Spiel Review: The Last Guardian

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 4 Minuten.

The Last Guardian

Hallo, ich bin Vivka und nachdem ich bereits im letzten Jahr zwei Spielreviews hier veröffentlichen durfte, folgte in diesem Jahr gleich die dritte. Ihr kennt mich vielleicht von meinem Blog A winter story oder meinem YouTube-Kanal SchneeChaos LP und heute möchte ich euch das Spiel The last Guardian vorstellen.

Mich verbindet mit diesem Spiel von Fumito Ueda eine regelrechte Hassliebe! Anders kann ich es nicht beschreiben, denn ich hasse und liebe es einfach gleichzeitig. Warum? Nun ja …

Wir wachen als kleiner Junge in einer Höhle, mitten neben einem riesigen, ziemlich mies gelaunten Fantasietier und mit Tätowierungen am ganzen Körper übersät, auf.

Wir versuchen uns natürlich mit Trico anzufreunden, welches eine Mischung aus Greif und anderen Tierwesen darstellt, denn die Alternative, von ihm gefressen zu werden, ist nicht allzu verlockend. Außerdem brauchen wir seine Hilfe, um aus dieser seltsamen Höhle zu entkommen und vielleicht heraus zu bekommen, was passiert ist, denn erinnern können wir uns natürlich auch nicht.

Jetzt kommt der schwierige Teil, denn ich muss euch erklären, warum ich dieses Spiel gleichzeitig hasse und liebe …

Fangen wir mit Trico an. Trico ist faszinierend und ich würde unendlich gerne solch ein Tier in echt sehen, denn das Design, welches irgendwo zwischen Hund und Vogel tendiert, ist unglaublich interessant. Aber Trico hat auch einen eigenen Willen und der funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Im Laufe des Spieles lernen wir mit ihm zu agieren und ihn auch zu steuern, nur funktioniert das leider nicht immer. Eigener Wille schön und gut, aber über eine halbe Stunde an ein- und derselben Stelle zu stehen, weil Trico nicht getriggert wird ist mega nervig. Nicht selten habe ich an mir selbst gezweifelt, weil ich dachte, mein gewählter Weg ist falsch, nur um Stunden später frustriert festzustellen, dass der schon richtig war, nur hat die Triggerfunktion einfach nicht funktioniert. Es kann übrigens auch vorkommen, dass man in den Tod stürzt, weil Trico plötzlich den Kopf einzieht oder einen Schritt zur Seite geht. Nicht immer lustig, aber irgendwie auch eine eigene Dynamik.

Mein größter Kritikpunkt an dem Spiel ist jedoch die Steuerung, denn die kann man einfach nur als grottig schlecht beschreiben. Oft habe ich an meinen eigenen Fähigkeiten gezweifelt, aber man muss es einfach sagen wie es ist, die Steuerung ist unterirdisch. Toll ist auch, wenn die Kamera in Trico buggt und man einfach nichts mehr sieht, außer dem Inneren unseres flauschigen Freundes. Mehr als einmal wäre mein Controller an der Wand gelandet und ich bin ehrlich, hätte ich das Spiel damals nicht als Let´s Play aufgenommen, ich hätte es NIEMALS durchgespielt!

Was man auch festhalten muss, ist, dass das Spiel oft unfertig wirkt. Teilweise ist die Grafik wirklich gut, teilweise flacht sie aber auch sehr ab, als wäre das Spiel nie ganz fertig geworden und ohne generelle Überarbeitung auf den Markt geworfen worden. Was definitiv schade ist, denn es ist durchaus wert gespielt zu werden, wenn einfach nur nicht so viele Details den Zauber zerstören würden. Ich gehe ja persönlich davon aus, dass die Grafik eins für die PS3 entwickelt wurde, da sich das Spiel aber über fünf Jahre in der Entwicklung befand, musste man es dann schnell auf die PS4 codieren und so sieht es eben leider auch aus. Extrem schade!

Und dann haben wir die Story … oder auch nicht. Denn wir tappen sehr sehr lange Zeit im Dunkeln und tun eigentlich nur, was das Spiel von uns verlangt. Vorwärts, ein Schritt nach dem anderen und ohne etwas zu erfahren. Die Story entwickelt sich nämlich erst im letzten Spieldrittel, meiner Meinung nach viel zu spät, denn bis dahin haben viele Spieler bereits aufgegeben. Dabei lohnt es sich, denn die Handlung hat es in sich und hat mein Herz mitgerissen und sogar gebrochen! So viel hatte ich bis dahin gar nicht mehr erwartet, denn ich quälte mich durch die Steuerung und mit einem launischen Trico und versuchte doch nur zum Ende zu kommen. Aber … ich liebe dieses letzte Drittel so sehr und deswegen kann ich The last Guardian einfach nicht so einfach bewerten. Denn es ist so vielschichtig und eine Mischung aus Liebe und Hass. Ich kann nicht sagen, dass ich das Spiel gut finde, denn ich finde es gleichermaßen schlecht, aber ich kann es auch nicht schlecht finden, weil ich es ebenso liebe. Versteht ihr was ich meine?

Das Spiel nimmt einem das Herz und bricht es, um es mit einem flauschigen Freund auszufüllen. Ich liebe Trico, dieses kleine launische und nicht immer hilfreiche Viech, aber gleichzeitig finde ich es so extrem schade, dass man dem Spiel nicht einfach nochmal ein zwei Jahre gegeben hat, denn es hätte ein Meisterwerk sein können. Hätte …

Ein Spiel über Freundschaft und Vertrauen und den Wunsch, herauszufinden, was in der Vergangenheit geschehen ist. Mit dem Jungen und mit Trico, denn beide verbindet etwas, es weiß nur niemand, was!

Die Sprachausgabe des Spieles ist eine Fantasiesprache, weswegen das Spiel mit deutschen Untertitel daher kommt, da aber generell relativ wenig gesprochen wird und nur der erwachsene Protagonist immer mal wieder als Erzähler etwas verrät, ist das absolut nicht schlimm.

Wenn ihr über eine veraltete Grafik und eine grauenhafte Steuerung und über zwei relativ storylangweilige Drittel hinweg sehen könnt, dann spielt es und beißt euch durch, denn der wahre Zauber wird euch erst im letzten Drittel erwarten und ihr werdet euer Herz verlieren! So wie ich mein Herz danach in kleinen Stücken wieder zusammen kleben musste! Dies soll euch als Warnung reichen, gebt Trico eine Chance und verliert euch!


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Diese Rezension spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und nicht die von House of Animanga.

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