[Gastbeitrag] Buch Review: Regenwildnis-Saga

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 5 Minuten.

Regenwildnis-Saga

Hallo! Hier schreibt für euch eure Shiny, ihr kennt mich vielleicht schon vom Animanga-Wichteln. Ich beschäftige mich in meiner Freizeit vor allem mit Serien, Spielen und Büchern und möchte euch heute eine weitere Buch-Trilogie vorstellen.

Diese Reihe, im Englischen bestehend aus vier Bänden, ist die vierte Reihe in einer Sammlung von insgesamt 5 Reihen mit dem englischen Namen ‘Realms of the Elderlings Series’.

Meine Review zur ersten Reihe findet ihr unter Weitseher-Zyklus.

Meine Review zur zweiten Reihe findet ihr unter Die Zauberschiffe.

Meine Review zur dritten Reihe findet ihr unter Das Erbe der Weitseher.

Wieder war ich beim Start dieser Reihe etwas zwiegespalten. Einerseits wollte ich wissen, wie es mit Fitz weiter geht. Andererseits ist die Zauberschiff-Reihe meine Lieblingsreihe und die Regenwildnis-Saga hatte ebenfalls das Potential, wieder etwas ganz besonderes zu werden. Und vielleicht würde ich auch Charaktere aus der Zauberschiff-Reihe wiedersehen.

Auch diese Bücher sind so geschrieben, dass man sie ohne Kenntnisse der vorherigen Bücher lesen kann. Allerdings baut die Geschichte direkt auf den Geschehnissen der Zauberschiff-Reihe auf, daher würde ich empfehlen mindestens diese Reihe vorher zu lesen.

Ich habe diese Bücher in der englischen Originalsprache gelesen und werde mich bei Namen an diese Sprache halten. Von dieser Reihe wurden 2012 nämlich nur die ersten zwei Bände ins Deutsche übersetzt. Wieso die Übersetzung danach eingestellt wurde, weiss ich nicht. Seit August 2017 kümmert sich der  Penhaligon Verlag um die Robin Hobb Bücher. Dabei haben sie die Zauberschiffe allerdings ausgelassen. Sie scheinen sich auf die Fitz-Trilogien zu konzentrieren, daher kann es sein, dass sich auch die Regenwildnis-Saga auslassen werden.

WICHTIG: In dieser Review werden Geschehnisse der Zauberschiff-Reihe erwähnt, wenn ihr ihr also noch vorhabt, diese Reihe zu lesen und euch vollständig überraschen zu lassen, dann empfehle ich euch, diese Review erst später zu lesen.

In der Regenwildnis-Saga wird die Geschichte, wie in der Zauberschiff-Reihe, aus der dritten Person erzählt und behandelt die Schicksale unterschiedlicher Menschen. Im Fokus stehen dabei Thymara, eine junge Frau aus der Regenwildnis, Alise, eine Händlerstochter aus Bingtown, Leftrin, einem Kapitän eines ganz besonderen Schiffes und Sintara, einer Drachendame.

Nach den Geschehnissen in der Zauberschiff-Reihe schlüpfen Sintara und einige andere Drachen in Cassarik, einem Ort in der Regenwildnis, aus ihren Kokons. Sie alle waren nicht lange genug in den Kokons und kamen generell zu spät und zu alt zu der Brutstätte, und so sind die Drachen alle missformt, mit zu kurzen oder zu kleinen Flügeln, Beinen und anderen Gliedmassen. Sie können sich nicht selbst versorgen und sind auf die Menschen der Regenwildnis angewiesen. Nur wenige der geschlüpften Drachen überleben. Die Menschen haben dennoch zunehmend Probleme, genug Futter für die wachsenden Drachen zu finden. Und die Drachen sind zunehmend unzufrieden mit ihrem ‘Leben’, welches nur aus dahinvegetieren im Schlamm besteht. Die Drachen fordern, dass die Menschen sie nach Kelsingra bringen. Kelsingra ist eine alte, magische Stadt, in der Drachen zu früheren Zeiten gemeinsam mit den Elderlingen gelebt haben. Sie erhoffen, dass sie dort genug Futter und eine Lösung für ihre Unförmigkeit finden.

Die Bewohner der Regenwildnis sehen in dieser Forderung mehr als nur eine Chance – Sie können nicht nur die Drachen loswerden, sondern senden als Drachenhüter stark durch die Regenwildnis missformte junge Männer und Frauen mit, die in der Gesellschaft ohnehin keinen richtigen Platz haben. Weder die Drachen noch ihre Hüter würden von der Mehrheit der Bewohner vermisst werden, falls sie es nicht schaffen würden.

Zur Zeit des Aufbruchs befindet sich Alise, welche sich schon immer sehr für Drachen interessiert hat, in Cassarik und beschliesst, sich der Expedition anzuschliessen. Käptain Leftrin stellt sein Schiff und seine Crew zur Verfügung, um die Hüter, die Drachen und Alise nach Kelsingra zu bringen – Falls Kelsingra überhaupt noch existiert. Eine lange Reise beginnt. Doch sie ist nicht ohne Gefahren, denn der Herzog von Chalced liegt im Sterben und man sagt, dass Drachenteile (Wie zum Beispiel Zähne, Schuppen, Krallen, Blut und natürlich vor allem auch innere Organe wie das Herz) magische, heilende Wirkungen haben…

Bereits das erste Buch hat sich etwas gezogen, insgesamt hat die Reihe aber nicht mehr Seiten als die anderen Reihen, sie sind nur auf vier statt drei Bücher verteilt. Im ersten Band wird der Grundstein für den Rest der Reihe gelegt. Ich hatte etwas befürchtet, dass die Reise nach Kelsingra sich über den Grossteil der vier Bücher spannen würde, doch diese Befürchtung hat sich zum Glück nicht bestätigt. Es ist nicht nur eine Reihe über die Reise. Es ist auch eine Reihe darüber, wie sich die Welt verändert, nun, da Drachen sie wieder besiedeln. Eine Reihe über Drachen im speziellen, darüber wie Drachen denken, fühlen und leben. Und eine Reihe über die Vergangenheit der Elderlinge. Alles in allem also eine wichtige Reihe voller Hintergrundinformationen, die die Welt von Fitz und Co. noch eine Schicht tiefer und lebendiger erscheinen lässt. Ausserdem wird die Basis für das grosse Finale der Serie gelegt und wir treffen auch einige der Charaktere aus der Zauberschiff-Reihe wieder.

Die Charaktere sind erneut sehr gut geschrieben, auch wenn ein genialer Antagonist wie Kennit fehlt. Die Antagonisten dieser Reihe sind nicht besonders aufgefallen, das ist aber nicht weiter schlimm. Die anderen Charaktere sind alle wieder sehr realistisch und man kann sich gut in sie einfühlen. Das Einzige, was mich etwas gestört hat, war das Liebesdreieck rund um Thymara, wohl auch, weil ich keine der beiden Optionen besonders toll find. Das hätte man von mir aus auch sehr gerne weglassen können – generell hätte man einiges etwas kürzen können. Das ist wohl mein Hauptkritikpunkt an der Reihe. Sie ist sehr interessant und gut geschrieben, aber man hätte die Geschichte auch auf weniger Seiten erzählen können, sie zieht sich teilweise etwas. Das Ende hingegen war sehr schnell erzählt und hätte man etwas besser, langsamer aufbauen können.

Besonders schön fand ich, dass zum ersten Mal in der Serie bewusst eine LGBT Beziehung zustande kommt, davon gibt es in der heutigen Literatur leider immer noch viel zu wenige. Diese Storyline war defintiv eine meiner liebsten in der Regenwildnis-Saga und ist auch eine meiner liebsten in der ganzen Serie.

Aus meiner Sicht ist die Regenwildnis-Saga die Schwächste der 5 Reihen dieser Welt. Einiges an ihr hat mich gestört und ich war ausnahmsweise auch nicht traurig, als sie zuende war. Trotzdem sind die Bücher ein wichtiges Puzzleteil im grossen Ganzen und ich bin froh, dass ich sie gelesen habe.

Ich gebe der Regenwildnis-Saga 7 von 10 Drachen.


Diese Rezension spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und nicht die von House of Animanga.

Unterstütze uns durch das Teilen dieses Beitrags.
Loading Likes...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere