Spiel Review: Death end re;Quest

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 5 Minuten.

Ich bin schon lange ein großer Fan des kleinen japanischen Entwicklerstudio´s Compile Heart. Während sie zwar verhältnismäßig wenige langlebige Reihen haben, ist doch ihr größtes Franchise eins meiner liebsten was Gaming angeht, nämlich das Neptunia-Franchise mit seinen mittlerweile knapp 15 Titeln. Für ein an sich kleines Studio wie Compa (oder sollte ich eher sagen Nichen-Studio?), ist das wirklich beeindruckend.

Da sie auch andere Reihen oder Titel an denen ich riesigen Spaß hatte veröffentlicht haben (wie etwa Mugen Souls oder auch Trillion) bin ich natürlich immer offen für neue Titel. Als also vor einem Jahr oder so die ersten Trailer für Death end re;Quest auf deren offiziellen Youtube-Kanal zu sehen waren, war ich unglaublich gespannt. Vor gut einem Monat wurde der Titel dann hierzulande veröffentlicht und da ich gerade mit Kingdom Hearts 3 durch war, konnte ich direkt loslegen. Viel Spaß also mit meiner Review zum ungewöhnlichen neusten Titel von Compa.

Als der Programmierer Arata Mizunashi eines Tages eine E-Mail von einer ehemaligen Kollegin erhält, öffnet er sie verwirrt. Nicht nur, das sie von den unfertig programmierten Spiel, welches bereits von einem Jahr ad acta gelegt wurde, versandt wurde, auch die Person von der er die Mail erhielt, war seit dem spurlos verschwunden.

Als er auf den Link der in der Mail enthalten war klickt, öffnet sich das besagte Spiel Worlds Odyssey und er erblickt vor sich den Avatar der verschwundenen Freundin und Kollegin Shina Ninomiya. Doch schnell muss er feststellen, das sich die Spiele Welt deutlich von der von ihm programmierten Version abhebt und eine ganze Menge Bug´s die Spiele Welt kontinuierlich verändern.

Als Arata´s Firma in der Realen Welt dann auch noch für die Tode einiger Spieler verantwortlich gemacht wird und eine seltsame Organisation, deren Leute Hasenmasken tragen Jagd auf ihn machen, muss Arata fliehen. Da die Probleme beider Welten in einem Zusammenhang zu stehen scheinen, machen sich Arata und Shina auf den gefährlichen Weg das Rätsel zu lösen….

   

Was mich bei dem Spiel von Anfang an unglaublich überrascht hat, war die Warnmeldung direkt zu Beginn. Compa Spiele sind meist alles andere als brutal. Meist zeichnen sie sich durch eine Spur Ecchi und eine Priese Moe Moe aus und gewinnen damit die Herzen der Fans. Als ich also beim Laden des Spiels plötzlich die Warnung erblickte, das mich hier eventuell verstörende Szenen und Gewaltdarstellungen erwarten, war meine Neugier plötzlich ins unermessliche gestiegen.

Bereits kurz nach Beginn des Spieles hatte ich mit der ersten Szene bereits eine grobe Ahnung was mich hier erwarten würde. Allerdings will ich direkt dazu sagen, das sich die meisten Darstellungen auf Ebene der Higurashi-VN bewegen. Es also keine explizite Darstellung sondern es lediglich bei einer schriftlichen Darstellung der Gewalt bleibt. Was viele der Szenen nicht weniger hmmm ungewöhnlich macht. Allerdings muss ich auch sagen, dass mir die neue düstere Seite von Compa hier ziemlich gefallen hat.

Denn dieses Spiel nutzt seine brutale Implizierung vor allem für eine ungewöhnliche Spiele Mechanik, die Titelgebenden „Death End´s“. Diese Death End´s oder auch Sackgassen sind ähnlich moderner Adventure Games jene Storystänge, die zum unweigerlichen Tod des Protagonisten führen. Diese enden in diesem Spiel meist in ziemlich brutalen Szenen und werden sogar für das „Finden“ bzw. Aufdecken mit Equipment belohnt. Wer will den bitte nicht seinen Protagonisten für einen schönen Anhänger töten? XD

Umso vorteilhafter gesellt sich die Option im Spiel, dass man nahezu während jedem Gespräch speichern kann. So kann man im Falle eines Death Ends (welches einen mit dem Game Over Screen „belohnt“), einfach wieder an die Gesprächskreuzung Springen und die alternative auswählen. Hin und wieder ist dies natürlich nicht möglich, dafür sorgt das Spiel aber grundsätzlich mit einer sehr hohen Speicherpunkt-Dichte.

Kommen wir zur Spielmechanik selbst. Ich würde zwar gerne sagen das sich das ganze wie die meisten Compa Spiele mit einem 60/40 Ratio zwischen Standard Action-JRPG und VN vorlieb nimmt, gerade bei diesem Spiel fühlt sich der VN Anteil aber deutlich größer an. Ich würde das ganze persönlich wohl umdrehen also eine 40/60 Ratio draus machen. Was gar nicht mal so verkehrt ist, denn die Story war wirklich ziemlich interessant, da sie sowohl Ingame wie auch im RL voran schritt.

Dabei haben mir Stellenweise sogar die Szenen in der Realen Welt (die ausschließlich VN sind), besser gefallen, da sie sowohl verwirrend, wie auch unglaublich spannend waren. Manchmal passierte etwas unglaubliches und ich musste dann erst mal wieder Online mit Shina und Co. rum rennen, bevor ich Arata´s Story weiter verfolgen konnte. Und WTF geht mit der Geschichte ab? Nicht nur dass das ganze von Sekunde zu Sekunde abgedrehter wird, wer denkt das Online viel Scheiße passiert, der kann nur Mittleid mit Arata im RL bekommen. Ich sag nur Monster, Doppelgänger und andere Wesenheiten.

Leider muss ich aber sagen, das ich das Ende oder eher die Enden schon relativ enttäuschend fand. Das „Normale Ende“ welches die meisten beim ersten Durchgang erhalten, ist auch als solches anzusehen, sodass man im 2. Durchgang dann das „Richtige“ Ende bekommen kann. Beim zweiten mal kann man sich sein Ende dann zwar aussuchen, In meinen Augen lohnt sich aber nur eins der 8 verschiedenen Enden wirklich während sich der Rest wie Platzhalter anfühlt. Etwas Schade, dafür hat es das eine Ende absolut in sich und rundet das Spiel perfekt ab.

Grafisch findet sich das Spiel im „normalen“ Compa Standard ein. Mit AAA-Titeln kann und sollte man es absolut nicht vergleichen, wer aber auf den Charm der Anime-Ästhetik steht, wird sich hier wie immer super aufgehoben fühlen. Selbiges gilt natürlich auch für die Charaktermodelle in den VN-Szenen. Musikalisch wusste mich das Spiel auch sehr gut zu unterhalten. Sowohl mit dem sehr gelungenen Opening, wie auch mit dem ein oder anderen ruhigen Stück, spielten sich die vielleicht 40 Stunden ruck zuck durch.

Death end re;Quest ist ein gelungens Experiment, welches sich von seinem Stil und seiner Atmosphäre herausragend mit anderen Genre Vertretern messen kann und mit dem düsteren Touch das Erlebnis noch ein wenig garniert. Ich hatte großen Spaß an dem Spiel und würde es sicherlich jetzt noch spielen, wenn ich nicht bereits alles erreicht hätte, was das Spiel zu bieten hat. Compa hat hier jedenfalls mal wieder bewiesen, dass eine gute Story nicht zwangsläufig ein großes Budget voraussetzen.

Ich kann das Spiel von meiner Seite aus nur wärmstens empfehlen. Wer also Lust auf ein etwas düsteres Spielerlebnis rund um eine Gruppe attraktiver junger Damen und einem verschrobenen Programmierer erleben will ist hier genau richtig. Von mir bekommt das Spiel 8 von 10 ausgelöschten Bugs

Euer


*

Death end re;Quest (PS4)

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