unfassbar viel zu entdecken. Ich denke, wenn man sich nicht alle Details in diesem Spiel anschaut ist man wahnsinnig schnell durch. Aber der größte Spielspaß hier besteht ja darin, dass man die vielen Geheimnisse aufdeckt, indem man rumschnüffelt oder Erkenntnisse durch Gespräche bekommt. Ohne diesen Aspekt kann ich mir Life is Strange gar nicht vorstellen. Es hat wirklich viel Spaß gemacht so viel in dem Spiel zu suchen. Bestimmt habe ich auch hier wieder nicht jedes einzelne Detail finden können, aber dafür ist auch dieses Spiel hier viel zu komplex. Aber ich finde das völlig okay. Die wichtigsten Punkte bekommt man definitiv im Storyverlauf mit und alles weitere ist eben eine Ergänzung des großen Ganzen.

Ich fand diesen Ausflug in die Vergangenheit auf jeden Fall wunderschön. Ich kann nun Chloe viel besser verstehen. Ich kann Rachel besser verstehen. Es gibt vieles, was ich noch nicht verstehe aber auch das ist okay und Teil des Spielerlebnisses. Auch habe ich durch das Spielen der Episoden einige Theorien aufgestellt, denen ich bald mal dank dem Internet auf den Grund gehe. Es gibt viele offene Fragen aber das Rätseln der Antworten ist auch schön. Ich habe auch mittlerweile schon ein paar Theorie-Videos von Fans angesehen und muss sagen, nichts davon ist an den Haaren herbeigezogen. Und ich finde es sehr cool, dass sich Leute so viel mit diesen Spielen beschäftigen und gemeinsam diesen Theorien auf den Grund gehen. Ich bin der absolut festen Überzeugung, dass Rachel Kräfte hat. Im Spiel wird das nicht herauskristalisiert oder gesagt, aber ich glaube einfach fest daran. Es gibt so viele Details, die darauf hindeuten.

Chloe scheint aber keinerlei Kräfte zu haben. Die Frage die ich mir deshalb ja auch vor dem Spiel gestellt habe: wie funktioniert ein Spiel im Life is Strange Universum ohne die Fähigkeit von Max die Zeit zurück zu drehen? Macht das dann überhaupt so viel Spaß wie das Hauptspiel? Und ich muss ganz klar sagen: JA. Es macht mindestens genauso viel Spaß! Klar, es ist ein Umdenken. Wenn Max etwas verbotenes getan hat oder in ein Fettnäpfchen getreten ist, konnte sie einfach die Zeit zurückdrehen und es rückgängig machen. Chloe kann das nicht. Chloe muss mit all ihren Entscheidungen leben. Dadurch haben sich für mich als Spieler ganz andere Probleme ergeben. Man denkt, finde ich, mehr über seine Entscheidungen und Handlungen nach, statt “einfach mal zu gucken was passiert.” Dadurch war ich in einigen Situationen auch gehemmt, es war aber prinzipiell eine spannende Erfahrung.

Somit hat Chloe zwar keine Übernatürlichen Kräfte, jedoch aber andere Stärken. Sie kann gut überreden bzw. diskutieren. Und daraus wurde eine Fähigkeit gemacht. In manchen Gesprächen kann man diese Fähigkeit triggern, um weiter zu kommen. Man steigt in ein Wortgefecht mit seinem Gegenüber ein. Man muss, je nach Schwierigkeit, mehrfach den Gegner gegen die Wand reden. Dabei muss man genau darauf achten, was er für Worte benutzt hat und entsprechend gut kontern. Ich fand dieses Minispiel unfassbar gut gelungen! Ich habe bei keinem einzigen verloren, auch wenn es hier und da knapp wurde. Aber es war spannend! Und aufregend! Da schlägt das Herz definitiv höher vor Adrenalin, vor allem, weil die Zeit hier läuft. Und ich muss sagen, diese Funktion war soo cool. In solchen Momenten ist man ja auch selbst unter Druck und aufgeregt und dieses Spielprinzip hat das sehr gut aufgenommen und wiedergegeben. Hat definitiv Spaß gemacht!

Nun noch ein paar Worte zu den Trophäen. Bei Max war es ja so, dass man Bereiche und Positionen finden musste, wo man ein Foto von machen kann. Immerhin liebt sie Sofortbildkameras und damit konnte man dieses Stilmittel sehr gut einbauen. Aber was macht man bei Chloe? Ich finde die Lösung sehr schön gemacht. Man hat ja auch in Life is Stange gemerkt, dass Chloe sehr kreativ ist und sowohl in ihrem Zimmer, als auch (vermutlich war es sie) in der ganzen Stadt Graffitis mit einem schwarzen Edding verteilt hat. Genau das wurde hier aufgenommen und in Trophäen umgewandelt. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht alle Positionen herauszufinden. Ich muss aber ehrlich sagen, dass es da einige Sachen gab, die ich niemals gemacht hätte! Ich versuch das Spiel ja schon so zu spielen, wie ich auch in der Realität reagieren würde in dieser Situation und da gab es einiges, wo ich nicht mit einverstanden war, dass Chloe da ein Bild oder einen Schriftsatz hingekritzelt hat. Aber wenn ich das mal außen vor lasse war auch das ein schönes Stilmittel.

Auch das Tagebuch von Chloe fand ich toll! Ich habe noch nicht alles gelesen, das hole ich aber definitiv noch nach. Chloe ist nicht der Typ dafür Tagebuch zu schreiben, das “Menü” sieht bei ihr aber genauso aus wie bei Max. Mit einem feinen Unterschied: Chloe schreibt nicht nur über ihre Situationen, sondern sie schreibt Briefe an Max. Ganz unterschiedliche, wo sie auch manchmal in verschiedene Rollen schlüpft oder sich in verschiedenen Situationen wiederfindet und dann an Max schreibt. Es sind viele Briefe, die nicht abgeschickt wurden, die Max niemals erfährt. Es ist teilweise wirklich herzzerreißend. Aber das ist die Art von Chloe damit umzugehen, dass sie von ihrer besten Freundin verlassen wurde und dafür ist es echt gut gemacht. Auch die Graffiti Spots, die SMS und die Charakterbeschreibungen kann man hier wie auch im Hauptspiel nachlesen. Es ist sehr gut gemacht. Wenn ich nicht wüsste, dass es von einem anderen Studio gemacht wurde, hätte ich das niemals vermutet.

Es gibt so viele wunderbare Momente in diesem Spiel! So viele, die mich verzaubert haben. Aber auch viele negative und Schockmomente. Aber das alles macht das Spiel aus. Und ich bin super froh, dass ich es jetzt gespielt habe und diese neuen Informationen gewonnen habe. Es ist definitiv ein würdiger Vorgänger! Es erklärt so viel. Und ich bin auch der Überzeugung, dass man erst dieses Spiel spielen kann und danach erst das Hauptspiel. Irgendwie würde ich mir auch wünschen, dass ich diese Erfahrung hätte machen können. Aber gut, das geht natürlich nicht, ich kann nur diesen Ratschlag an jede weitergeben, die die Reihe noch nicht gespielt haben. Und ich muss euch ans Herz legen: tut es! Spielt diese Spiele, tut euch den Gefallen. Dieses Universum ist der absolute Hammer und ich freue mich wirklich sehr auf Life is Strange 2. Obwohl es um andere Charaktere gehen wird, bin ich wahnsinnig gespannt darauf, wie die Geschichte ins Life is Strange Universum passt und was wir alles erleben werden.

Eure


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Mia

Hallo ihr lieben. Mein Name ist Mia und ich bin 25 Jahre alt. Ich liebe Animes und Mangas über alles, bin aber auch ein absoluter Film- und Serienjunkie oder lasse meinen Abend auch gerne mit zocken ausklingen und habe auch nichts gegen ein gutes Buch am Wochenende.

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