[Gastbeitrag] Manga Review: Codename Sailor V

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 5 Minuten.

Codename Sailor V

Hallo liebe Leser! Ich heiße Veronika, bin 29 Jahre alt und komme aus Thüringen. Ich bin tatsächlich schon lange ein Anime- und Mangafan. Sailor Moon, Mila Superstar und Lady Oscar haben mich schon als kleines Kind begeistert. Arina Tanemura und Yuu Watase sind wohl Schuld, dass ich mich anschließend in Mangas verliebte. Später sind diese Hobbys in den Hintergrund gerückt. Erst seit einigen Jahren widme ich mich Mangas und Animes wieder vermehrt und versuche einiges nachzuholen. Der Blog „House of Animanga“ ist mir dabei eine große Hilfe. Deshalb bin ich Mia und Fuma sehr dankbar, dass sie mir erneut die Möglichkeit geben, einen Gastbeitrag für diesen Blog schreiben zu dürfen.

Fall ihr Interesse habt, mit mir ins Gespräch zu kommen, findet ihr mich auf Twitter: @Vroenchen_ oder auf Instagram: @verokae .

Wie ich bereits erwähnte, begeisterte mich Sailor Moon schon früh. Die Kriegerinnen für Liebe und Gerechtigkeit gehörten zu meinen Kindheitsidolen. Mädchen die selbst kämpfen und nicht immer gerettet werden müssen, haben mich immer inspiriert. Meine liebste Sailorkriegerin war schon immer Sailor Venus. Aus diesem Grund entschied ich mich für diesen Beitrag die Sailor V-Mangas erneut zu lesen.

Der Manga „Codename Sailor V“ ist ein Prequel zum beliebten Manga „Sailor Moon“. Hauptcharakter ist Minako Aino, ein dreizehnjähriges Mädchen, welches die Inkarnation von Venus, der Göttin der Liebe und Schönheit ist. Als Wiedergeburt dieser Göttin soll Minako gegen das Böse auf der Erde kämpfen. All dies erfährt sie von der weißen Mondkatze Artemis. Er gibt ihr außerdem einen Zauberfüller, mit dem sie sich in Sailor V verwandelt.

Zusammen kämpfen die beiden nun gegen dunkle Kräfte, helfen aber auch ab und an der Polizei, gewöhnliche Verbrecher zu verhaften. Die Polizei ist davon allerdings nicht immer begeistert. Inspektor Toshio Wakagi möchte sie erwischen und demaskieren. Währenddessen möchte seine Vorgesetzte Natsuna Sakurada, Sailor V für die Polizei rekrutieren.

Aber die Polizei ist nicht Minakos größtes Problem. Die Mitglieder der „Dark Agency“ sind die Antagonisten des Mangas. Bei dieser Organisation handelt es sich um eine Untergruppe des „Dark Kingdoms“, sprich Sailor V kämpft bereits vor dem Erwachen von Sailor Moon und den anderen Kämpferinnen gegen diese böse Vereinigung.

Richtig chaotisch wird Minakos Leben aber erst, als ein geheimnisvoller, maskierter Mann namens Saijoh Ace auftaucht.

Sailor Venus muss sich nun vielen Aufgaben ganz allein stellen, da ihre Freundinnen noch nicht erwacht sind. Wird sie das schaffen?

Codename: Sailor V wurde ursprünglich als One-Shot veröffentlicht. Kurz darauf erschienen dann die ersten Kapitel zu Sailor Moon. Erst als diese Serie ein Hit wurde, setzte die Autorin Naoko Takeuchi diesen Manga ebenfalls fort. Es erschienen drei Bände bzw. in der Neuveröffentlichung von 2012 wurden diese zu zwei Bänden zusammengefasst. Die Story an sich ist nicht relevant, um die Serie Sailor Moon zu verstehen. Man erfährt hauptsächlich wie Minako zu Sailor Venus wurde. Zu Beginn des Mangas erfährt sie zwar bereits, wer sie ist, aber erst im letzten Kapitel erinnert sie sich an die Zeit auf dem Mond.

Über die Cameos der anderen Senshi habe ich mich sehr gefreut, da diese Serie so mit der Hauptserie verknüpft wird. Auch die Tatsache dass Minako bereits gegen das Dark Kingdom kämpft, finde ich sehr gut.

Ein weiterer spannender Aspekt ist das Auftreten der Polizei im Manga. Dadurch wirkt die Serie realer. Im Sailor-Moon-Manga sieht man kaum, wie normale Menschen auf die Ereignisse um sie herum reagieren. Durch die Polizei wird hier zu mindestens deutlich, dass sie seltsame Vorkommnisse schon wahrnehmen und auch darauf reagieren wollen.

Etwas seltsam finde ich dagegen Minakos Klassenkameraden und beste Freunde Hikaru und Amano. Abgesehen davon, dass sie im Sailor-Moon-Universum nie wieder erwähnt werden, hat die Zeichnerin sich dazu entschieden, die Charaktere zu recyceln, sprich Hikaru sieht genauso aus wie Sailor Merkur und Amano sieht genauso aus wie Umino, ein Klassenkamerad von Usagi. Ich finde das nicht gut, da die Charaktere alle im gleichen Serien-Universum leben. Als professionelle Zeichnerin hätte Naoko Takeuchi darauf achten können.

Eine andere Kuriosität ist die Figur „Boss“. Es ist nur eine Stimme, die sowohl Artemis als auch Minako Anweisungen gibt. Ist es vielleicht Königin Serenity oder gar Luna? Leider wird es nie geklärt, wer dahinter steckt. Solche Handlungslöcher mag ich gar nicht.

Skeptisch war ich auch als Ace auf der Bildfläche erschien. Der Typ war maskiert und hat mit Karten geworfen, hat mich irgendwie an jemanden erinnert, obwohl ich schon froh war, dass er keine Rosen wirft… . Aber dieser Charakter hat mich positiv überrascht.

Ace und die Frage nach Pflicht versus Liebe sind die interessantesten Aspekte des Mangas. Im Manga Sailor Moon erfahren wir zwar auch, dass Venus und die anderen Prinzessinnen ihrer Planeten sind und einen Palast haben, aber über das Leben auf diesen Planeten oder gar wie die Senshi aufgewachsen sind, erfahren wir nichts. Ace gibt uns einen kleinen Einblick in das Leben auf der Venus. Ich bin auch ehrlich traurig, dass er nie wieder im Sailor-Moon-Universum erwähnt wurde oder gar aufgetaucht ist.

Gleichzeitig muss sich Minako durch das Auftauchen von Ace der Frage stellen, was ihr im Leben wichtig ist. Einerseits möchte sie lieben und als Minako einen Freund haben, andererseits ist sie Sailor Venus und hat die Aufgabe Prinzessin Serenity zu beschützen. Doch ist beides gleichzeitig möglich? Vielleicht ist ihre Pflicht wichtiger als Liebe zu finden, aber kann sie ohne Liebe glücklich sein? Dieser Manga macht damit auf einen Punkt aufmerksam, den ich im Sailor-Moon-Universum schon immer kritisch gesehen habe. Alle Sailorkriegerinnen opfern immer wieder ihr Glück für Sailor Moon. Außer Uranus und Neptun, die offensichtlich einander lieben und natürlich Serenity und Endymion hat keine andere jemals eine feste Beziehung. In diesem Manga sagt Ace zu Minako, dass es für sie immer etwas wichtigeres gibt als die Liebe und prophezeit ihr, dass sie nie Liebe finden wird, da der Kampf ihr Schicksal ist. Tatsächlich nimmt Minako dieses Schicksal an und will die finden, die sie beschützen muss, denn dafür wurde sie geboren, wie sie sagt. Ich finde das tatsächlich tragisch, dass sie sich entscheidet, nur für einen anderen Menschen zu leben und nicht für sich selbst. Dieser Kreis schließt sich im Sailor Moon Manga tatsächlich auch, als Minako zu den Three Lights sagt, dass sie ihr Dasein jemand anderen gewidmet hat und dabei sieht man ein Bild von Usagi. Aber auch wenn ich Minakos Entscheidung nicht richtig nachvollziehen kann, verleiht dieser Aspekt dem Manga Tiefgründigkeit.

Bis heute bin ich enttäuscht, dass dieser Manga noch nicht als Anime erschienen ist. Verdient hätte Sailor V das auf jeden Fall, schließlich ist sie genauso mutig wie Sailor Moon.

Natürlich ist der Manga in erster Linie allen Sailor Venus Fans zu empfehlen, aber auch alle anderen die Magical Girls und Shojo-Mangas lieben, sollten Codename: Sailor V eine Chance geben. Die Zeichnungen sind wunderschön und es gibt interessante Nebencharaktere zu entdecken. Dazu gibt es Cameos der anderen Senshi und weitere Anspielungen auf die Sailor Moon Mangas.

Es macht in jeden Fall Spaß Minako bei ihren Abenteuern zu folgen.

Ich gebe dem Manga die Wertung 7 von 10 Halbmonde.


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Diese Rezension spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und nicht die von House of Animanga.

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1 Antwort

  1. hotarukiryu sagt:

    Ich muss hier tatsächlich schon zustimmen, Sailor V hätte durchaus einen Anime verdient. Allerdings hat es bisher keinen bekommen, weil man ursprünglich eben an Sailor V interessiert war und man dann zu Naoko gemeint hat: “Jo, lass einen Anime machen, aber wir brauchen mehr Charaktere und vielleicht eine andere Geschichte.” Die Ähnlichkeit zu Ami und Umino ist denke ich auch eher zufällig, es hätten genauso auch die beiden sein können und es hätte unterm Strich wirklich nichts geändert. Vielleicht erbarmt sich Toei nach Sailor Moon nochmal dazu einen Anime zu Sailor V zu machen. Wer weiß das schon.

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