Anime Review: Phantasy Star Online 2

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 6 Minuten.

Phantasy Star Online 2

Als es rund um die Jahrtausendwende mit der 6. Konsolen-Generation heiß herging, fiel meine Entscheidung auf den Gamecube. Mein Stiefbruder hatte schon etwas länger die PS2 und an der Xbox hatte ich schlichtweg kein Interesse. Leider war dies vielleicht nicht meine schlauste Idee, da nicht so viele gute Spiel für den Würfel erschienen (rein Subjektive Meinung). Dafür verbrachte ich mit den Spielen die ich hatte umso mehr Zeit. Eines davon war Phantasy Star Online. Welches ich selbst verständlich nur offline spielen konnte.

Nichts desto trotz steckte ich hunderte Spielstunden hinein und zockte es mehrfach mit unterschiedlichen Klassen durch. So war ich natürlich auch mein Interesse geweckt, als ich in der Anime-Season Anfang 2016 eine Adaption zum Franchise erblickte. Persönlich hätte ich eine Adaption des 3. Spiels ja bevorzugt xD Naja egal, nach einer Episode hatten wir uns damals aber dagegen entschieden und stattdessen andere Serie gesehen. Dank KSM hatten wir nun erneut die Chance die Serie zu sehen und dieses mal auch mit deutscher Synchro. Vielen dank also an KSM Anime für das bereitstellen der Serie und viel Spaß mit meiner Review.

Phantasy Star Online 2

Im Jahr 2027 ist das Videospiel Phantasy Star Online 2 so beliebt, das es nahezu jeder Schüler spielt. Da die Schulleitung der Seiga Akademy befürchtet, dass die schulischen Leistungen der Schüler daran leidet, bitten sie die Schülersprecherin Rina Izumi und ihren Schülerrat das ganze zu Untersuchen und einen Bericht dazu abzugeben. Da Rina selbst begeisterte Spielerin ist und diese Aufgabe nicht unabhängig nachkommen kann, bietet sich ihr durch die Aufstellung des Schülerrats eine geeignete Möglichkeit.

Da ihr Vizepräsident vor kurzem die Schule gewechselt hat, ist diese Stelle Frei und sie besetzt diese durch den absolut Mittelmäßigen Itsuki Tachibana. Dieser sticht weder durch seine Noten noch durch seine Leistungen hervor und ist damit eine geeignete Testperson. Da er bisher auch noch keinen Kontakt mit dem Spiel hatte, steht ihm Rina, mit einem alternativen Avatar verkleidet in der Spielwelt zur Seite um spannende Abenteuer zu erleben.

Phantasy Star Online 2

   

Normalerweise sollte es gar nicht so schwer sein, diese Serie anhand des Settings mit anderen gleichwertigen Serien zu vergleichen. Videospiele bzw. allen voran MMO´s sind ja nun nicht so das Mega ungewöhnliche Setting. Erstaunlicherweise fällt mir aber dennoch lediglich eine Serie ein, mit der ich diese hier vergleichen könnte. Nämlich die vor kurzem beendete Serie Gundam Build Divers. Denn wie auch in dieser Serie, liegt hier der Hauptfokus nicht unbedingt auf dem Spiel. Dahingehend passt auch Gundam lediglich bedingt.

Die Hauptcrux von PSO2 liegt vor allem auf dem Schulleben seiner Protagonisten. Das Spiel wird eher als Teilelement des ganzen oder als Leim, der die Beziehungen zusammenhält, bzw. neue Verbindungen schafft, genutzt. Dafür das es sich bei dem Spiel auch um eine Art Action-RPG Version handelt und keineswegs um eine VR-Version, macht manche Ingame Szenen auch stellenweise etwas seltsam. Aber das nehmen wir einfach mal hin. Als Storyelement fand ich es durchaus nett.

Vorrangig ging es ohnehin um die Charaktere und mit Itsuki hatten wir einen relativ soliden Protagonisten. Auch seine Charakterentwicklung war langfristig gesehen glaubhaft und kontinuierlich, was ihn durchaus auch nachvollziehbarer macht. Denn auch wenn er von Anfang an viel Potenzial mit sich bringt, ist es erst seine Umgebung, die ihn dazu nötig, selbiges auch zu entfalten. Vor allem seine Interaktion mit den verschiedenen Mitschülern und den Kollegen im Schülerrat helfen ihm stark zu wachsen.

Mit Rina haben wir eigentlich den typischen Sensei Charakter mit an Bord. Sie ist ein Jahr älter als Itsuki und ihm sowohl schulisch wie auch spielerisch weit überlegen. So sehr das sie Online sogar als große Legende bekannt ist. Leider fand ich es etwas schade, das ihre Fasade mit dem anderen Avatar lediglich die ersten 3 Folgen oder so überdauerte und dieser dann wie weggeblasen war. Abgesehen davon lasse ich es unkommentiert, das Itsuki sie in kürzester Zeit überflügelt hat und ihre Legende damit irgendwie hinfällig wird. Schade eigentlich!

Die dritte im Bunde ist Aika Suzumi. Eine Blonde leicht weltfremde Austauschschülerin, die ebenfalls ein großes Interesse an PSO2 und vor allem auch an Itsuki hat. Manchmal habe ich mich echt gefragt, ob den da niemand bemerkt wie seltsam sie Stellenweise ist. Sie kennt und weis die normalsten Sachen nicht und verhält sich so oft wie ein emotionsloser Roboter, das ich ihren Plottwist bereits nach der ersten Volume (also den ersten 4 Folgen) raus hatte. Ob sie das allerdings als Charakter besser macht ist fraglich. Die Dreiecksbeziehung war so gesehen aber ganz gut umgesetzt.

Storytechnisch weis die Serie durch unterschiedliche Locations in der ersten Hälfte durchaus zu überzeugen, nimmt in der zweiten Hälfte oder sagen wir eher im letzten Drittel eine so unglaubliche Wendung, das die Serie darunter leider etwas zu sehr zu leiden hatte. Ab einem gewissen Punkt war es zwar klar, das die Serie da hin will. Mir selbst hätte es aber besser gefallen, wenn sie weiterhin ihr Pacing der ersten Hälfte/der ersten beiden Drittel behalten hätte.

Kommen wir zum Elefanten im Raum, der keineswegs die schwächelnde Story, sondern die miesen CGI-Animationen. Das ich kein Freund von CGI-Animationen bin, habe ich glaube ich schon häufig genug kund getan und da diese leider in Anime immer häufiger werden, ist dies kein Gewinn für das Medium selbst. Nicht das grundsätzlich alle CGI-Animationen für die Tonne sind. Es gibt (wenige) Fälle in denen es durchaus passend ist, leider aber umso mehr Gegenbeispiele. Schlimm wird es wenn gespart wird und die Framerate darunter leidet.

In dieser Serie wird das CGI vor allem dann verwendet, wenn es in Richtung PSO2 geht. Also so ziemlich alles was mit dem Spiel zu tun hat. Ingame-Kämpfe, Charaktermodelle, Attacken usw. Nur leider hat die Serie das oben angesprochene Framerate Problem. Bewegungen wirken abgehackt oder als würden sie leicht hängen bleiben und es wirkt alles einfach nicht so rund als wäre es aufwendig gezeichnet worden. Das ist dahingehend schlimm, das der CGI-Anteil in der zweiten Hälfte der Serie ex-potenziell ansteigt.

Musikalisch ist die Serie soweit ziemlich gut bestückt. Keins der Lieder hat mich genervt und auch Opening und Ending sind durchaus passend. Ich fand es auch sehr schön, das sie Teilweise die Soundeffekte aus dem Spiel genutzt haben, z.B. wenn Leute teleportiert oder Items genutzt wurden. Allerdings muss ich hier einfach noch mal das Ending ansprechen…. Warum lässt man hier die PSO2-Vogeldinger als Idol´s auftreten und abtanzen? Deren Bewegungsmuster sind limitiert und es macht das ganze nicht besser, das Rina´s Avatar unten rechts in der Ecke alle Danzmoves nach macht. Das wirkt einfach nur total seltsam.

Phantasy Star Online 2

   

Im Prinzip macht der Anime eine Menge richtig. Als Gamerin habe ich mich mit dem Setting auf jeden Fall wohl gefühlt, gar keine Frage. Leider muss ich zugeben, dass der Anime gegen Ende schwächer wurde. Vorher hat mir alles sehr gut gefallen. Dass das Spiel in der Schule einen so großen Stellenwert hat ist eine tolle Idee und auch die vielen Offline Treffen und lustigen Folgen zwischendurch haben mir viel Spaß gemacht. Ist wirklich ein toller Anime für Gamer, die einfach mal abschalten und sich berieseln lassen wollen. Dazu eine Top Animation, wenn auch etwas zu viel CGI, aber dafür sind die Effekte gut eingesetzt. Jedoch hat mir von den Charakteren die Weltfremde Airi am Besten gefallen, sowie die vielen Missverständnisse hier und da.

Phantasy Star Online 2

Das Franchise Phantasy Star Online wird in meinem Herzen immer einen Platz haben. Leider konnte die Serie mich aber nicht so ganz überzeugen. Zu beginn macht sie mit einem ungewöhnlichen Setting lust auf mehr, verrennt sich dann aber leider um ein großes Abenteuer zu erzählen was nicht wirklich nötig gewesen wäre.

Empfehlen kann ich ihn dennoch. Für einen gemütlichen Sonntagnachmittag oder als Abendunterhaltung um abzuschalten ohne zu viel drüber nachzudenken, taugt der Anime alle mal! Als unterhaltsames School-Life / Sci-Fi Werk dürfte es dementsprechend für all jene etwas sein, die damit was anfangen können. Von mir gibt es an dieser Stelle 6 von 10 abgeschlossenen Story-Quest.

Euer


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