Spiel Review: The Lost Child

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 5 Minuten.

Da ich schon immer ein Kind der Konsolen Rollenspiele und daher auch vorrangig der östlichen Rollenspiele war, sind westliche RPG leider nie so recht an mich gegangen. Daher war ich auch immer eher der Open-World/Map-Typ und nicht so recht der Dungeon Crawling Typ. Erst als ich den ersten Etrian Odyssey Teil gespielt hatte, fand ich einen gewissen Charm darin. Auch wenn dieser eher sehr maginal war. Seit dem habe ich einige gespielt und mag die Mechanik immer lieber.

Als NISA dann The Lost Child ankündigte war ich durchaus interessiert. Das Charakter Design war cool und auch die Rundenbasierten Kämpfe (die ich so mag) waren schon mal ein großer Pluspunkt. Das es dann auch noch eine Lovecraftian Thematik hat, hat mich dann vollends überzeugt und ich war super glücklich, das uns NIS America dann auch noch einen Produkt-Key zur Verfügung gestellt hat. Vielen dank also für das bereitstellen des Review Keys für die PS4 und viel Spaß mit meiner Review.

Als Reporter für das Okkultismus Magazin LOST untersucht der junge Reporter Hayato allerhand mysteriöse Ereignisse und Erscheinungen die ihm zugetragen werden. Da es zur Zeit in Tokyo allerhand unerklärliches gibt, ist er viel unterwegs. Doch sein Leben veränderte sich urplötzlich als er einem Gerücht mit der U-Bahn nachgeht. Am Gleis in Shinjuku soll es eine Darme im Rosanen Pulli geben, die Leute aufs Gleis schubst.

Als Hayato sich für Nachforschungen dort umsieht, passiert ihm genau diese Szene, allerdings wird er gerettet und die junge Frau drückt ihm einen Koffer in die Hand bevor sie spurlos verschwindet. Kurze Zeit später taucht der Engel Lua auf und erklärt Hayato, das er der Auserwählte ist und sich nun mitten im Krieg zwischen Himmel und Hölle befindet. Um die Menschenwelt zu retten muss er eine gewisse Anzahl „Großer Alter“ besiegen und so wieder das Gleichgewicht herstellen. Um jenen auf die Spur zu kommen eignet sich sein Beruf hervorragend und so macht sich der Reporter zusammen mit dem Engel auf den Weg in ein ungewisses Abenteuer welches nichts geringeres als das Ende der Welt herbeiführen könnte…

   

Wie oben schon erwähnt, handelt es sich hier um ein Dungencrawler RPG, mit einer Lovecraftian Thematik. Ich finde es absolut großartig, in diesem Spiel gegen Cuthulu, den König in Gelb und all die anderen großen Alten antreten zu können, ohne das ihr erwachen gleich das Ende der Welt bedeutet, wie es in anderen versoftungen rund um Lovecraft meist der Fall ist. Mit solch einem Setting kann das Spiel doch nur absolut überzeugen oder? Leider nicht zwangsläufig, denn die Story des Auserwählten Weltenretters ist auch hier leider keine große Innovation und hat mich stellenweise sogar gelangweilt/verwirrt.

Denn zwischen den Kapiteln hat man kurze Szenen eines Beobachters, die erst im späteren Spielverlauf mehr Sinn ergeben und zu Beginn einfach unglaublich seltsam sind. Echt schade, denn eigentlich müsste das Spiel hier kein Rad neu erfinden. Denn der kleine Bonus im Setting, dass unser Hauptcharakter Reporter eines Okkultismus Magazins ist, ist unglaublich schlau gewählt. So kommen immer wieder kleine Investigationen auf, bei denen es Spaß macht ein paar Nachforschungen an zu stellen um zu erfahren was den hinter den „Mythen“ und Gerüchten wohl so steckt.

Dagegen wirkt die Hauptstory mit seinem sich wiederholenden Ablauf irgendwie etwas Matt. Vor allem weil der Konflikt zwischen Himmel und Hölle zwar Thematisiert, durch Lua aber leider viel zu Energisch in eine Richtung gedrückt wird. Leider ist sie auch einer meiner unbeliebtesten Charaktere. Da waren viele der Nebendarsteller und auch ihre Schwester für mich deutlich interessanter.

Das man vom Look und der Optik dem ganzen eine Ähnlichkeit zu den Shin Megami Tensei Spielen nicht absprechen kann, sollte wohl direkt klar sein. Allerdings könnten sie dahingehend eigentlich nicht weniger miteinander zu tun haben. Denn ähnlich wie die SMT Spiele kämpft man zwar mit Dämonen (und Engeln … und anderem) aber letztendlich ist es eher eine Pokemon-esque Fangmechanik, die einem hier volle Team-Gestalltung lässt.

Leider gibt es EXP aber nur in Form von Karma-Punkten, die in Gut, Böse und Neutral unterteilt sind. Will man nun eins seiner Wesen verstärken, sollte man am besten das zugehörige Karma nutzen um den bestmöglichen Effekt zu erzielen. Allerdings kann man auch die anderen Arten nutzen, diese geben aber deutlich weniger Punkte. Haben diese dann ihr Level-cap erreicht, kann man sie auch „Weiterentwickeln“, was wiederum in die meisten Fällen leider nur eine andere Farbversion mit leichten Look-Anpassungen ist. Ist ein Goblin vorher Grün, ist er danach Rot und hat ein Messer statt einer Keule … oder so in der Art.

Die Kämpfe selbst sind dann wiederum gute alte Rundenbasierte Kämpfe, zu denen eigentlich relativ wenig zu sagen ist. Klar hat dieses Spiel den ein oder anderen Twist, der die Kämpfe etwas individualisiert, der markanteste Punkt dürfte aber der Auto-Kampf sein, bei dem deine Gruppe die zuletzt genutzte Aktion wiederholt. Das kann gerade beim Grinden echt hilfreich sein 😉 Auch die Mechanik das die Charaktere unter (unbekannten) Bedingungen neue Skills lernen können, war cool und interessant, wenn auch etwas verwirrend, wenn dann hier und da warum auch immer ein Skill hochgepopt ist.

Davon mal abgesehen macht die Dungeoncrawler Mechanik hier alleine deshalb so großen Spaß, weil sie auch ein gewisses Gimmick für ganz Faule bietet, denn wer keine Lust darauf hat bereits gelaufene Wege erneut zu bestreiten, kann den integrierten Autopiloten einsetzen. Man öffnet also die Karte, wählt den gewünschten Punkt X aus und ein paar Sekunden später ist man am gewünschten Ort.

Klar könnte man hier nun argumentieren, dass es ja ein wenig gegen die eigentliche Mechanik der Dungeoncrawler fungiert, mir hat das aber super gefallen, da man in machen Leveln durch Fallgruben eine Etage tiefer fällt und dann wieder hoch muss wenn man weiter will. Da ist solch ein Autopilot wirklich eine Genugtuung.

Grafisch ist das Spiel natürlich kein Meilenstein, aber ich denke die meisten von uns die solche Spiele spielen, erwarten genau das auch nicht von solchen spielen. Daher sehe ich hier eigentlich wirklich garkein Grund zu meckern. Die Charakter- und Monster-Designs sind dafür echt gut gelungen und auch der Soundtrack hat mich zu keiner Zeit genervt.

Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, war der Grind-Dungeon in dem man unheimlich gut level konnte und auch schon relativ früh an starke Monster heran kam, natürlich sofern man die Mechanik frei geschaltet hat. Denn um Engel und anderes zu fangen muss die Auserwähltenwaffe upgegraded werden… Ich war echt genervt als ich cool designte Engel vor mir hatte und sie nicht fangen konnte, da ich dazu noch nicht in der Lage war.

Ich hatte an dem Spiel unglaublich viel Spaß und kann es somit nur empfehlen. Wer gefallen an den guten alten Pokemon-spielen hatte und hier eine etwas erwachsenere „alternative“ mit Monstern und Engeln sucht, der hat hier auf jeden Fall genau das Richtige Spiel vor sich. Selbiges gilt natürlich auch für alle Lovecraft-Fans, für die das Setting nicht unbedingt etwas mit Horror zu tun haben muss.

Dahingehend war The Lost Child ein echt interessantes und spannendes Spiel, mit coolen Charakter-Designs und einer guten und benutzerfreundlichen Spielmechanik. Ich persönlich würde jetzt nach dem ich es auf der Konsole gespielt habe die Handheld-Variante vorziehen, da ich denke das es für Unterwegs genau das richtige Spiel ist! Von mir bekommt das Spiel somit 7 von 10 Kämpfe zwischen Himmel und Hölle.

Euer


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