Spiele Review: State of Mind

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 4 Minuten.

Seit ich in meiner Kinder die beiden großartigen Point & Click Adventure Imperium Romanum und Sam & Max: Hit the Road stundenlang gespielt und gerätselt habe, war ich ein großer Fan des Genre. Hier und da hatte ich dann auch Spiele wie King´s Quest 7 und die Indiana Jones Spiele sowie Broken Blade auf der PS One gespielt, allerdings sind Größen wie Monkey Island und Maniac Mansion bzw. Day of the Tentacle damals total an mir vorbei gegangen. Leider hatte ich dann im Laufe der Jahre das Genre ziemlich aus den Augen verloren.

Erst als ich vor knapp 10 Jahren auf Edna bricht aus stieß, war meine Leidenschaft erneut erwacht. Seit damals bin ich auch ein großer Fan von Daedalic Entertainment und habe viele ihrer Spiele gespielt, oder besitze sie zumindest um die irgendwann spielen zu können. (Das ich alle 4 Deponia Spiele bei Steam, als PC Disk und auf PS4 habe lasse ich unkommentiert ^^“) Somit bin ich natürlich immer heiß auf Nachschub des kleinen deutschen Entwicklers, das war auch der Fall bei State of Mind. Glücklicherweise konnte ich es bei der 5 für 3 Aktion von Media Markt ergattern und wünsche euch nun viel Spaß mit meiner Meinung zu einem etwas ungewöhnlichen Abenteuer….

Im futuristischen Berlin des Jahres 2048 erwacht der ehemalige Star-Reporter Richard Nolan von den Folgen eines schweren Autounfalls. Da er nun nach ärztlichen Befunden bis auf diverse Erinnerungslücken keine schwereren Verletzungen aufweist, wird er aus dem Krankenhaus entlassen. Zuhause muss er nicht nur feststellen, das seine Frau und sein Kind spurlos verschwunden sind und seine Frau ihm einen der verhassten Haushaltsroboter da gelassen hat, er wird auch kurz darauf von seinem Arbeitgeber gefeuert.

Parallel dazu erwacht in der idyllischen City 5 der Star-Reporter Adam Newman ebenfalls nachdem er einen schweren Autounfall hatte. Da auch er lediglich Erinnerungslücken aufweist, befindet er sich mittlerweile schon wieder in der Obhut seiner Familie. Während bei seiner Frau Karrieretechnisch alles hervorragend läuft, kann auch er nicht klagen, da er sich kurz nach der Rückkehr bereits über eine Beförderung freuen darf.

So ähnlich und doch unterschiedlich die Gegebenheiten der beiden auch sind, werden schon in naher Zukunft ihre beiden Schicksale unweigerlich miteinander verknüpft werden. Ein wildes Abenteuer rund um die Zukunft der Menschheit und den Transhumanismus beginnt und stellt die Welt der beiden Reporter vollends auf den Kopf.

   

Ich glaube der wohl offensichtlichste Vergleich, der hier nahezu unumgänglich ist, dürfte die Ähnlichkeit zu Detroit: Become Human sein. Da das Spiel gerade mal 3 Monate später erschien, dürfte klar sein, das hier keinesfalls „abgeguckt“ wurde. Dazu kommt der Unterschied, das beide Spiele einen Grundsätzlich unterschiedlichen Ansatz für die Thematik Transhumanismus haben. Dazu gesellt sich natürlich auch der entscheidende Unterschied das man in Detroit 3 Androiden spielt und in State of Mind, die Menschenperspektive der Thematik geboten bekommt. Finde ich persönlich ne echt gute und interessante Sache, wobei man natürlich leider auch sagen muss, dass es nie an die Inszenierung von Detroit heranreichen wird.

Abgesehen von der „Choose your own Adventure“-Mechanik von Detroit mit den unzähligen Varianten wie Handlungen Folgen haben werden, ist natürlich auch das finanzielle Budget ein ganz anderes. Dennoch macht State of Mind einen recht soliden Job, dafür das es ein eher „kleines“ Spiel ist. Dabei punktet das Spiel aber vor allem durch seine sehr düstere Darstellung der gar nicht mal so weit entfernten Zukunft und auch wenn mir der Grafikstil nicht zu 100% gefällt, passt er zum Setting und zur erzählten Story.

Dabei finde ich die Story gerade so interessant erzählt durch den starken Szenarien-Kontrast den wir dank den beiden Protagonisten Richard und Adam geboten bekommen. Während die Richards Berlin ein recht düsteres Zukunftsszenario bietet, in dem die Menschheit langsam obsolet wird und auf ihr unausweichliches Ende zusteuert, entführt uns Adam´s City5 in eine glorreiche ideale Zukunft, in der es keine Probleme gibt und alle Menschen glücklich sind. Das der Kontrast zu Konflikten einlädt, dürfte ja jedem klar sein und es dauert auch gar nicht so lang bis die Fassade zu bröckeln beginnt und dem Spieler offenbart wird, um was es sich bei City5 handelt.

Ich sehe die schwäche des Spiels auch etwas mehr in den Charakteren, als in der Story, der Inszenierung oder der Spielmechanik. Denn ich finde sie alle recht oberflächlich, ohne wirklichen Tiefgang. Dabei ist gerade Richard, denn man das Spiel über zum größten Teil spielt mir von seiner Art her recht unsympathisch. Für jemanden mit einem so instabilen Leben wie dem seinen, legt er einen unglaublich arroganten Befehlston an den Tag, der mich stellenweise auch ganz schön genervt hat. Selbiges gilt natürlich auch für Adam, der mich aber durch seine Ignoranz so unglaublich genervt hat. Auch die anderen Charaktere haben allesamt ihre Macken. Dabei sind solche Macken ja grundsätzlich nichts schlechtes, allerdings finde ich sie hier leider nicht so sonderlich sympatisch.

Die Steuerung ist leider Streckenweise auch etwas holprig. Ich sag da nur Tankcontrols. Ich weiß ja nicht so recht, warum man diese 2018 noch wählt, aber hier war es stellenweise schon etwas nervig. Oft musste ich mit der Kamera spielen um richtig mit Sachen agieren zu können oder Tasten mehrmals bestätigen, bis Richard oder Adam eine Aktion ausgeführt haben. Auch mit dem Ende bin ich nicht ganz so zufrieden. Es gibt glaube ich 4 unterschiedliche Enden, die sich nur sehr sehr minimal voneinander unterscheiden und leider fühlt sich keins davon wirklich zufriedenstellend an. Naja der Weg ist das Ziel sagt man doch so schön?^^“ Der ist dafür aber ziemlich unterhaltsam soweit.

State of Mind ist kein gewöhnliches Point ´n Klick wie man es gewöhnlich von Daedalic kennt. Es ist mehr ein Adventure Game ähnliche wie die Telltale Games oder eben das genannte Detroit. Für ein deutsches Spiel kann es sich aber absolut sehen lassen und auch wenn es den Höhepunkt nicht ganz so gelungen in Szene setzt motiviert die Story dennoch zum weiterspielen.

Wer also Spaß an Adventure-Games oder auch an Detroit hatte und gefallen an düsteren Zukunftsszenarien hat, der wird hier voll und ganz auf seine Kosten kommen. Ich kann das Game als interessanten Happen für Zwischendurch durchaus empfehlen und gebe dem Spiel verdiente 7 von 10 Zukunftsaussichten.

Euer


*

State of Mind PS4

State of Mind Switch

*Diese Links führt direkt zu Amazon. Wir nehmen am Amazon Partnerprogramm teil. Für dich bedeutet das, wir erhalten für über diesen Link gekaufte Produkte eine Provision, es entstehen aber keine Mehrkosten für dich.

Unterstütze uns durch das Teilen dieses Beitrags.
Loading Likes...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere