Anime Review: Hanebado!

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 9 Minuten.

Ich muss ganz ehrlich sagen, hätte ich die Entscheidung allein getroffen, ob wir diesen Anime in der Season schauen, hätte ich mich dagegen entschieden. Da aber jeder von uns nur 5 Anime haben kann (mehr würden wir innerhalb von einer Woche gar nicht schaffen) und Fuma den Anime unbedingt schauen wollte, habe ich mich dazu bereit erklärt. Der Anime hatte es jedoch von Anfang an schwer bei mir und konnte sich leider nicht erfolgreich beweisen.

Bei dieser Review handelt es sich um eine Kombination meiner Meinung und einer stark gekürzte Zusammenfassung meiner wöchentlichen Beiträge im Rahmen unserer Anime Summer Season 2018 Beiträge. Das, was ich dort geschrieben habe, beläuft sich auf insgesamt 2500 Wörter und wer das nicht wöchentlich mitverfolgt hat, kann das auch nicht so einfach nachlesen. Daher hier eine gekürzte Variante, ohne zu viel zu verraten und selbstverständlich wie immer ohne Spoiler.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Crunchyroll bedanken, dass Sie uns einen Premium Account zur Verfügung gestellt haben, um uns bei den wöchentlichen Anime Season Beiträgen zu unterstützen.

Ayano Hanesaki hat ein außergewöhnliches Talent für Badminton. Dennoch geht sie dem Sport lieber aus dem Weg. Im Gegenteil dazu gibt Nagisa Aragaki alles, um in dem Sport gut zu werden und steckt ihr Herzblut in ihr Training. Sie verlangt sowohl viel von sich selbst, als auch von den anderen Clubmitgliedern. Als die beiden gegeneinander antreten und Ayano dann auch noch auf Wunsch des neuen Trainers Kentarou in den Club kommen soll, bringt das Unmut. Kann das Team diese Probleme überwinden und die Goldmedaille bei Olympia holen?

   

Ich bin die letzte, die sagen würde “Iieh, Sportanime, guck ich nicht!”. Ich liebe Sportanime und das Genre gehört definitiv zu meinen Favoriten. Badminton finde ich an sich auch ein cooler Sport und da es noch keinen Anime in der Richtung gibt (soweit ich weiß) finde ich das auf der einen Seite sehr spannend. Allerdings wurde meine Begeisterung über das Genre und den Sport vom Trailer gedrückt. Dieser sah sehr nach Drama, statt Sport im Fokus, aus. Und die Folgen haben mir bei dieser Annahme Recht gegeben. Leider.

In meinen Augen gehören sowas wie Vergangenheitsszenen und dramatische Augenblicke definitiv zu dem Sport Genre. Dagegen habe ich auch gar nichts. Aber die Folgen am Anfang hatten eine enorm gedrückte und deprimierende Stimmung wegen dem ein oder anderen Charakter. Das fand ich super schade und das hat mir letztendlich auch die Lust genommen, weitersehen zu wollen. Allerdings bin ich auch niemand, der einen Anime nach einer Folge absägt, ich gebe Anime natürlich die Chance, sich zu verbessern. Aber genau das meine ich, wenn ich schreibe, dass mich der Anime erst von sich überzeugen muss bzw. sich beweisen muss.

Mein Problem von Anfang an war, dass der Drama-Faktor zwar in Ordnung war. Aber für mich war es schwer dem Anime richtig zu folgen, weil es mir zugegebenermaßen zu viele wichtige Charaktere waren. Sobald sie mal andere Frisuren haben oder sich am umziehen sind, bin ich verwirrt. Ich dachte das legt sich im laufe des Animes, aber leider nein. Der Anime hat mich auf so vielen Ebenen verwirrt. Es sind mir einfach viel zu viele Charaktere, ich habe komplett den Überblick verloren. Dadurch war ich wirklich an mehr als einer Stelle sehr verwirrt. Vor allem war ich mir so sicher, die Blonde schon irgendwo im Anime gesehen zu haben. Die Erkenntnis, dass es nicht so ist, wunderte mich so sehr, dass ich noch viel verwirrter war. Im Prinzip stechen hier auch wirklich nur eine Hand voll Leute hervor. Ich hätte ja schwören können, dass Sora erst in dieser Folge das erste Mal aufgetaucht ist, aber nein, ein Blick in die Folge davor zeigte, dass sie auch vorher schon dabei war. Wie gesagt – Verwirrung Pur auf meiner Seite. Das habe ich vor allem bei Sportanimes echt selten, die meisten tasten sich halt eher langsam heran an die Charaktere oder beleuchten direkt am Anfang alle… Aber hier wirkt es eher wie ein Haufen Mädels, ein paar Jungs und dann auch noch die gegnerischen Teams. Vor allem finde ich die Trainingsanzüge viel zu ähnlich und alle tragen irgendwie unterschiedliche und ach…

Aber insgesamt fand ich das Setting sehr interessant. Auf der einen Seite diejenige, die einfach Talent für den Sport hat und auf der anderen Seite diejenige, die sich ihre Skills hart erarbeiten muss. Ich war mir aber von Anfang an sicher, dass auch der neue Trainer einen großen Unterschied machen wird. Wie man gesehen hat, hat er ein Auge dafür, wie die Mädels sich bewegen müssen bzw. was sie tun müssen, um ihre Stärken besser ins Spiel einzubringen. Ich kann mir schon vorstellen, dass es die Mädels in dieser neuen Kombi zu mehr bringen, als es bisher möglich war.

Meine Hoffnung war, dass gerade diejenigen die im dritten Jahr sind ein Hoch erleben würden, nach den eher anstrengenden und erfolglosen letzten Jahren. Durch das Drama von Ayano kam das leider hoffnungslos zu kurz, was ich super schade fand. Am Ende war der Fokus nur noch auf ein paar Charakteren, was in meinen Augen der falsche weg war. Es wirkte, als ob die Zeit davon gelaufen ist.

Besonders muss ich sagen, dass mir Elena sehr ans Herz gewachsen ist. Sie ist eine wahnsinnig gute Freundin und stellt ihre eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund für ihre Kindheitsfreundin, das würde wirklich nicht jeder tun. Das zeigt, wie viel ihr an ihrer Freundin liegt. Es war auch schön, einige Ausschnitte aus ihrer Kindheit zu sehen und vor allem die Begeisterung der beiden seit sie klein sind für diesen Sport. Wenn auch die eine spielt und die andere eher zuguckt. Was Elena jedoch umso mehr als Manager qualifiziert.

Wir waren beide recht verwirrt von dem Anfang der 5. Folge. Fuma war sich sicher, dass es die falsche Folge ist. Aber nein, es war wirklich nur eine sehr ausführliche Rückblende. Der Kampf Connie gegen Ayano ging weiter. Diesmal aber etwas schlauer. Ayanos Team hat es mit der guten Spielfeldaufteilung wirklich geschafft einen Unterschied aufzuzeigen. Das war dann auch echt spannend zuzusehen. Wie die Bälle hin und her gingen. Obwohl gerade das wesentlich besser ginge in meinen Augen. Ich habe da selten solche “Boah, geil!”-Momente, was ich sehr schade finde. Haikyu kann das sehr gut und der Manga von Prince of Tennis auch. Federball ist ja auch irgendwo ein Ballsport. Auf jeden Fall merkt man schon, dass der Anime sehr auf Drama ausgelegt ist. Da finde ich den nicht vorhandenen Fokus auf das Spiel an sich fast schon schade. Aber gut, ich muss vielleicht auch einfach lernen, dass hier nicht der Federball im Mittelpunkt steht. Sondern Ayano, ihr Talent und ihre dramatische Familiengeschichte. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass dieser leere und verrückte Blick so gar nicht zu Ayano passt. Ich weiß nicht so recht, wo das hinführen soll aber ich empfinde die Entwicklung als sehr unangenehm.

Und dann ist es passiert. Wir haben aus versehen Folge 7 geguckt, obwohl wir Folge 6 noch nicht gesehen hatten. Kann halt mal passieren. Was ich am schlimmsten daran finde? Ich habe mich zwar kurz gewundert, wo wir uns eigentlich gerade befinden, habe aber überhaupt keinen Fehler erkannt! Da sieht man mal, wie dermaßen verwirrend dieser Anime ist. Ich konnte da gar nicht richtig Spaß dran haben, weil ich einfach so vieles Verwechselte. Die Namen der Leute kann ich mir grundsätzlich hier nicht merken, weil alle so ähnlich aussehen und dann sehen auch noch die Leute von den gegnerischen Teams so ähnlich aus wie Leute aus unserer Schule… Wenn das Ziel war, uns Zuschauer zu verwirren, dann herzlichen Glückwunsch!

Generell hat der Anime in mir nur wenige Gefühle hervorgerufen. Teilweise war auch gar keine Zeit sich richtig auf die verschiedenen Charaktere einzustimmen. Und dann hat mir die 7. Folge den Rest gegeben. Diese Folge hat dann schon etwas mehr Gefühle in mir geweckt… Es war aber hauptsächlich Wut. Der Anime springt in meinen Augen völlig wahnsinnig zwischen “happy go lucky, wir strengen und alle an und haben eine schöne Zeit” und zwischen “wir sind die größten Feinde auf dieser Erde und müssen uns gegenseitig fertigmachen, egal um welchen Preis”. Gefällt mir nicht. Sowohl die leeren Augen von Ayano, als auch die Hasserfüllten Augen ihrer Gegnerin machen mich echt fertig. Das hat in meinen Augen (haha Wortwitz) hier nichts zu suchen. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, warum ich das nicht so mag… wahrscheinlich, weil ich sogar bei Animecharakteren oft Empathie empfinde. Und irgendwie habe ich das Gefühl, als ob Jungs in der Beziehung etwas anders sind? Könnte mir vorstellen, dass ich das nicht mag, da ich sonst eigentlich reine Jungs Sport Anime gucke.

Die 8. Folge hat es dann jedoch geschafft: sie war wohl die stärkste Folge im Anime. Zwar kam gefühlsmäßig bei mir leider immer noch nichts an… Was ich nicht gewohnt bin von Sport Anime. Das zeigt mir aber auf der anderen Seite auch, dass ich bisher fast nur sehr gute Sport Anime gesehen habe. Aber nunja, wenigstens war das Spiel diesmal um einiges besser. Der Ballwechsel wurde mit mehr Nachdruck gezeigt, schneller Bildwechsel hat das Tempo angehoben und dann hat man fast schon ein bisschen mitfiebern können. Ich wusste wirklich nicht so richtig, wer verliert. Und ich weiß, eine Folge ist begrenzt, aber es war schon ziemlich bitter, dass wir nur einen der drei Sätze gesehen haben, wie so oft in dem Anime. Sehr schade, so hat man extrem das Gefühl, was verpasst zu haben. Bei Harukana Receive waren wir fast immer am Spiel dran und bekamen zwar ein paar Punkte zwischendrin nicht mit, aber ansonsten die gesamte Entwicklung des Spiels. Das ist mir dann doch lieber.

   

Jetzt schiebt sie es tatsächlich auf mich…. naja lassen wir das! Hanebado hatte gerade mit Harukana Receive eine unglaublich starke Konkurrenz, der es einfach nicht standhalten konnte… Zwei Sportserien, bei denen es jeweils um Mädels geht die sich kompetitiv messen. Der Vergleich könnte nicht näher liegen und die Serien nicht unterschiedlicher sein, von so vielen Standpunkten. Das schlimmste an Hanebado ist aber definitiv das Drama, oder doch eher die Charaktere, die das ganze nahezu unerträglich machen?

Ich habe noch nie einer Serie gesehen, bei der plötzlich der Hauptcharakter zum Antagonisten wird. Ich meine klar gibt es solchen “Verrat” häufiger, aber doch nicht in diesem Ausmaß. Dahingehend muss ich Hanebado also tatsächlich loben. Ebenfalls bekommt die Serie von mir für ihre Darstellung ein großes Lob. Denn die Animationen bei den einzelnen Spielen sind wirklich erste Sahne. Da hört es dann aber leider auch schon wieder auf mit den guten Punkten. Denn das Drama tünscht einfach alles weg…

WTF?! Was haben sich die macher hier gedacht? Vor Ayano hätte wohl selbst eine Rena aus Higurashi Schiss. Der leere Blick gepaart mit dem antagonistischen Verhalten war wirklich schon ne Nummer für sich. Dass ihre Mutter mindestens ein genauso großes Arschloch ist, das stelle ich keine Sekunde in Frage. “Mein Kind verliert? – Okay ich geh dann mal weg und komme nie wieder!” … Ja ne is klar! Macht jeder, immer! Leider war Hanebado somit also eher eine Enttäuschung für mich/uns, schade eigentlich, denn ich hatte mich tatsächlich wirklich darauf gefreut.

Schlussendlich bleibt mir nur zu sagen, dass ich über den Anime mehr negative Punkte nennen kann, als positive. Er hat ab und zu die Kurve gut bekommen und hat “aus versehen” gutes Storytelling und gutes Sporttelling geteilt, aber die meiste Zeit über war es nur verwirrend und bei mir kam 0 Gefühl rüber. Das kenne ich von Sport Anime nicht und es hat mich wirklich sehr enttäuscht. Wer das Sport Genre mag sollte hier vielleicht doch lieber auf bessere Alternativen wie Harukana Receive zurückgreifen. Wer Federball/Badminton mag, sollte mal einen Blick riskieren, jedoch ist das eben nie so richtig im Fokus des Animes. Die Charaktere und ihr Drama bekommen mehr Aufmerksamkeit, was den Sport zu einer Nebensache werden lässt. Ich bin leider wahnsinnig enttäuscht von diesem Anime und kann an dieser Stelle nur einen Witz von einem grandiosen Redakteur wiedergeben: Wenn der Anime gut wäre, würde es ja Goodminton heißen. Und damit beende ich dieses Kapitel mit 5 von 10 Schlägen ins aus und einem Schiedsrichter mit massiver Verzögerung.

Eure


Crunchyroll

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Mia

Hallo ihr lieben. Mein Name ist Mia und ich bin 25 Jahre alt. Ich liebe Animes und Mangas über alles, bin aber auch ein absoluter Film- und Serienjunkie oder lasse meinen Abend auch gerne mit zocken ausklingen und habe auch nichts gegen ein gutes Buch am Wochenende.

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