Manga Review: The Prince of Tennis

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 6 Minuten.

Durch die unzähligen Sport-Anime die wir gucken habe ich glaube ich klar gemacht, wie sehr ich dieses Genre liebe. Dabei ist mir an sich auch keine Sportart zu absurd um nicht wenigstens mal rein zu sehen oder gar rein zu lesen. Doch wo nahm alles den Ursprung? Natürlich wie bei den meisten durch Serien wie Mila Superstar, Kickers und Captain Tsubasa. Aber diese drei waren es keineswegs die meine Euphorie für das Genre entfachten. Es gab einen Anime und einen Manga die dafür verantwortlich waren. Bei dem Anime handelte es sich um Hajime no Ippo. Ein Box Anime, den ich absolut jedem empfehlen kann!! (Ich kann mit Boxen normalerweise auch 0 anfangen aber der Anime ist einfach nur großartig!)

Bei dem Manga handelt es sich um The Prince of Tennis, welchen ich mir damals eher wiederwillig beim start von Tokyopop mitnahm. Ich meine hallo? Das ist Tennis… was soll bei einem Manga über Tennis schon interessant genug sein um eine Story am laufen zu halten. Ich bin auch heute 12 Jahre später immer noch erstaunt darüber wie großartig der Manga ist. Mal ganz davon abgesehen, das er damals in meinen Augen der beste der 4 Shounentitel von Tokyopop war (darunter D.Grey-Man, 100% Strawberry, Bleach und eben Prince of Tennis). Nach 12 Jahren habe ich es dann jetzt, da wir die Reihe endlich komplett hier stehen haben, geschafft und konnte sie zu Ende bringen. Viel Spaß also mit meiner Review.

Als das neue Schuljahr an der Seigaku Mittelschule beginnt, macht das Gerücht über einen herausragend talentierten Erstklässler die Runde. Dieser soll nicht nur an unzähligen Tennis-Turnieren in Amerika teilgenommen und gewonnen haben, sondern auch ein paar Techniken beherrschen die man ansonsten erst bei Profispielern sieht.

Bei diesem Erstklässler handelt es sich um den 12-jährigen Ryouma Echizen, der auch gleich in den Tennisclub der Seigaku eintritt. Da er hier hofft gegen unzählige starke Spieler antreten zu können um so irgendwann mal seinem Vater, den legendären Samurai Nanjiro Echizen besiegen zu können. Dieses Ziel würde sich schneller erfüllen als erwartet, da er bereits nach kürzester Zeit Teil der Stamm-Spieler wird und ihm so durch unzählige Tuniere bis zu den Nationals viele Gegner bevorstehen werden…

   

Mann ist dieser Manga Cool!! Ich habe vor ein paar Wochen damit begonnen täglich einen Band zu lesen und wollte eigentlich gar nicht so recht aufhören wenn ich denn dann den „Tages-Band“ beendet hatte. Aber wie sagt man so schön man muss auch geduldig sein können. So hatte ich 42 grandiose Tage, an denen ich die Spannende Story genießen konnte. Ich kann es nur noch mal betonen, das man sich nicht vom „äußeren“ oder eher vom Tennis selbst abschrecken lassen sollte. Mir selbst geht ja außer vielleicht Radfahren, Schwimmen und Volleyball die wenigsten Sportarten nahe, einige kann ich sogar überhaupt nicht leiden… Ich schaue hier vor allem zum Fußball und zum Basketball und nichts desto trotzt sind deren Mangaadaptionen wenn man es denn so nennen will, größtenteils einfach nur super!

Gerade solche Serien wie Hajime no Ippo(Boxen) und Eyeshield 21(American Football) haben mich gelehrt, das man nicht voreingenommen sein sollte, da hat Prince of Tennis natürlich auch seinen Teil dazu beigetragen. Wodurch der Manga hier aber definitiv gegenüber dem Anime besticht, sind die extrem coolen Momentaufnahmen. Ich liebe es, wenn immer wieder Doppelseiten mit Ballflugbahnen dargestellt sind. Die dazu passenden oft entsetzend oder erschrockenen Gesichter der Spieler sind Top.

Genau diese Momentaufnahmen haben mir damals dann auch im Anime gefehlt, bei dem zwar hier und da auch mal solche Flugbahnen zu sehen war, allerdings der Fokus auf das Tempo der Spiele ausgelegt war. Mir persönlich hat es da eindeutig besser gefallen wenn man das Tempo etwas raus nimmt. Selbiges galt für mich auch bei Kuroko no Basket, bei dem mir der Manga auch besser gefiel als der Anime, aber ich denke das dürfte dann tatsächlich Geschmackssache sein.

Aber der Manga bietet so viel mehr als „nur“ coole Momenteaufnahmen. Denn auch die Spiele selbst sind meist einfach super spannend. Der bunte Mix aus unbedeutenden Spielen, Ranglistenspielen und den Turnieren hat in meinen Augen genau den richtigen Anteil. Dazu kommt das der Mangaka immer wieder kleinere Cool-down Arc´s eingebaut hat, um das ganze ein wenig zu entschlacken. Dabei gibt es vom All-You-Can-Eat Battel, über Bowlingduelle bis hin zum Beachvolleyball jede Menge Abwechslung. Diese haben dann meist einen deutlich leichteren Charakter als die Spannenden Turniere bei denen es häufig um alles geht. Der äußerst gelungene Mix aus Spannung und Comedy ist auch definitiv eine Stärke des Manga.

Die Größte Stärke dürfte aber definitiv bei den Charakteren liegen, die häufig nicht unterschiedlicher sein könnten. Es gab zwar den ein oder anderen Charakter, der leider etwas zu wenig „Screentime“ hatte, grundsätzlich war es aber immer ein Genus und vor allem eine kleine Vorfreude welche Fähigkeiten die einzelnen Spieler den so mit sich bringen würden. Prince of Tennis geht hier ein wenig in die Richtung Tsubasa und entfremdet sich mit super absurden Attacken stellenweise sehr extrem von der Realität. Ein Vergleich zu Dragon Ball ist stellenweise schon fast angebracht xD

Mein Favorit war hier vor allem der Counter-Spezialist Fuji, der nahezu jeden Ball retournieren konnte und damit eigentlich einer der stärksten Spieler der Serie ist. Selbst im Vergleich mit dem dem hochgelobten Kapitän der Seigaku Tezuka konnte er mithalten. Vor allem weil er sich während des Spiels weiter Entwickelte und so immer stärker wurde. Das war aber eine Fähigkeit der meisten Seigaku Spieler. Auch meine anderen beiden Favoriten, der akrobatische Eiji und der Trickser Momoshiro waren einfach der Hammer!!

Lediglich mit dem Hauptcharakter der Reihe Ryouma bin ich ein klein wenig unzufrieden. Denn obwohl seine Spiele häufig cool und wirklich spannend sind, ist er in meinen Augen im Vergleich zu den anderen Spielern ein klein wenig übertrieben Overpowered und der Ausgang des ein oder anderen Matches von ihm sind dahingehend etwas unspannend bzw. unspektakulär, da sie vorhersehbar/absehbar sind.

Ebenfalls fand ich die Sache rund um die anderen Mannschaften etwas zweischneidig und ich denke das sich der Mangaka hier auch ein wenig verrannt hat. Denn zu Beginn der Reihe wird die Fudomine als großer Underdog gehandhabt und stellt für Seigaku auch eine gewisse Gefahr da. In meinen Augen werden sie gerade zu Beginn auch als Sekundäre Hauptmannschaft gehandhabt… bis die Story voranschreitet und sei leider immer unwichtiger werden. Klar werden die anderen „Rivalen“ dann wichtiger, ich finde es aber dennoch schade, das die Underdogs damit so ignoriert werden.

Um es noch mal anzusprechen, mir gefällt das Pacing des Manga sehr gut. Hin und wieder hat man pro Mangaband ein halbes Turnier und dann sind es lediglich 1 oder 2 Matches die da abgehandelt werden. Der Mangaka hat hier über die 42. Bände wirklich eine sehr gute Balance gefunden und ich bin auch äußerst zufrieden das er den 1. Teil seiner Geschichte damit fertig erzählen konnte. Warum ich 1. Teil sage? Weil er kurz nach Abschluss der Serie (ich glaube 2 Jahre später) mit der Nachfolge-Serie „New Prince of Tennis“ angefangen hat und die Reihe munter fortsetzt. Leider wird diese es wohl nie zu uns schaffen…. echt schade aber man kann ja nicht alles haben. Sport-Manga gehen hier in Deutschland halt nicht…

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt an der Serie ist in meinen Augen das alter der Charaktere. Wenn ich bedenke das Ryouma 12 und die „ältesten“ 15/16 sind, kann ich teilweise nur lachen… das ist so absurd und macht einfach keinen Sinn. Klar lief der Manga im Jump und sollte damit die Zielgruppe Shounen also Jungs ansprechen, aber hätte es denn geschadet das Szenario einfach mal 3 Jahre nach hinten an die Oberschule zu verlagern? Dann wäre es eindeutig „logischer“ aber so wirkt es stellenweise einfach absurd. Ich habe mit mir persönlich beim Lesen ausgemacht, alle Charaktere einfach 3 Jahre älter zu machen und dann hat das schon gepasst! Seufz..

Eigentlich könnte ich noch viel mehr hierzu schreiben, aber dann müsste ich stellenweise einfach Spoilern und ich will wirklich niemandem den Spaß an der Serie nehmen! Der Manga macht unglaublichen Spaß und ließt sich superflüssig, was ihn nur noch besser macht. Wer also mal lust auf etwas neues hat, denn bitte ich innigst hier einfach mal rein zu lesen… Vielleicht sind die ganzen Bishi´s ja auch ein Ansporn für die Mädels unter euch?

Zusammengefasst ist es ein großartiger Sport-Manga, der mit abwechslungsreichen Handlungsbögen, meist unvorhersehbaren Matchen coolen Charakteren und atemberaubenden Techniken absolut überzeugt! Von mir gibt es hier 10 von 10 Twist-Aufschlägen.

Euer

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