[Gastbeitrag] Serien Review: The Vampire Diaries

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 5 Minuten.

The Vampire Diaries

Hi liebe Leser. Ich bin Julian und freue mich Heute mal einen Gastbeitrag für euch schreiben zu dürfen. Seit ein paar Jahren berichte ich auf meiner Website und meinem Youtube-Kanal “GenkinoDE” über Anime, Manga, Videospiele, Serien und Japan.

Finden könnt ihr mich natürlich auch auf Twitter und Deviantart, wo ich meine Illustrationen vorstelle. Gerne dürft ihr mich auch überall kontaktieren. Ich schreibe 100% zurück:)

Als Kind war ich immer fasziniert von Vampiren, Werwölfen und anderen Mythen. Doch die Twilight Filme verursachten bei mir über die Jahre eine regelrechte Abneigung gegenüber den bluthungrigen Horrorfiguren. Mit diesem Text möchte ich euch daher mal erzählen wie The Vampire Diaries mein altes Interesse an Vampir- Geschichten wiederaufleben lassen und mich mit jeder Staffel mehr in ihren Bann ziehen konnte.

Im beschaulichen Ort Mystic Falls lebt die 16-Jährige Elena Gilbert, die eines Tages mit einem neuen Mitschüler Bekanntschaft macht. Der grüblerische und verschlossene Stefan Salvatore weckt natürlich sofort ihre Aufmerksamkeit. Doch was das junge Mädchen nicht ahnt – Stefan ist ein jahrhundertealter Vampir, der sich jedoch schon seit Jahrzehnten von Tierblut ernährt. Zeitgleich mit ihm taucht allerdings auch sein Bruder Damon in Mystic Falls auf und zieht eine blutige Spur hinter sich her. Denn Damon ist ein narzisstischer und blutgieriger Vampir, der Spaß am Morden hat. Doch weshalb taucht Damon so urplötzlich wieder auf der Bildfläche auf?

Ich sollte ehrlich sein. The Vampire Diaries hatte ich gedanklich schon in die “Ist-Liebes- Blabla-Brauchste-Nicht-Gucken” Schublade abgeschoben. Schuld daran war nicht nur Twilight, sondern auch die ungünstige Beschreibung der Serie. Wenn eine Geschichte nämlich mit den Worten “Wird Elena vom attraktiven, geheimnisvollen neuen Schüler Stefan Salvatore angezogen” beschrieben wird, läuten bei mir die Alarmglocken. Bloß weit weg, in die Mülltonne der zahlreichen Vampir- Lovestorys! – Irgendwann war ich aber doch neugierig. Wurde mir die Serie doch ständig bei Netflix und Amazon Prime vorgeschlagen. Also habe ich mal einen Blick riskiert und war bald ziemlich gefesselt. Nicht gleich zu Beginn. Nein! Denn The Vampire Diaries zieht sich anfangs wie Kaugummi und erzählte ein eintöniges Liebes- Dreieck mit Vampiren. Hat da jemand Twilight gesagt? Doch mit der Zeit groovt sich die Geschichte sehr geschickt ein und entwickelt eine spannende Vampir- Saga mit zahlreichen Mythen. Der entscheidende Grundtenor wandelt sich im Laufe der Geschichte vom Twilight- Klon zum mitreißenden Drama, das teilweise sogar sehr düster und brutal verpackt wird. Mit jeder Season nehmen die Splatter- Szenen zu. Dann sind auch abgetrennte Köpfe, Nägel in Körpern, Herz aus der Brust reißen und Bleistifte in den Händen als Foltermethoden an der Tagesordnung. Nur, um mal aufzuzeigen wie weit sich The Vampire Diaries inszenatorisch von Twilight verabschiedet. Dazu gesellt sich eine Geschichte, die den Mythos Vampir sehr spannend einfängt und auch Hexen, Werwölfe, Geister, Hybriden, Sirenen und andere übernatürlichen Wesen thematisiert. Zeitweise erinnern die thematisch angehauchten Episoden schon fast an Supernatural mit ihren Monster of the Week Konzept. Nur leicht abgewandelt und entschärft. Darüber hinaus wartet die Serie auch mit netten Twists auf und lockt in jeder Season mit einer neuen Storyline, die geschickt mit der vorherigen verbunden wird. Zumal zwischendurch auch die Gesinnungen der Charaktere wechseln und Beweggründe durch Rückblicke erläutert werden. Denn was The Vampire Diaries ziemlich gut beherrscht, ist Charakter-Entwicklung. Mit der “Augustin-Vampir” Storyline (Echt makaber) wird zum Beispiel die Figur des Enzo in die Geschichte eingebunden, der zwar öfters mal ein schwer zu begreifender Charakter ist, aber zum Abschluss der letzten Staffel ein echter Sympathieträger wird. Am spannendsten ist aber wohl die Entwicklung von Matt Donovan, der anfangs noch ein ziemlich hoffnungsvoller Kerl ist und mit allen Mitteln versucht seine Freunde zu schützen. Später ist er nur noch ein verbitterter Mensch, der versucht irgendwie Fuß in dieser blutrünstigen Welt zu fassen. Das macht The Vampire Diaries für mich so unfassbar spannend, denn was ich in Serien gerne mag, sind Charaktere, die nicht einfach nur stur dem Heldenbild folgen. Mit jeder Season weicht The Vampire Diaries dadurch auch weiter vom anfänglichen Teenie- Drama ab und erzählt schon bald eine klassische, sehr düstere Mystery-Story mit Drama Elementen. Spätestens mit Season 6 und Season 7 sind die alten Teenie- Elemente dann komplett verflogen. Man könnte also sagen – The Vampire Diaries entwickelt sich mit ihren Figuren. Je älter die Helden werden, desto mehr verlässt man klassisches Teenie- Territorium. Die “erwachsenste” Season ist deshalb wohl auch Season 8, die gleichzeitig auch das Ende markiert. Auch visuell steigert sich die Serie zunehmend. Sind die Effekte anfangs noch sehr plump, wird das Qualitätsniveau stetig höher. Geschichtlich dürften aber wohl Season 3 bis Season 5 am stärksten sein, während Season 6 bis Season 8 die düstersten und erwachsensten Storys bieten. Alles in Allem hat The Vampire Diaries damit also einen guten Mix für jeden Zuschauertyp. Und selbst wenn die Geschichte doch mal qualitativ schwankt und in eine bedenklich blöde Ecke rutscht, sorgt eine Figur trotzdem für einen hohen Unterhaltungswert: >Damon Salvatore, gespielt von Ian Sommerhalder, der seiner Figur einfach unglaublich viel Substanz verleiht. Trotz seiner abscheulichen Taten, ist der charismatische Bösewicht nämlich einfach viel zu komplex, um ihn nicht zu mögen. Zumal auch seine Onliner bzw. flapsigen Sprüche immer wieder zum Schmunzeln einladen. Damon Salvatore ist unbestreitbar der coolste Charakter in The Vampire Diaries und hält auch allgemein in der TV- Landschaft die Fahne weit nach oben. Die deutsche Synchronisation um Tommy Morgenstern und Co. ist übrigens auch fantastisch und wird Damon’s Rolle mehr als gerecht.

The Vampire Diaries ist dramatisch, lustig, emotional, zeitweise auch romantisch, aber stets spannend. Solltet ihr nach meinem Gastbeitrag also nun Interesse an der Serie haben, so urteilt bitte nicht schon nach den ersten Episoden. TVD braucht seine Zeit, um sich zu entfalten. Ich würde sogar behaupten, dass es am besten wäre die erste Staffel komplett zu überspringen. Da sich die Serie mit jeder Season verbessert, ich ziemlich überrascht wurde und Damon eine coole Socke ist, vergebe ich eine hohe persönliche Wertung. Für euch dürft ihr aber auf Grund von Season 1 und einigen Schwächen im Storytelling gerne 2-3 Herzen abziehen. Ach, und solltet ihr euch über den Namen wundern – In The Vampire Diaries werden tatsächlich noch Tagebücher geschrieben. Coole Sache, oder? Wertung: 9 von 10


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Diese Rezension spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und nicht die von House of Animanga.

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