Anime Review: Harukana Receive

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 7 Minuten.

Ich bin schon immer ein großer Fan von Sport-Anime und Manga gewesen, wie ich nun glaube ich schon häufig genug in den unzähligen Serien die wir gesehen haben gesagt habe. Da ich selbst nie allzu sportlich war (oder eher nicht kompetitiv genug), waren die meisten Ballsportarten für mich eher uninteressant, abgesehen von Volleyball. Ich habe es immer geliebt, wenn es mal nicht hieß, dass wir Basketball spielen. Daher ist Haikyuu!! einer meiner Lieblings Sport-Anime. Allerdings gibt es ja immer noch etwas das für einen gestanden Kerl spannender ist. Beachvolleyball (der Damen) und genau das haben wir hiermit serviert bekommen.

Bei dieser Review handelt es sich um eine gekürzte Zusammenfassung meiner wöchentlichen Beiträge im Rahmen unserer Anime Summer Season 2018 Beiträge. Das, was ich dort geschrieben habe, beläuft sich auf insgesamt 2500 Wörter und wer das nicht wöchentlich mitverfolgt hat, kann das selbstverständlich auch nicht so einfach nachlesen. Daher hier eine gekürzte Variante, ohne zu viel zu verraten und selbstverständlich wie immer (weitestgehend) ohne Spoiler.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Anime on Demand bedanken, dass Sie uns einen Premium Account zur Verfügung gestellt haben, um uns bei den wöchentlichen Anime Season Beiträgen zu unterstützen.

Die Oberschülerin Haruka zieht, während der Sommerferien, zu ihrer Oma nach Okinawa. Da ihre Mutter arbeitsbedingt ins Ausland zieht und ihr Englisch leider nicht so gut ist, hat sie sich dafür entschieden. Dort lebt auch ihre Cousine Kanata, die nach dem Verlust ihrer Eltern ebenfalls dort untergekommen ist. Da sich die beiden aber jahrelang nicht gesehen, sind sie relativ entfremdet und das obwohl sie in der Kindheit eng befreundet waren.

Bereits als sie am Flughafen ankommt, sticht Haruka aus der Menge wie ein bunter Hund. Sie ist für Japaner unglaublich groß und natürlich auch wohl geformt. Als die beiden am Flughafen wieder aufeinander treffen ist Haruka verwirrt, denn Kanata ist das genaue Gegenteil von ihr. Auf dem Weg in ihr neues Heim, entdeckt Haruka den Strand und ein Beachvolleyball-Feld. Schnell freundet sie sich mit den beiden an und kurz darauf spielen sie bereits eine Runde gegeneinander. Mit der leicht aufkeimenden Rivalität beginnt für Haruka ein neues Leben voller Spaß und spannender Teamkämpfe….

   

Wer das Dead or Alive Spin-off Extreme Beachvolleyball gespielt hat, weiß eigentlich was ihn hier erwartet. Mädels in Bikinis, die alles geben um mit ihren Bällen zu spielen… (Zweideutigkeit durchaus beabsichtigt). Aber den Anime darauf zu reduzieren, wäre weder angebracht, noch gerechtfertigt, denn obwohl natürlich offensichtlich auf Haruka´s Oberweite hingewiesen wird, gab es eigentlich im Verhältnis recht wenige offensive Shot´s auf die weiblichen Geschlechtsmerkmale. Naja mit der eher flachen Kanata und ihrer Freundin/Rivalin die ja beide nicht gerade so gut bestückt sind, macht der Anime klar, dass dies nicht der Fokus ist. Auch wenn es gegen Ende die ein oder andere Szene gibt, die dann doch etwas offensiver auf den “Plot” hinweist 😉

Dass der Fokus hier aber nicht auf dem Fanservice liegt, finde ich aber auch gut, denn der Fokus liegt klar auf dem Sport selbst bzw auf dem seichten Drama und der Beziehung der einzelnen Charaktere. Dabei bleibt das Charakter-Drama aber auch einem verhältnismäßig oberflächlichen Level, das zur seichten Unterhaltung dient, um den Charakteren ein Motiv zu geben. Der Anime erinnert mich ja ein wenig an „Minami Kamakura High School Girls Cycling Club“, der Mädelsvariante von Yowamushi Pedal. Wobei hier ne ernstere Story ohne typische Mädels-Klischee´s geboten wird, was absolut für den Anime spricht.

Gerade nach dem überschüssigen Drama bei Hanebado bin ich eigentlich hier ganz froh gewesen, dass sich das meiste bereits in der 2. Folge weitestgehend geklärt hat und man somit einen Blick nach vorne und nicht konstant zurück geworfen hat. So lobe ich mir das. Problem erklären, dran arbeiten und letztendlich Problem lösen. So sollten es viele Drama´s handhaben, aber dann wären die meisten wohl nicht so gut und nicht so beliebt. Gerade in Sport-Serien, neigen die Mangaka aber dazu ihr Drama viel zu sehr auszubauen und damit etliche Kapitel zu füllen.

Dabei fand ich es von Kanata eigentlich schon auf gewisse Weise echt fies, gegenüber Narumi. Die eigene Partnerin dann einfach alleine da sitzen lassen, muss ihr damals ja schon übel weh getan haben. Dann aber noch zu sehen, das jene Partnerin im Spiel gegen einen über sich hinaus wächst ist noch mal ne gehörige Portion Salz in der Wunde. Ich hatte da ja doch gehörig Mitleid mit Narumi. Wobei man hier ja doch sieht das Narumi und ihre neue Partnerin vielleicht doch etwas mehr als “nur” Freundinnen sind. Allerdings könnte das aber auch nur einseitig sein.

Natürlich darf in einem guten Sport-Drama der notorische Sportclub nicht fehlen, in dem auch gleich zwei alte bekannte (Emily & Claire) von Kanata sind. Schnell lässt sich Team Harukana zum Beitritt überreden und wie das ja nun mal so ist, wird das natürlich mit einem Spiel besiegelt, ist ja wohl Ehrensache! Mit Akira gesellt sich dann auch noch das 5. Clubmitglied hinzu, die aus Mangel an Team- und Trainingspartnern (und natürlich Spielerfahrung) in erster Linie als Manager agiert, aber auch später als Anker, der das Team zusammen hält. Ihre selbst gemachten Arm-/Haar-Bänder sind einfach super und das Design passt perfekt zur Optik der Serie. Aber auch eine ganze Menge anderer Rivalinnen taucht im Laufe der Serie auf um den Mädels spannende Matches zu liefern.

Ansonsten hat mir die Trainingsmontage sehr gut gefallen. Ich mag sowas ja immer sehr gerne und es dann auch noch in solch einem tollen Setting zu haben macht mich umso glücklicher! Dabei finde ich vor allem die Sandanimationen in der Serie viel zu gut XD Auch das hier mal klar gemacht wird, das es nicht auf das Wie ankommt, sondern auf das DAS man Punkte macht. Es muss kein großartig und spektakulärer Schmetterball sein. Ein “Poke” also ein Anstubser genügt absolut. Denn am Ende vom Tag wollen wir alle nur gewinnen. Wer interessiert sich schon für die Show?^^ (Auch wenn mich Kanata´s stricktes festhalten am Poke zu Ende ganz schön genervt hat.)

Dabei hat die Serie einen sehr gelungenen Mix aus Charakter-Drama, lustigen Szenen und spannenden Matches, die von kleinen Freundschaftsduellen bis hin zum “großen” Vorentscheid zur Meisterschaft reichen. Ich bin ja froh das sie den Vorentscheid in der Serie wenigstens noch zuende geführt haben. Auch wenn ich mit dem Finalen Match leider nicht so ganz grün bin. Dabei muss ich mir schon fast widersprechen, denn obwohl mir der Ausgang zwar gefällt, fand ich den Weg dorthin, aufgrund der Umstände eigentlich etwas unsinnig. Aber die Spiele waren durchweg spannend und unterhaltend.

Eine Sache hat mich aber wirklich gestört, Kanata´s unauffälliges Design. Am Anfang der 7. Folge steht sie mit Akari in der Pampa und ich hab wirklich gefühlt die halbe Folge gebraucht um sie zu erkennen. Ihr Aussehen ist so unglaublich 08/15 das ich es unglaublich schwer finde solange sie die Haare nicht hoch gebunden hat und da sie ja schon aussieht wie Narumi, ihre Freundin und Rivalin, hätte ich der Serie auch eine 3. Person mit dem gleichen Aussehen zugetraut. Ich finds halt schade, weil Haruka so extrem nach Hauptcharakter schreit und sie eben so gar nicht. Vielleicht wäre eine andere Partnerin ja wirklich besser? Aber daher fällt es mir seit Folge 1 auch etwas schwer das Team ernst zu nehmen. Kanata ist mir einfach zu unauffällig und zu unscheinbar.

   

Ich fand den Anime wirklich toll! Ich habe mich jede Woche so sehr auf eine neue Folge gefreut. Was die Season angeht war er wirklich eine positive Bereicherung. Ich kann Fuma nur zustimmen. Vor allem, was den Fokus des Animes angeht. Ich fand es sehr gut gemacht, dass der Fokus so stark auf dem Sport an sich ist und auf der Freundschaft zwischen den Charakteren. Man kann richtig dabei zusehen wie Haruka und Kanata zusammenwachsen und auch wie jeder Charakter für sich an neuen Situationen wächst. Dazu gibt es noch ein seichtes Drama, was absolute Berechtigung hatte und auch nicht zu übertrieben war und gelacht habe ich auch viel. Was Sport-Animes angeht gehört er damit definitiv zu den Besseren. Vor allem, weil er zeigt, dass weibliche Charaktere auch gute Sport-Anime machen können! Find ich schön, dass wir gerade mit Haruka eine so starke, weibliche Persönlichkeit ganz weit vorne haben. Ich kann den Anime nur wärmstens empfehlen bzw. euch empfehlen wenigstens mal reinzuschauen, wenn ihr vom Setting nicht völlig abgeneigt seid. Ich bezweifle, dass ihr es bereuen werdet.

Für den Sommer war das auf jeden Fall genau der Richtige Anime. Der Sand, das Meer, Mädels in Bikini´s und spannende (Beach)Volleyball Matches haben Woche um Woche äußerst gut unterhalten und waren spannend. Somit kann ich den Anime eigentlich jedem empfehlen. Auch wenn die meisten Leute ihn wohl leider aufgrund des Vorurteils, das er sicher zu viel Fan-Service hat nicht anfassen werden.

Mir haben die Abenteuer von Haruka, Kanata, Emeliy, Clair und Akira auf jeden Fall richtig gut gefallen und ich würde mich unglaublich freuen, nächstes Jahr im Sommer erneut eine Staffel zu ihren Abenteuern genießen zu können. Da Sport gerade in Japan ja beliebt ist und “Mikasa” hier bei der ganzen Werbung hier sicherlich auch nicht unschuldig war, sind meine Chancen vielleicht nicht ganz so schlecht! Vielleicht schafft der Anime ja dank Kazé sogar den Sprung zu uns? Ich würde mich freuen (auch wenn ichs für unrealistisch halte) Von mir gibt es an dieser Stelle also 8 von 10 spannenden Ballwechseln im Sand.

Euer


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1 Antwort

  1. hellspawn2501 sagt:

    Harukana Receive überraschte sehr positiv. Erst dachte ich schon die serie konzentriert sich vor allem auf den Fanservice, aber wie die beiden schon sagten, hält dieser sich doch sehr in Grenzen, von manchen Szenen abgesehen, die aber wohl schon zum Animestandard zählen. Obwohl die Mädels nämlich dauernd im Bikini zu sehen sind, legt man da nicht so viel Augenmerk drauf, was Kamerapositionen und Co betrifft, sondern eher auf den sportlichen Ablauf, der gut in Szene gesetzt wurde. Besonders das Finale war sehr spannend. Der gute Fuma meinte zwar zu mir das es schon oiffensichtlich ist, wie es ausgeht, womit er auch recht hatte, aber trotzdem hab ich kräftig mitgefiebert, aufgrund der guten Inszenierung.
    Was mir auch äußerst gefiel war das hier auf die üblichen Sportanime Spezialtechniken verzichtet wurde, bei denen man ja öfter denkt, man schaut aus Versehen eher einen Fighting Anime, obwohl die auf Rädern sitzen oder über den Fußballplatz hetzen, zum Beispiel. Hier blieb der sport realistisch bodenständig. Das hat er mit Hanebado gemein, doch im gegensatz zu diesen Werk nervt Harukana Receive nicht mit zu viel aufgesetzten Drama. Auch da bleibt man realistischer und auch nachvollziehbarer.
    Wäre echt schade, wenn hier einige denken es erwartet sie hier ein nicht ernstzunehmender Fanservice Anime und ihn deshalb nicht anschauen werden. Denn letztendlich war Harukana Receive eine verdammt gute Sportserie.

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