[Gastbeitrag] Serien Review: The Good Place

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 5 Minuten.

The Good Place

Hallo! Hier schreiben für euch eure Shiny und Karais. Shiny stiess vor kurzem auf eine amerikanische Comedy-Serie, die hier noch viel zu wenig bekannt ist, und deswegen möchten wir sie euch heute vorstellen.

‘The Good Place’ heisst die amerikanische Comedy Serie von Michael Schur, welcher bereits als Drehbuchautor in Serien wie ‘The Office’, ‘Parks and Recreation’ und ‘Brooklyn Nine-Nine’ gewirkt hat. In der Hauptrolle finden wir Kristen Bell, die einige von euch vielleicht aus Veronica Mars oder House of Lies bereits kennen dürften. Sie spricht und singt auch die englische Stimme von Anna aus Frozen. Der Rest des Casts ist nicht ganz so bekannt, mit Ausnahme von Ted Danson, der bereits in diversen Serien mitgespielt hat, von dem ich aber zuvor noch nichts gesehen habe. ‘The Good Place’ läuft seit 2016 und befindet sich aktuell in der dritten Staffel.

Bei uns in der Schweiz läuft die Serie, auf Englisch, auf Netflix. Im deutschen Free-TV läuft die dritte Staffel wohl im Frühling 2019 auf Sixx. Die ersten zwei Staffeln sind auf Maxdome verfügbar.

Die Serie spielt nach dem eigentlichen Leben, in einer Art Himmel (‘The Good Place’) und beschäftigt sich stark mit moralischen und ethischen Fragen. Kann man sich einen Platz im Himmel verdienen, wenn man in seinem eigentlichen Leben ein eher schlechter Mensch war?

Eleanor ist tot. Das erklärt ihr Michael, der Architekt, der sie in seiner von ihm konzipierten Nachbarschaft im ‘The Good Place’ willkommen heisst. Die besten Menschen landen nach ihrem Tod hier, wo sie die Unendlichkeit geniessen können. Und das nicht alleine – denn jeder Mensch hat einen Seelenverwandten und dieser wird ihm in ‘The Good Place’ direkt zur Einführung vorgestellt. Eleanors Seelenverwandter ist Chidi, ein Ethik-Professor. Das trifft sich besonders gut, denn Eleanor merkt schnell, dass dem System wohl ein Fehler unterlaufen ist. Sie war nie ein guter Mensch. Da die einzige Alternative zu ‘The Good Place’ ‘The Bad Place’ ist, entscheidet sich Eleanor alles daran zu setzen nicht aufzufliegen und gleichzeitig ihren Platz in ‘The Good Place’ mit Chidi’s Ethik-Lektionen zu verdienen. Die Sache wird durch Eleanors Nachbarin Tahani und ihren Seelenverwandten, einen schweigenden Mönch namens Jianyu erschwert, denn Tahanis scheinbar perfekte Art weckt in Eleanor Neid und Missgunst. Und das System selbst scheint sehr sensibel auf Eleanors Fehlverhalten zu reagieren, so dass die ganze Nachbarschaft bald in Chaos gestürzt wird.

Chidi stellt sich daher die Frage, ob es moralisch vertretbar ist zu wissen, dass Eleanor ihren Platz eigentlich nicht verdient hat und ihre Anwesenheit eine Menge Durcheinander stiftet und ihr dennoch zu helfen, anstatt sie einfach an Michael auszuliefern. Michael hat ohnehin ebenfalls seine eigenen Probleme – Es ist seine erste eigene Nachbarschaft als Architekt und es scheint einige Probleme im System zu geben. Wenn er nur wüsste, was diese Probleme auslöst…

Shinys Meinung

Eigentlich mag ich keine Comedy, auch keine Comedy Serien, und amerikanischen Humor mag ich auch nicht. Wenn schon, dann bevorzuge ich den guten britischen Humor wie in ‘The IT Crowd’ oder ‘Waiting for God’.

Über ‘The Good Place’ habe ich allerdings irgendwann irgendwo einen interessanten Twitter Thread gelesen, in welchem wirklich alle beteiligten so gut über die Serie gesprochen haben, dass ich entschieden habe, ihr eine Chance zu geben. Ich finde Kristen Bell menschlich auch ganz toll, daher war ich neugierig auf dieses Projekt.

Zu Beginn war ich etwas skeptisch, wurde aber gut unterhalten und fand die Prämisse sehr interessant, die ganzen ethischen Fragen und auch das Dilemma, da sich daraus ergibt. Ich wurde auch immer neugieriger, ob Michael nicht irgendwann doch herausfindet, dass Eleanor ein Fehler war, und ob die Ethik-Lektionen von Chidi ausreichen würden, um Eleanor vor ewigem Leiden in ‘The Bad Place’ zu beschützen. Nach 3-4 Folgen war ich bereits ziemlich in die Charaktere investiert und unterdessen, wir sind jetzt auf dem aktuellsten Stand (Staffel 3 Episode 4), freue ich mich auf jede neue Folge weil es einfach 20 Minuten abschalten bei guter Unterhaltung mit lieb gewonnenen Charakteren und lustigen Dialogen bedeutet. Eine wundervolle Auflockerung, besonders wenn es draussen düster und bedrückend ist.

Ich finde die Charaktere sind alle unheimlich glaub- und liebenswürdig, die Schauspieler für die Rollen wurden sehr gut gewählt und auch die weniger erfahrenen unter ihnen machen ihre Sache sehr gut. Ich kann mich auch gar nicht richtig entscheiden, wer mein Lieblingscharakter ist, denn sie sind zwar alle sehr unterschiedlich, aber eben auch alle auf ihre Art nachvollziehbar und, für Comedies natürlich ganz wichtig, lustig.

Die Geschichte an sich, ohne zu viel zu verraten, bleibt ebenfalls immer, auch über drei Staffeln, interessant und hält die eine oder ander Überraschung bereit. Es kam öfter der Punkt an dem ich dachte dass die Geschichte jetzt ausgelutscht sei oder dass es aus einer Situation keinen glaubwürdigen Ausweg mehr geben könne, und doch haben die Autoren es immer wieder geschafft, kreative neue Wege zu finden.

Ramis Meinung

Als ich das erste mal von ‘The Good Place’ gehört habe, dachte ich mir, dass es irgendwie ein bisschen langweilig bzw. fad klingt; Eine Frau erfährt, dass sie tot ist, sie im wunderbaren Himmel gelandet ist und es sich dabei wohl um einen Fehler handelt. Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, dass mich das umhauen sollte. Nichts desto trotz habe ich mir auf Empfehlung von Shiny einen Ruck gegeben und mir die erste Episode angesehen. Und ich bereue es nicht! Vom ersten Moment an hat mich die Serie gepackt. Die Schauspieler sind echt fantastisch, Kristen Bell (übrigens auch die Stimme von Anna in Frozen) ist unglaublich gut in ihrer Rolle als Eleanor und der Humor ist wirklich ausgezeichnet – genau mein Ding.

Ich habe mich dabei ertappt, wie ich richtig mit ihr und den anderen ‘The Good Place’-Bewohnern mitgefiebert habe. Man stellt dann auch irgendwann selber Theorien auf, wie und wann es aus kommt, dass Eleanor nicht an diesen Ort gehört.

Die Serie bleibt über die gesamte Zeit hinweg spannend und es zeigt sich vor allem auch mit der zweiten und dritten Staffel, dass die Geschichte doch noch einiges zu bieten hat, obwohl man immer wieder denkt, dass die Story langsam zu einem Ende kommt. Shiny beschreibt das ziemlich gut mit den Punkten, bei denen man denkt, dass es langsam ausgelutscht wird, aber nope, nicht ‘The Good Place’! Im letzten Moment ändert sich wieder was oder passiert etwas neues, was die Fahrtrichtung der Geschichte erneut ändern lässt.

Mittlerweile liebe ich jeden Charakter von der Serie und, naja, liebe ja besonders Eleanor. Die Entwicklung eines jeden Charakters ist auch unglaublich toll und so spannend mit zu verfolgen. Ich bin wirklich neugierig, wohin alles noch führt und wünsche mir von Herzen, dass das Ende, wenn es dann soweit ist, wirklich passt und der ganzen Geschichte gerecht wird.

Jedenfalls ist die Serie absolut zu empfehlen!

‘The Good Place’ ist eine lustige und kreative Serie für zwischendurch. Sie ist sehr gut besetzt und die Schauspieler verkörpern die Charaktere sehr glaubwürdig. Die Geschichte wirft ernsthafte Fragen über Moral und Ethik auf, über die man nach Lust und Laune nachdenken kann, aber nicht muss. Man kann sich auch einfach von den abwechslungsreichen Charakteren und Geschehnissen tragen lassen. Und wem das nicht genug ist, für den gibt es auf Spotify und anderen Podcast-Plattformen auch noch einen begleitenden Podcast (Ab Ende Staffel 2!) in dem diverse Mitwirkende (Schauspieler, Autoren, Editoren, Props-Leute, Directors etc.) über unterschiedliche Aspekte der Serie und des Prozesses reden.

Reinschauen lohnt sich auf jeden Fall. Wir geben der Serie 8 von 10 Frozen Yogurts.


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Diese Rezension spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und nicht die von House of Animanga.

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