Anime Review: The Rising of the Shield

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Manchmal finde ich es verdammt erschreckend, wie schnell die Zeit doch vergeht. Man blinzelt und schon sind gefühlt wieder einige Tage oder gar Monate verstrichen. Vor etwas über einem Jahr habe ich mich endlich an den ersten Band der Light Novel von The Rising of the Shield Hero gewagt und gut ein Jahr davor hatte ich meine ersten Erfahrungen mit dem Franchise in Form des Manga. Es ist schon fast faszinierend das es jetzt schon wieder 6 Monate her ist, dass die erste Folge der Anime Adaption in der Winter-Season anlief.

Nun ganze 6 Monate und 25 Folgen später ist diese großartige Isekai Serie, die mich Woche um Woche gut unterhalten hat leider vorbei. Ich bin so froh das dank Slime und Shield Hero langsam auch ein paar gute Isekai Adaptionen erscheinen und den Ruf des „Genre“ etwas aufbessern. Klar es gibt auch in der Vergangenheit gute Vertreter, wie etwas Re;Zero, Overlord oder auch No Game No Life. Aber ich denke, das gerade in letzter Zeit, in der die Anzahl der Isekai Anime und auch der schlechten Isekai Adaptionen etwas höher als noch vor 5 Jahren ist, es ein gutes Zeichen ist, ein paar sehr gute Storys adaptiert zu sehen. Viel Spaß also mit meiner Meinung zur Anime Adaption von Rising of the Shield Hero.

Der Otaku Naofumi hat mal wieder sein ganzes Taschengeld für sein Hobby ausgegeben. Also bleibt ihm für neuen Manga-Nachschub lediglich die örtliche Bücherei übrig. Als er gerade gefunden hat wonach er gesucht hat, fällt ihm ein mysteriöses Fantasybuch auf den Kopf. Darin geht es um 4 Legendäre Helden, die dazu bestimmt sind das Königreich zu retten. Beim durchblättern wird Naofumi plötzlich bewusstlos. Er wacht als einer der 4 Helden, als der Held des Schildes, in genau jener Welt wieder auf.

Doch der Schildheld genießt einen äußerst schlechten Ruf und schnell findet sich Naofumi alleinstehend, vor der unlösbaren Aufgabe. Als sich wenigstens ein Gruppenmitglied findet ist er direkt optimistisch. Doch bereits am selben Abend, wird er von ihr all seiner Habseligkeiten beraubt und mit einem schweren Rufmord zurückgelassen. Eine schwere Zeit steht dem geächteten und unbeliebten jungen Mann aus einer anderen Welt bevor. Wie wird Naofumi mit dem Verrat umgehen und wird er seine vorherbestimmte Aufgabe erledigen können oder als Level 1 Held bereits der ersten Monsterwelle anheim fallen?

   

Ehrlich gesagt finde ich es gut, das mein Vorlagen wissen lediglich die ersten 4 oder 5 Folgen abgedeckt hat. Die Serie ist zwar ungefragt eine der besten Adaptionen (zumindest was den Anfang bzw. die erste LN angeht), denn es fehlen nur kleine eher unwichtige Details, allerdings konnte ich die Story durch mein Unwissen dadurch viel besser genießen. Genau deswegen hatte ich mich auch gedrückt den 2. Band zu lesen, nachdem ich Anfang des Jahres etwas ratlos war, was ich den lesen solle.

Denn nun kann ich mich auf die LN umso mehr freuen, denn mich erwartet eine spannende Story, die in der LN nur noch weiter ausgeschmückt wird und mir die Charaktere dadurch nur noch näher bringen wird. Denn ich denke das der Anime mit seinem Setting und der ungewöhnlichen Umsetzung zum Thema Mobbing und dem Umgang damit echt nen überzeugenden Job macht. Dazu gesellen sich dann liebevolle und interessante Charaktere, die dann noch mit einem vernünftigen Pacing gepaart einen echt gutes Endergebnis abliefern.

Fangen wir doch mal mit der Story und dem Setting selbst an. Beides ist an sich relativ Bodenständig und gewöhnlich. Isekai typisch wird der Protagonist Narumi in eine 08/15 Fantasy-Welt geworfen, die vor dem Abgrund steht. Gefährliche Monsterwellen bedrohen die Menschheit und nur die 4 auserwählten (oder beschworenen) Helden, des Schwertes, des Speers, des Bogens und des Schildes sind in der Lage das drohende Chaos und die Vernichtung der Welt abzuhalten. Das Setting selbst könnte aus einem Rollenspiel der Frühen 90er stammen. Narumi hat natürlich den Titel gebenden Schild erhalten.

Um die Helden zu unterstützen werden ihnen vom König gesammelte Abenteurer zur Verfügung gestellt und die 4 Helden erhalten auch regelmäßige finanzielle Unterstützung durch das Königreich. Während die anderen 3 Helden die Welt und ihre Gegebenheiten bereits aus einem Spiel ihrer jeweiligen Realität kennen, ist es lediglich Narumi der etwas unwissend an die Sache ran geht. Soweit ist auch alles noch recht gewöhnlich. Doch all das ändert sich bereits kurz nach Beginn des Abenteuers.

Denn Narumi wird nicht nur von der einzigen Kameradin die sich ihm angeschlossen hat, bestohlen und verraten, sondern von ihr auch wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt. Da der Held des Schildes bereits vorher einen schlechten Ruf hatte, wird Narumi voller Schande vom Hof verbannt und muss seine Abenteuer von nun an alleine bestreiten. Doch da er als Schild Held keine anderen Waffen tragen kann, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich von seinem letzten Geld eine Sklavin zu kaufen, die von nun an sein Schwert sein sollte…..

Durch den Rufmord wird Narumi in der Welt ziemlich isoliert und lernt im laufe der Zeit auch ziemlich gut, jenen schlechten Ruf für seine eigenen Wünsche zu nutzen. Dabei schreckt er von Drohungen bis hin zu (oberflächlichen) Erpressungen eigentlich vor nichts zurück. Dazu sei aber auch gesagt, das er eigentlich gar keine andere Wahl hat. Umso ermutigender finde ich es, das er sich von nichts unterkriegen lässt und sogar den „Dreck“ den die anderen Helden fabrizieren aufräumt. So findet er nach und nach verbündete gerade auch bei den einfachen läuten und auch bei den Soldaten, denen er auch in den Wellen hilfreich zur Seite steht, während sich seine mithelden lediglich auf die Wellenbosse stürzen.

Der Anime oder eher die Story erzählt also eine wunderschöne Fabel darüber sich nie unterkriegen zu lassen und sie zeigt auch wie wichtig es ist, sich gegen Ungerechtigkeiten aufzulehnen. Denn letztendlich wird die Gerechtigkeit immer siegen. Manchmal früher und manchmal später, aber wir bezahlen alle unser Karmakonto!

Dahingehend hat mir auch die Charakterisierung und auch die Charakterentwicklung in der Serie ziemlich gefallen. Allen voran natürlich Narumi der mehr als verständlich durch die Hölle musste und sich eigenhändig und durch ein wenig Hilfe seiner Freunde und Unterstützer wieder heraus geschafft hat. Aber auch die Arroganz der anderen 3 Helden, die durch diverse Ereignisse nach und nach abgebaut wurde, wenn auch als gewisser Status Quo erhalten bleiben muss. (Wäre vom Storytelling her ja auch etwas ungünstig, würde hier alles verschwinden. Dann müsste die Serie ja beendet sein, da damit alle Konflikte aufgehoben wären).

Aber auch Charaktere wie Narumi´s Kameradin und naja sagen wir mal Liebesinteresse Raphtalia entwickelt sich im Laufe der Serie vom Emotionalen Kleinkind zum Fels in Narumi´s Brandung und zu seiner Stütze und das auch recht glaubhaft. Mein einziger Kritikpunkt wäre wohl die Tatsache, dass auch hier die alte Harem Angewohnheit zur Geltung kommt. So lernt Narumi eigentlich nur weibliche Charaktere kennen die sich ihm anschließen und Gefühle für ihn entwickeln. Warum haben Isekai nur so wenige Best Friend Charaktere inkludiert die mit dem Main durch Himmel und Hölle gehen und ihnen ebenbürtig sind?

Dazu kommt ein echt interessantes Worldbuilding. Denn ich finde sowohl die Videospielanleihen wie auch die Sache rund um die Wellen eigentlich ziemlich cool. Vor allem als zum Ende der Serie ja noch etwas mehr enthüllt wird und einem direkt Lust auf eine zweite Staffel macht, weil man da einfach mehr erfahren will. Aber auch die Kämpfe und die Action kann sich da durchaus sehen lassen. Vor allem hätte ich wohl vorher echt nie erwartet wie intelligent man das Schild doch einsetzen kann um damit zu kämpfen. Hier also auch noch mal großen Respekt an den LN Autor.

Animationstechnisch ist der Anime natürlich auch eine absolute Augenweide. Von den Kämpfen bis hin zu den Charakteranimationen sieht so ziemlich alles auf modernem Höchstniveau aus. Auch wenn ich den sporadischen Einsatz von CGI nicht so recht verstehe. Der halt gerade bei größeren Gegnern oder den Reittieren häufig genutzt wurde. Irgendwie kann und will ich es einfach nicht verstehen oder nachvollziehen können. Die Arbeit das zu animieren, kann doch nicht so viel anstrengender sein, als die Zeit es zu programmieren? Aber was solls, selbst das CGI hat sich relativ vernünftig eingegliedert.

25 Folgen und somit auch 25 Wochen lang habe ich den Anime Woche für Woche verfolgt und mich immer auf die neue Folge gefreut. Gerade in der ersten Hälfte hat er für mich auch Slime als meinen Top-Anime der Season abgelöst. Als großer Isekai Fan bin ich nun etwas traurig das mich ab dieser Season erst mal keine Serie des Genre mehr erwartet auf die ich mich Woche um Woche freuen kann, aber wer weiß, vllt tut ein wenig Abwechslung ja gut?

Somit kann ich den Anime wärmstens jedem ans Herz legen. All jene die also noch nicht vollends von Isekai abgeschreckt sind, oder auch Lust auf ein spannendes Fantasy-setting mit einem etwas ungewöhnlichem Mobbing Szenario haben, sollten hier auf jeden Fall mal reinschauen. Ich drücke jetzt schon alle Damen dafür, dass ich mir den Anime ins Regal stellen kann und bin da auch ziemlich guter Dinge! Von mir gibt’s an der Stelle 9 von 10 dank des Schild-Helden überstandenen Wellen.

Euer


 

Crunchyroll

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