Manga Review: Letter Bee

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Ich liebäugle schon eine ganze Weile mit dem Manga Letter Bee. Vor einiger Zeit hatten wir es und dann als Priorität gesetzt, den Manga in unserer Sammlung zu vervollständigen. Dabei hat uns vor allem die liebe Iira sehr geholfen. Denn einige Bänd sind bereits schwer zu bekommen. Um zu feiern, dass wir den Manga endlich vollständigen haben, haben wir am 1. Oktober ein gemeinsames Lese-Projekt gestartet und den Manga zu dritt gelesen: Iira, Fuma und ich. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich leider etwas länger zum Lesen gebraucht, aber vor kurzem habe auch ich den Manga mit 20 Bänden endlich beendet. Und was soll ich sagen? Lest es am Besten selbst in meiner Review.

In Amberground herrscht ewige Nacht. Einzig über der Hauptstadt Akatsuki scheint eine künstliche Sonne. Je weiter weg die Städte von der Hauptstadt sind, umso dunkler und trister ist es dort und umso schlimmer sind die Umstände dort zu leben. Entsprechend gehören diese Städte auch zu den ärmeren Gebieten. Über die ganze Welt verteilt gibt es jedoch ein System von der Regierung: die Letter Bees sind Briefträger und tragen Briefe im ganzen Land von einer Stadt zur nächsten und stellen so eine Verbindung her. Für normale Bewohner ist es sehr schwer in eine andere Stadt zu gelangen, da Ungeheuer in der Wildnis warten und gierig auf Herzen warten. Denn nicht nur Menschen sind für diese Gaichu ein Leckerbissen, sondern auch die Briefe, mit denen Menschen ihre Herzen übermitteln. Die Bees haben somit eine Ehrenvolle Aufgabe, die Herzen der Menschen unbeschadet durch die Welt zu tragen.

   

Es ist unfassbar schwer, zu Letter Bee etwas zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Ich wage mich dennoch dieser Herausforderung. Weil der Manga so dermaßen toll ist, dass ich euch einfach davon erzählen muss! Ich selbst habe Lust auf die Story bekommen, als Fuma mir davon erzählt hat. Er hatte mit dem Manga nämlich schon mal angefangen, kam aber nicht so weit und wollte ihn daher eh von vorne nochmal anfangen, da kam das gemeinsam Lesen ja gerade recht.

Bereits der erste Band hat mich völlig verzaubert. Und er hat mich völlig geplättet und erstaunt. Am Anfang begleiten wir Goos Suede. Er ist ein waschechter Letter Bee und mit seinem Dingo unterwegs, er soll einen Brief abholen. Er stellt jedoch schnell fest, dass es sich hierbei nicht direkt um einen Brief handelt. Das, was er von einem Standort zum nächsten befördern soll ist… ein kleiner Junge. Er ist vollständig als Brief frankiert und somit nimmt Goos den Auftrag an. Die beiden verbringen viel Zeit zusammen auf dem weiten Weg zum Ziel. Der Junge heißt Lag Seeing. Er jammert und weint, weil seine Mutter entführt wurde und in die Hauptstadt verschleppt wurde. Kurz vor ihrem Verschwinden hat sie ihren Sohn noch frankiert. Somit hatte Goos die Aufgabe, ihn zu seiner Pflegemutter zu bringen. Für Goos war dies ein Geschäft, es war seine Arbeit.

Und allein die Zeit, die die beiden miteinander verbracht haben, war richtig schön! Ich habe die Welt kennengelernt, ich habe Goos in Action gesehen, wie er gegen Gaichus kämpfen musste. Ich konnte genau mitansehen, wie seine Waffe funktioniert, Goos hat generell die Welt erklärt und uns Zuschauer an die Hand genommen. Ich habe mich somit von Anfang an gut aufgehoben gefühlt. Und das empfand ich als wunderschön. So toll, dass ich mich sogar da schon gefreut habe, dass der Manga 20 Bände hat.

Und dann kam das, womit ich niemals gerechnet habe. Eine Warnung an dieser Stelle: auch, wenn das, worüber ich im nächsten Abschnitt schreibe, von vielen noch als Storybeschreibung angesehen wird, empfinde ich es als Spoiler. Wer also jetzt schon das Werk interessant findet und überzeugt ist, dass er es lesen möchte, der sollte diese Review nicht weiterlesen. Wer aber jetzt schon grob wissen möchte, worum es in den anderen 19 Bänden geht und wieso man den Manga unbedingt lesen soll, der sollte unbedingt weiterlesen und sich weiter verzaubern lassen. Die Geschichte und Geschehnisse an sich werde ich hier nicht spoilern, weil das eine Sache ist, die jeder selbst erleben soll meiner Meinung nach. Aber ich höre jetzt mal auf weiter drum herum zu schreiben und komme zum Punkt.

Man denkt vom ersten Band natürlich, dass Goos der Hauptcharakter des Mangas ist. Ist er aber nicht. Der Hauptcharakter ist Lag. Der kleine Lag, der hier als Brief versendet wurde. Es gibt nämlich einen Zeitsprung. Lag wurde von Goos sehr beeindruckt durch die gemeinsamen Erlebnisse und Lag hat sich geschworen, dass er auch ein Letter Bee wird! Wir begleiten Lag dann erst wieder, als er dabei ist, die Ausbildung zum Letter Bee zu beginnen. Auf dem Weg zum Ort, wo er die Prüfung ablegen muss, lernt er jemanden kennen. Es handelt sich hierbei um ein kleines Mädchen, dass Lag in einer Niesche findet. Es ist frankiert. Wie er damals, als Goos ihn eingesammelt hat. Er kann das Mädchen einfach nicht dort zurück lassen und nimmt sie mit.

Und das war grob erzählt der Anfang von Letter Bee. So lernen sich die Hauptcharaktere Lag und Nische kennen. Es sind beides einfach wundervolle Charaktere. Lag ist sehr sensibel und feinfühlig, er weint viel und ist nah am Wasser gebaut. Aber er hat unfassbar viel Verständnis und genau das sind die Dinge, die ihn auf seinem Weg begleiten, ein Letter Bee zu werden. Er lernt unfassbar viele Menschen kennen auf seinem Weg und berührt die Herzen der Menschen, die ihm begegnen. Auch, wenn er und Nische mich hier und da auch mal genervt haben über die 20 Bände, habe ich unterm Strich dennoch eine wahnsinnig tiefe Bindung zu ihnen aufgebaut. Und deshalb konnte ich den Manga auch die letzten paar Bände nicht aus der Hand legen und habe sie in einem Ruck durchgelesen.

   

Wie Mia ja oben schon schrieb, habe ich vor langer Zeit, als der Manga noch frisch und weit vom deutschen Markt entfernt, das ganze angefangen. Bereits nach wenigen Kapiteln hatte der Manga mich, da es aber nur eine Hand voll Kapitel gab und das ganze monatlich erschien, war ich schnell aktuell und verlor ihn umso schneller aus den Augen. Die 45-60 Seiten Kapitel waren dann doch zu viel Input für eine monatliche Serie. Also fing ich damals den Anime an, den ich aber auch aus irgendwelchen Gründen aufgehört hatte. Erst als er hier in Deutschland erschien, glimmte ein neuer Schimmer auf… und erlosch genauso schnell. Ich bin Iira für das Leseprojekt echt dankbar, da ich die Serie so wenigstens endlich lesen konnte!

Dabei finde ich das Setting des Briefträgers unglaublich interessant gewählt und erfrischend. Gerade der Anfang der Serie setzt hier noch mit viel viel Herz diese ungewöhnliche Beschäftigung um. Da das Setting auf gewisse Weise aber schon das ein oder andere erahnen ließ, war ich anfangs nicht ganz so überrascht, das die Serie noch einen etwas anderen Weg einschlagen würde. Das sich das ganze aber so drastisch ändern würde hätte ich wirklich nicht erwartet. Dabei spielt die Serie aber auch sehr stark mit dem Thema “Verlust” und setzt das ganze hervorragend um.

Zusammengefasst muss ich sagen, dass mir die Story unglaublich gut gefallen hat. Das Pacing ist echt super und die Charaktere allesamt recht interessant. Das Setting und die Locations waren unglaublich schön gestaltet und der Manga weiß durchaus zu überraschen. Mit 20 Bänden auf jeden Fall ein absolut gelungenes Werk mit einem ziemlich zufriedenstellendem Ende. Absolut empfehlenswert!

Dieser Manga nimmt einen mit auf die Reise in dieses äußerst seltsame Land. In diese verquere Welt, wo man nicht weiß, ob einen der Gang zum nächsten Dorf das Leben kostet oder nicht. Eine Welt, wo man kein Internet hat und noch auf altmodische Weise miteinander kommuniziert und einem in seinen Briefen mitteilt, was man fühlt. Wir lernen in diesem Manga so viele Menschen kennen und so viele Geschichten werden erzählt. Kurzgeschichten, die von einer wahnsinnig tollen Rahmenhandlung begleitet werden, die einen einfach nur verzaubern und das eigene Herz berühren! Und genau das hat der Mangaka Hiroyuki Asada so wahnsinnig interessant und genial gestaltet, dass man diesen Manga einfach lieben muss! Es geht um die Herzen der Menschen und mein Herz hat er mit seiner Geschichte und seinen Charakteren definitiv tief berührt. Von mir bekommt der Manga 9 von 10 in Briefen versendete Herzen!

Eure

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Mia

Hallo ihr lieben. Mein Name ist Mia und ich bin 25 Jahre alt. Ich liebe Animes und Mangas über alles, bin aber auch ein absoluter Film- und Serienjunkie oder lasse meinen Abend auch gerne mit zocken ausklingen und habe auch nichts gegen ein gutes Buch am Wochenende.

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