Anime Movie Review: Jungle Emperor Leo

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 5 Minuten.

Jungle Emperor Leo

In meiner frühen Kindheit dürfte Disney´s „Der König der Löwen“ wohl einer der prägensten Filme für mich gewesen sein. Auch heute noch sehe ich den Film immer wieder gerne und er dürfte neben Aladdin und Herkules auch mein absoluter Favorit der „alten“ Disney Filme sein. Ich habe hier sogar die extrem Coole Amazon Special Edition aus Holz stehen, die alle 3 Filme als Bluray enthält.

Natürlich habe ich im Laufe der Jahre auch von der Kontroverse rund um Osamu Tezuka´s Kimba und dem König der Löwen mitbekommen und dadurch auch ein gewisses Interesse an der Geschichte des Vaters der Manga entwickelt. Für die Serie mit ihren zig Folgen fehlte mir aber schlichtweg die Motivation. Umso erfreulicher war es dann für mich, dass Nipponart den Film ankündigte und uns diesen dann auch freundlicherweise zur Verfügung stellte. Viel Spaß also mit meiner Meinung zu „Jungle Emperor Leo“

© 1997 Tezuka Productions/Shochiku/Jungle Emperor Leo Committee

Mit der Geburt von Leo (Kimba) und Lyre´s Kindern: Lune und Lukio brach eine neue Zeit für den Dschungel an. Doch diese sollte je von dem eintreffen einiger gieriger Menschen gestört werden. Der Jäger Ham Egg hatte ein Fragment eines sagenumwobenen Kristalls im Dschungel gefunden und wollte dieses in der Stadt zu schnellem Geld machen. Da der Kristall eine schier unermessliche Energiequelle darstellte, wurde ihm eine Expedition zur Seite gestellt, mit deren Hilfe er den Hauptteil des Kristalls finden sollte.

Da Ham Egg aber lediglich das Geld sah, welches ihm geboten wurde, machte er keine Rücksicht auf Verluste und verhielt sich sprichwörtlich wie die Axt im Walde. Durch seine Handlungen wurde das Ökosystem stark in Mitleidenschaft gezogen und eine tödliche Krankheit brach unter Leo´s Gefolgsleuten aus. Zusammen mit dem Naturwissenschaftler Dr. Moustache und dessen Assistent Ramune stellt sich Leo der Gefahr die seinem Dschungel droht und begibt sich auf sein letztes großes Abenteuer.

© 1997 Tezuka Productions/Shochiku/Jungle Emperor Leo Committee

   

Was man wohl zu aller erst sagen sollte, um nicht genauso verwirrt zu sein wie ich, ist wohl die Sache, das es hier keineswegs um eine Kino Adaption der Kimba Serie oder eher dessen Anfang ist und damit auch keine „alte Version“ der König der Löwen Story. Dieser Film ist eine Adaption des Kimba-Franchise, die sich mit der 2. Hälfte der alten Serie beschäftigt und mit der Geburt von Kimba oder auch Leo´s Kindern beginnt. Damit wurde meine Erwartungshaltung bereits direkt am Anfang leicht gedämpft, denn ich persönlich hatte eigentlich genau das erwartet. Ebene ein japanisches König der Löwen, welches als (sehr offensichtliche) Vorlage fungierte.

Ebenfalls fand ich es unglaublich interessant, wie viel Fokus der Film doch auch auf die Menschen die darin vor kommen legt. Gerade zu Beginn dachte ich das Ham Egg hier der Hauptcharakter sei und nicht etwa Leo selbst. Vom Storytelling-Standpunkt nicht die schlechteste Idee, aber diese hat an einer ganz anderen Stelle versagt. Denn der Film wirkte leider Stellenweise überladen, da man versuchte 2 Geschichten gleichzeitig zu erzählen und bei der einen damit komplett versagt hat. Denn neben der „Jagd“ auf den sagenumwobenen Diamanten, auf dessen Fokus der Film auch lag, gab es eine Storyline rund um Lune, den Sohn von Leo und seinem Abenteuer in der Menschenwelt bzw. im Zirkus. Diese war in meinen Augen leider sowohl uninteressant, wie auch belanglos und hat der Hauptgeschichte einfach nur Zeit zum entfalten genommen. Abgesehen davon natürlich das die Handlungen dieses Strangs total unnötig waren.

Vielleicht hätte es dem Film durchaus besser getan, wenn man lediglich die Jagd nach dem Diamanten erzählt hätte. Diese wär durch unterschiedlichste Settings und Locations auch sehr abwechslungsreich und gefährlich für die Menschen. Wobei der ein oder andere Ort schon fast etwas fragwürdig für eine Bergbesteigung war. Wie viel Duschungel-Moor-Wüste-Eislandschaft Berge habt ihr schon gesehen? Ich nicht so viele. Aber es ging hier ja um das Abenteuer und den beschwerlichen Weg den es zu meistern gilt um an den Schatz zu kommen.

Leider gefiel es mir auch nicht so gut, wie extrem Leo hier im Hintergrund agierte. Denn obwohl er ja der eigentliche Hauptcharakter des ganzen ist, war er zwar anwesend, wirkte auf mich persönlich aber eher wie ein Plotdevice. In meinen Augen war Dr. Moustache und Ham Egg hier eindeutig die Hauptcharaktere, was bei einem Film bei dem es um die Tiere und ganz voran Leo irgendwie falsch wirkt. Dabei empfand ich Ham Egg eigentlich als ziemlich guten Bösewicht. Klar war er verhältnismäßig eindimensional, allerdings war er ungemein böse und nahm keine Rücksicht auf Verluste. Alleine schon nen halben Wald in Flammen zu setzen, sagt ja wohl genug aus…

Animationstechnisch wurde der Film sehr gut nachbearbeitet. Das er mittlerweile gut 20 Jahre auf dem Buckel hat, sieht man lediglich dem Charakterdesign an, ansonsten könnte er potenziell tatsächlich als moderner Streifen durchgehen. Selbiges gilt für die musikalische Untermalung, die sowohl gut unterhalten hat, wie auch eine ganz klare Stärke des Filmes darstellte.

© 1997 Tezuka Productions/Shochiku/Jungle Emperor Leo Committee

   

Um es kurz zu machen: Der Film war gaanz anders, als das, was ich erwartet habe. Allerdings weiß ich auch nicht soo genau, was ich erwartet habe. Vor allem hatte es mich aber Überrascht, dass plötzlich Menschen aufgetaucht sind. Dennoch fand ich es sehr gut gemacht, dass die Tiere die Menschen verstehen konnten und die Tiere untereinander miteinander gesprochen haben, aber die Tiere nicht mit den Menschen sprechen konnten. Das hat dem Film den nötigen Tiefgang gegeben um gerade gegen Ende des Films sehr stark zu überzeugen! Ich war sehr über den Tiefgang überrascht, aber definitiv positiv. Ich will auf jeden Fall mehr von Leo sehen. Ich war übrigens auch sehr erstaunt, dass der Film kaum gealtert ist und das Charakterdesign war schön abwechslungsreich und hatte den Touch von den alten Anime, fand ich super!

© 1997 Tezuka Productions/Shochiku/Jungle Emperor Leo Committee

Grundsätzlich würde ich den Film wohl nicht als schlecht bezeichnen. Man merkt, das sie hier eine deutlich mehr Folgen umspannende Storyline in einen relativ kleinen Zeitraum gepresst haben und hier und dort die ein oder andere Ungereimtheit entsteht oder aber nicht so ganz fertig erzählt wird. Gerade mit der grassierenden Krankheit, die gefühlt den halben Dschungel killt und sich das Problem dann innerhalb von Minuten geklärt hat… da spürt man einfach das hier was fehlt.

Der Film ist eine ganz angenheme Abendunterhaltung und kann durchaus auch von Neulingen im Kimba Franchise problemlos angesehen werden. Ich persönlich würde ihn aber wohl nicht als „Startstein“ ins Franchise empfehlen und eher zur tatsächlichen TV-Serie die ebenfalls bei Nipponart erschienen ist raten. Von mir gibt es an dieser Stelle 6 von 10 Königen des Dschungels.

Eure


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