Anime Review: Ein Supertrio – Cat´s Eye

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 6 Minuten.

Da ich in meiner Kindheit so ziemlich alles geguckt habe, was da so animiert im Fernsehen lief, habe ich ein relativ breites Spektrum von Sachen die ich kenne und die mir mehr oder weniger gut gefielen. Wenn man aber mehr Zeit hat als einem Lieb ist und man eh nichts besseres zu tun hat, als das RTL Programm rauf und runter zu gucken, kommt man natürlich auch auf Serien, zu deren Zielgruppe man nicht unbedingt gehört.

Somit habe ich natürlich von typischen Jungs-Serien wie Dragon Ball, Ranma 1/2 und Kickers bis hin zu typischen Mädchen-Serien wie Wedding Peach und Doremi so ziemlich alles gesehen und fand auch immer etwas gutes darin, was mich motiviert hat weiter zu gucken. Darunter war auch die Serie „Ein Supertrio – Cat´s Eye“, die ich damals ziemlich cool fand und in guter Erinnerung behielt.

Als ich vor kurzem dann so durch den Anime on Demand Katalog stöberte und eine Serie zum nebenbei schauen suchte, stieß ich auf genau jene Serie die damals noch Woche für Woche aktualisiert wurde. Jetzt da alle 73 Folgen online sind, habe ich die Serie nun auch mal am Stück gucken können. Hiermit also erst mal ein Danke an Kazé Deutschland für das bereitstellen des AoD-Accounts und viel Spaß mit meiner Meinung zur Serie und ob sie dem Zahn der Zeit auch heute noch trotzen kann.

Die drei Schwestern Hitomi, Nami und Love Kisugi betreiben das Café „Katzenauge“ sich sich unmittelbar gegenüber des örtlichen Polizeireview befindet. Dort arbeitet auch Hitomi´s Freund Toshio Utsumi als Kriminalpolizist. Seine Abteilung hat sich darauf spezialisiert, die Diebesbande „Katzenauge“, die regelmäßig Kunstgegenstände und Schmuck klaut, zu fassen. Toshio hat sich dieser Aufgabe mit Leib und Seele verschrieben.

Allerdings ahnt er nicht, das es sich bei der gesuchten Truppe um Hitomi und ihre Schwestern handelt. Die drei rauben aber auch nicht zufällig, sondern versuchen mit den Diebstählen die gestohlene Sammlung ihres verstorbenen Vaters wieder zusammen zu tragen. Ein lustiges und spannendes Katz und Maus Spiel beginnt….

   

Um vorweg mit der größten Sünde zu beginnen, die diese Serie in meinen Augen begeht, will ich Format ansprechen. Viele von euch, die Serien wie Detektiv Conan oder Pokemon (um Anime zu nennen) oder auch Serien wie CSI und Scrubs (um ein paar Real-Serien zu nennen) kennen, sind mit dem Episodischen Erzählstil, bzw. dem „Monster of the week“, vertraut. Das kann durchaus funktionieren, wie man ja an Serien wie Detektiv Conan und seinen 900(?) Folgen sieht. Ich denke das dies bei Anime aber nur dann funktioniert, wenn es wie bei Conan hin und wieder eine Entwicklung oder einen kleinen Fortschritt gibt. Cat´s Eye besitzt diesen aber nicht.

Klar muss man bedenken das die Serie und ihre Vorlage aus den frühen 80ern Stammen. Da waren solch feste Erzählstrukturen kaum vorhanden. Was vor allem ja auch daran lag, das Leute nicht wie heutzutage jede Woche auf die neue Folge gewartet haben. Wenn man mal ne Folge nicht gesehen hat, dann war das halt so. Hätte es dann gravierende Veränderungen gegeben, wären die Zuschauer sicherlich verstimmt gewesen. Somit sind wir wieder in der Gegenwart angelangt und der Episodische Erzählstil wirkt auf 73 Episoden gesehen sehr altbacken und angestaubt.

Als Zuschauer will man eine Entwicklung sehen und bekommt diese halt nicht. Wie oft habe ich drauf gewartet das sich was tut, egal was. Vielleicht das die Bezeihung zwischen Toshio und Hitomi sich weiter entwickelt oder er hinter ihr Geheimnis kommt oder irgendwas anderes. Aber nein, der Status Quo wurde am Ende der Folge immer wieder hergestellt. Vielleicht funktioniert die Serie damit auch heute noch, wenn man sich mit den Folgen zeit lässt, also nicht gerade 4 oder 6 Folgen am Stück sieht, aber für mich hat es leider nicht so gut funktioniert und ein wenig die gute Erinnerung an damals getrübt.

Um hier gleich noch was ein zu werfen. Ich finde die Serie damit aber keinesfalls schlecht. Es macht ja schon Spaß sie zu sehen, doch bereits nach einer Hand voll Folgen, nervt der MO (Modus Operandi) durchaus ein wenig. Die 3 Mädels belauschen Toshio und seinen Chef während diese über ein neues Kunstwerk reden welches sie beschützen werden. Dabei fallen ein paar wichtige Details wie die Mädels die „Fallen“ umgehen können, worauf hin sie per Karte, den Raub ankündigen. Selbiger gelingt meist Problemlos und Tsohio verfolgt Hitomi (die sowas wie der Leonardo der Gruppe, also der Anführer, ist) und schafft es doch nicht sie zu schnappen. Zum Abschluss der Folge sieht man die Mädels entweder fliehen oder den deprimierten Toshio im Cafe sitzen. Und das so ziemlich jede einzelne Folge.

Klar gibt es hier und da mal ein paar mehrteilige Folgen und hin und wieder wird uns eine Entwicklung vorgetäuscht. So kommen Toshio und seine Kollegin Asaia den dreien ein paar mal gefährlich nahe auf die Spur, nur um am Ende doch vom Gegenteil überzeugt zu werden und die Hinweise zu verwerfen. Das schlimmste dabei dürfte dann aber doch die letzte Folge sein und bei einer Serie ohne Fortlaufende Story kann ich hier ja auch nichts Spoilern.

In dieser Folge wird an Love´s Schule ein Theaterstück vorgeführt, für das sie komplett verantwortlich ist. In diesem Stück geht es um Katzenauge und einen ihrer Überfälle. Um das ganze noch kurioser zu machen, lässt Love Toshio und seine Kollegen ebenfalls mitspielen und jeder „spielt“ seine exakte Rolle im Wahren Leben. Also sind die 3 Schwestern Katzenauge, die Polizisten sind die Polizisten und das Opfer im Stück, wird sogar tatsächlich von den 3 beklaut. Warum fällt das bitte keinem auf? Ich kann das nicht mal als Meta-Humor verstehen, weil ich es so unglaublich dämlich finde. Klar Ranma ½ hört letztendlich auch mit nem Status Quo auf, aber hier habe ich als Zuschauer den Wunsch mir einen sehr sehr heftigen Facepal, zu geben…. und das würde nicht mal reichen.

Die Charaktere selbst finde ich allesamt ziemlich sympathisch. Klar hat jeder seine Stärken und Schwächen, aber niemand ist mir wirklich negativ ausgefallen…. Naja okay, doch! Tsohio´s Vorgesetzter, der so absolut gar nichts von ihm hält und ihn Folge für Folge fertig macht und ihn beleidigt. Ich wieß nicht so recht ob das als Comic-Relief lustig sein soll, aber mein Humor war es halt leider so gar nicht. Auch die Verklemmtheit von Toshio und Hitomi hat mich hier und da genervt, aber für eine Serie aus den frühen 80ern durchaus verständlich, diesen Hauch von Unschuld zu beinhalten. Daher finde ich das ganze nicht so schlimm.

Auch die Verpeiltheit von Tsohio ist durchaus sympatisch, wenn auch mir sein Schürzenjäger gehabe etwas zu viel war. Ich bin mir etwas uneins, ob das wirklich nötig war. Schlimm fand ich dann eher, das Hitomi jedes mal super sauer war, wenn Toshi mit nem Mädel geflirtet hat, oder angeflirtet wurde, es war aber total okay, wenn sie die Klienten und Diebesopfer anflirtete um an die Wertgegenstände zu kommen. Warum konnte das nicht Nami machen, deren markantestes Charakter-Merkmal ihre Schönheit und ihr Scharm war. Schließlich hat sie ein Muttermal, die muss also schön sein … (hat irgendwer, irgendwann mal definiert)

Animationstechnisch ist das ganze eigentlich ziemlich okay. Es ist halt ne Serie aus den 80ern und das sieht man ihr auch an. Hier und da gab es ein paar Standbilder, wie es damals ja gerne genutzt wurde und die matten Farben, mit denen die Serien der Zeit ihren unvergleichbaren Stil haben, sind auch unverkennbar. Ich mag auch heute noch das Charakter-Design dieser Zeit sehr gerne.

Auch wenn sich vieles vielleicht etwas zu negativ anhört, fand ich die Serie eigentlich ganz okay. Klar hat es nun einigen Wochen gedauert um auch diese Erinnerung auf zu frischen, aber ob ich sie in einigen Jahren noch mal schauen werde, hängt wohl von meinen Umständen ab. Von mir aus, würde ich sie aber eher in guter Erinnerung behalten, als die Serie nochmal komplett zu sehen, dafür gibt sie mir leider nicht genug Input.

Empfehlen kann ich die Serie dennoch, all jenen die schon Gefallen an Serien wie Lupin, oder Kaito Kid hatten. Mit ersterem ist die Serie eigentlich ziemlich gut zu vergleichen, nur eben mit einem All Girls-Cast. Wer die Serie also nur sporadisch hier und da anschaut, wird sicherlich seinen Spaß damit haben. Für mich war es eine unterhaltsame Serie, die ich nebenbei bei nicht so guten Spielen genießen konnte. Von mir gibt es an dieser Stelle 7 von 10 zurück gestohlenen Erbstücken.

Euer


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