[Gastbeitrag] Manga Review: Blue Flag Band 1

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 6 Minuten.

Blue Flag

Hallo ihr Lieben, ich bin Olga! Ich bin 23 Jahre alt und in meiner Freizeit beschäftige ich mich gerne mit den Themen Manga, Anime, Serien und Filme. Der Ein oder Andere kennt mich vielleicht von Twitter, wo ich als @speckolga unterwegs bin und mich zu meinen Lieblingsthemen austausche. Außerdem durfte ich bereits Reviews auf House Of Animanga verfassen, siehe Jünger als ich Band 1, Anonymous Noise Band 1 und 2 oder Say I Love You Band 1 und 2. Ich bin seit ca. 8 Jahren in der Anime- und Mangaszene unterwegs. Mittlerweile bin ich zwar recht weit aufgestellt, dennoch bleibt Romance mein Lieblingsgenre.

Darum freue ich mich auch besonders, dass ich euch im Rahmen dieses Gastbeitrages den vielversprechenden Romance-Titel Blue Flag von KAITO vorstellen darf. Bereits das Cover erregte meine Aufmerksamkeit durch den eher ungewöhnlichen Zeichenstil. Als ich dann den Klappentext las, war mir klar: Dieser Manga wird etwas anderes als ich das gewöhnt bin. Und zum Glück wurde ich in Band 1 nicht enttäuscht. Dieser erschien am 30.10.2018 bei Carlsen Manga und soll euch in dieser Review vorgestellt werden.

Der eher in sich gekehrte Taichi kommt in seinem letzten Highschooljahr nicht mit seinen Freunden in eine Klasse, sondern mit seinem beliebten Kindheitsfreund Thoma und der zerstreuten Futaba. Als er durch einen Zufall davon erfährt, dass Futaba in Thoma verliebt ist, bittet Futaba ihn, ihr zu helfen. Sie weiß nicht, wie sie Thoma näher kommen kann und da Taichi ihn schon lange kennt, möchte sie seine Hilfe. Zuerst sträubt sich Taichi, beschließt dann aber doch ihr zu helfen. Es entwickelt sich eine Dreiecksbeziehung, die in eine ungewöhnliche Richtung zu gehen scheint.

Der erste Band dieses Mangas hat mich nicht enttäuscht. Jedoch möchte ich zuerst auf etwas eingehen, das ich für wichtig halte. Bevor ich mir einen Manga zulege, schaue ich mir natürlich die Inhaltsangabe an. Naheliegend war dazu die Website von Carlsen Manga. Letztendlich bin ich bei dieser etwas zwiegespalten, weswegen ich auch lange überlegt habe, ob ich sie in dieser Review mit einfließen lasse oder nicht. Auf der einen Seite erzählt sie nämlich eine Wendung, die im ersten Band noch nicht klar genannt wird und erst zum Ende des Bandes angedeutet wird. Auf der anderen Seite handelt es sich um eine Entwicklung die die Besonderheit des Mangas ausmacht.

Ich persönlich empfinde die Information schon als Spoiler, allerdings kann man nicht über den Manga sprechen, ohne sie zu nennen. Für alle, die so wenig wie möglich gespoilert werden möchten, sage ich nur, dass der Manga Boys Love Elemente enthält, die den Reiz der Geschichte ausmachen. Es macht meiner Meinung nach einen großen Unterschied aus, ob man diesen Spoiler bereits kennt oder nicht. Für mich persönlich war er jedoch wichtig, da ich den Manga sonst vielleicht nicht gekauft hätte. Wer sich unsicher ist, ob der Manga das Richtige ist und was die Besonderheit ist, sollte sich jedoch Folgendes durchlesen:

AB HIER – SPOILER. Markieren, um zu lesen.

Im Laufe des ersten Bandes entwickelt sich eine Dreiecksbeziehung, die man so eher selten in einem Romance-Manga hat. 1. Futaba ist in Thoma verliebt. 2. Thoma ist aber in seinen Kindheitsfreund Taichi verliebt. 3. Taichi weiß das nicht, entdeckt aber scheinbar gerade selbst seine Gefühle für Thoma.

Wer die Informationen vorher noch nicht hat, wird wohl zuerst denken, dass es ein ziemlicher Standard-Titel ist und erst am Ende wird es dämmern. Wer jedoch wie ich vorher bereits weiß, in welche Richtung das Ganze gehen wird, der ist vom Ende nicht überrascht, sondern eher interessiert, wie es nun weitergeht. So ging es mir zumindest.

Ich hätte mir also eigentlich eher gewünscht, dass ich es nicht gewusst hätte. Aber das kann man im Nachhinein ja nicht ändern und ich bereue es auch nicht direkt.

Nun kommen wir aber zu den Charakteren des Manga. Futaba ist eine ziemlich ängstliche, etwas schusselige Person, die zwar nicht unbedingt gemobbt wird, aber dennoch keinen Anschluss findet und deswegen eher gemieden wird. Mir hat es gefallen, dass sie es trotzdem schafft Taichi um Hilfe zu bitten. Dieser Schritt, der für andere eventuell sehr klein scheint, muss für sie eine große Überwindung gewesen sein. Außerdem mag ich es, dass sie ihre Entschlossenheit auch nach außen zeigt, indem sie sich äußerlich verändert.

Dann haben wir Taichi. Er ist eher ein Einsiedler, hat nur ein paar Freunde und wirkt auf andere eher grimmig. Man merkt aber auch schnell, dass es einen Grund zu haben scheint, wegen dem er sich einigelt. Seinem Kindheitsfreund Thoma geht er mittlerweile auch aus dem Weg, da dieser sehr beliebt in der Schule ist. Besonders mag ich an ihm, dass man ihn noch nicht so gut durchschauen kann, er aber durch Futaba und Thoma aufzutauen scheint. Wenn jedoch seine Fassade aufbricht, zieht er sich lieber wieder zurück. Das macht es spannend, wie er auf verschiedene Situationen reagieren wird.

Ähnlich verhält es sich mit Thoma. Er wird als der beliebte Junge gezeigt, der natürlich Sport macht und auf den die Mädchen stehen. Er sucht jedoch immer wieder die Nähe zu seinem Kindheitsfreund, der weniger beliebt ist. Das macht ihn nahbar und sympathisch. Es stellt sich aber auch die Frage, warum genau die beiden kaum noch miteinander zu tun haben. Diese Frage wurde bisher nicht beantwortet und interessiert mich sehr.

Die Geschichte baut sich eigentlich hauptsächlich um diese drei Figuren auf, Nebencharaktere werden so gut wie gar nicht beleuchtet. Einzig Futabas Freundin Masumi spielt noch eine Rolle. Sie ist das krasse Gegenteil zu Futaba, wirkt eher stark und etwas angst einflößend. Gerade zum Ende des Bandes nimmt sie eine wichtige Rolle in der Dreiecksbeziehung der Gruppe ein, wobei ich gespannt bin, inwieweit sie darin eine Rolle bekommen wird.

Die Geschichte wird in Japan im Shonen Jump Plus veröffentlicht. Dieses Magazin hat eine vorangig junge, männliche Zielgruppe. Vielleicht hat der Manga diesem Umstand auch den Zeichenstil zu verdanken beziehungsweise die Platzierung dort ist durch den Zeichenstil logisch. Gerade die Gesichter erinnern eher an Manga wie My Hero Academia als an typische Romance-Manga. Ich finde das sehr erfrischend. Wir haben sehr viele Manga in dem Genre, die mit vielen Blumen, Rasterfolien ohne Ende und glitzernden Augen verziert sind, was ich zwar durchaus auch mag, aber Abwechslung ist immer gern gesehen. Außerdem wird die Geschichte weitestgehend aus der Sicht von Taichi erzählt, daher macht der etwas jungenhaftere Stil definitiv Sinn.

Ich sehe durch das Zusammenspiel aus Zeichnungen, Charakteren und Story in dem Manga großes Potential ein Liebling zu werden. Auch wenn man nach Band 1 noch nicht sagen kann, was weiter passieren wird, ist die Richtung bereits interessant. Die Charaktere sind nahbar und sympathisch, ihre Probleme realistisch und die Zeichnungen passen zur Sichtweise der Erzählung. Nach dem Lesen ergibt es für mich auch Sinn, dass er in einem Jungen-Magazin veröffentlicht wird. Vermutlich soll er auch eine aufklärende Wirkung erreichen, das werden wir jedoch erst im weiteren Verlauf sehen. Ich habe bisher noch keinen Manga gelesen, der sich traut, diese Art von Dreiecksbeziehung aufzubauen, ohne dass sie in ein Genre fällt, dass mir eher fremd ist (Boys Love). Ich mag es außerdem, dass wir eine Geschichte bekommen, die von einem männlichen Protagonisten erzählt wird. Das ist für mich immer besonders interessant, da ich fast ohne Männer aufgewachsen bin und sie dadurch nur wenig verstehe. In die Gefühlswelt eines Jungen eintauchen zu dürfen, freut mich also sehr und ich hoffe, dass ich noch viel mehr Einblicke in Taichis Gedankenwelt bekomme.

Für dieses Potential und den Aufbau einer interessanten Geschichte gebe ich dem ersten Band von Blue Flag daher 8 von 10 blauen Flaggen und lasse mir noch etwas Platz nach oben, da noch alles Möglich in diesem Manga passieren kann.


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Diese Rezension spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und nicht die von House of Animanga.

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