Anime Review: Kokkoku Moment für Moment

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Für nen guten Mystery Anime bin ich eigentlich immer zu haben, da das Genre eigentlich einer meiner Favoriten ist. Vorrangig mag ich natürlich die düstere Art, die gleichzeitig auch mit der Vorstellungskraft der Zuschauer spielt. Leider sind diese Anime aber eher rar gesät, was ja auch verständlich ist, da sich die Thematik ansonsten viel zu sehr abnutzen würde und die Thematik damit recht uninteressant werden würde. Oder aber es sind solche Debakel wie Mayoiga, dazu gebe ich aber kein weiteres Kommentar an.

Einer dieser Mystery Anime hat nun auch seinen Weg hier her gefunden und die Rede ist hier vom etwas anderen „Zeitreise“ Anime (wenn man es denn so nennen will und kann?) Kokkoku, den Universum Anime veröffentlicht. Ich hatte damals die erste Folge bei Amazon im Simulcast gesehen und war interessiert, aber leider nicht gefesselt und hatte nie weiter gesehen. Nun hat mir Universum Anime freundlicherweise die Serie zur Verfügung gestellt und ich konnte das ganze nachholen. Ein großes Danke also für das Bereitstellen und viel Spaß mit meiner Meinung.

Juri Yukawas Leben könnte eindeutig besser sein, denn ihr Alltag besteht aus einer endlosen Abfolge gescheiterter Bewerbungsgespräche und auch in der Familie läuft nicht alles reibungslos. Es kommt noch schlimmer, als eines Tages ihr Bruder und Neffe entführt werden und eine horrende Lösegeldforderung gestellt wird. In dieser aussichtslosen Notlage weiht ihr Großvater sie in ein Familiengeheimnis ein: seit Generationen wird in der Familie Yukawa die Stasis-Magie weitergeben, mit welcher man die Zeit anhalten kann. Um die Familienmitglieder aus den Fänger der Entführer zu befreien setzen Juri, ihr Vater und Großvater diese Magie ein. Doch bald schon müssen sie feststellen, dass sie nicht die Einzigen sind, die sich durch die stillstehende Zeit bewegen können …

   

An sich gefällt mir das Szenario der Serie ziemlich gut. Ich denke ein jeder von uns hat schon mal davon geträumt die Zeit an zu halten und damit dann seinen Unsinn zu treiben. Dieser Anime bzw. dessen Vorlage hat diesen Gedanken weiter gesponnen und ihn sogar in eine recht unterhaltsame Story gepresst. Auch wenn ich mir stellenweise noch etwas unsicher bin, ob ich mit dem gesehenen / Endergebnis den tatsächlich zufrieden bin.

Denn was mich etwas überrascht hat, war wohl die Tatsache das sich die kompletten 12 Folgen lediglich in einem Timeframe abhandeln. Ich dachte nach der ersten Folge eigentlich, das die Fähigkeit von Juri´s Familie so die Hauptthematik ist und wir immer mal wieder die Zeit angehalten bekommen, nicht aber das die Zeit am Anfang angehalten wird und es auch für den Rest der Serie bleibt. Das ist an sich ja nichts schlechtes, allerdings muss ich auch sagen, dass ich zwischendurch hin und wieder den Gedanken hatte, das ich mir einen kleinen „Fortschritt“ oder Szenenwechsel wünschen würde.

Nicht das wir uns immer am gleichen Ort befinden würden. Die Serie besucht verhältnismäßig viele Orte und ist damit auch ziemlich abwechslungsreich. Aber irgendwie hat mir da der gewisse Kick gefehlt. Auch die Sache rund um den Kult finde ich immer noch etwas suspekt. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass sie quasi in einem Moment festsitzen. Bei Juri und ihrer Familie verstehe ich es ja noch irgendwo das sie allesamt im gleichen Moment sind. Aber wie kann es denn sein das alle Mitglieder des Kultes gleichzeitig da drin sind? Es konnte ja auch eigentlich keiner genau wissen wann die Familie Yukawa die Zeit anhält um dann Zeitgleich rein zu springen.

So gesehen also cooles Setting, aber leider sind mir dann doch die ein oder andere Frage zu viel offen. Was mir dann wiederum ziemlich gut gefallen hat, waren die Fähigkeiten der Yukawa´s die sich im Laufe der Serie so gezeigt haben. Nun frage ich mich aber doch, ob diese tatsächlich exklusiv für die Blutlinie sind, oder die anderen es einfach nie gelernt haben bzw. wussten wie sie es aktivieren sollen. Ist ja schließlich auch nicht so als würden denen mit Fähigkeiten alles erklärt werden. Da hatte ich ja gerade zu Ende der Serie noch etwas mehr Info erwartet. Schade eigentlich.

Ebenso stellte sich mir zu Ende ja auch eine große Frage. Denn man kann diesen angehaltenen Moment ja scheinbar bis in die Ewigkeit anhalten. Nun die große Frage, sie bedienen sich ja munter an Essen und Trinken und anderen Utensielien, 1. Was machen sie wenn nichts mehr da ist? 2. Wenn die Zeit wieder beginnt zu laufen, verschwinden dann alle verbrauchten Materialien spurlos? Eigentlich auch etwas Schade, dass diese Frage nie erklärt wird.

Das Ende bereitet mir leider auch etwas Kopfzerbrechen, denn obwohl ich es an sich okay finde, gibt es am Ende eine krasse Wende, die vieles Erklären könnte, sich aber letztendlich lediglich auf eine Hand voll Fragen und unwichtigen Nonsens beschränkt und damit in meinen Augen leider auch einen großen Trumpf verspielt um die Serie noch etwas besser zu machen. Dafür ist der Abschluss aber durchaus ziemlich rund und man kann die Serie ohne den Wunsch auf eine 2. Staffel als geschlossene Storyline ansehen.

Nun zu den Charakteren, Juri hat mir als Hauptcharakter eigentlich ziemlich gut gefallen. Nicht nur das sie keinen wirklich nervigen Knacks hat, sie ist trotzt ihrer kurz angeschnittenen Vergangenheit ein sehr starker und zielstrebiger Charakter, der innerhalb der Serie auch mit recht coolen Fähigkeiten, wenn nicht sogar den stärksten ausgestattet ist. Mit Shouko hat sie dann noch einen recht interessanten Frenemy erhalten, die zu beginn als sehr gelungene Gegenspielerin taktiert und mit ihrer kleinen Storyline sogar was zum Hauptplot hin zu trägt.

Leider fallen die anderen Charaktere dann eigentlich schon wieder ziemlich mau aus. Selbst mit Junji Sagawa dem Hauptbösewicht konnte ich nie so ganz warm werden. Ich kann seine Handlungen auf Basis seiner Hintergrundgeschichte zwar nachvollziehen, finde ihn dann aber doch etwas zu linear und Momoton geschrieben. Er ist halt ein Bösewicht und mehr nicht. Da hätte man durchaus mehr rausholen können. Dazu kommt, das ich ihn leider ab einem gewissen Punkt auch nicht mehr wirklich als „Böse“ oder bedrohlich empfunden habe, was ich persönlich als absolutes No-go empfinde.

Die Animationstechnik konnte sich soweit auch sehen lassen, natürlich hat mich auch hier das CGI genervt, aber heutzutage kommt man ja leider nicht mehr wirklich daran vorbei. Schade eigentlich, abgesehen davon sah die Serie mit ihrem recht starken Hang zu Roten und Schwarzen Farben durchaus ganz ansehnlich aus. Selbiges galt für die wenigen „Kämpfe“ wenn man sie denn tatsächlich so nennen will. Gut und spannend in Szene gesetzt haben sie geholfen den Unterton der Serie zu unterstreichen.

Nun habe ich also eine weitere Kartei-Leiche aus meinem Keller entfernt und bin recht zufrieden damit. Kokkoku – Moment für Moment ist eine unterhaltsame Serie mit einem ungewöhnlichen Setting das man nicht alle Tage sieht. Ich finde es unglaublich cool das Universum Anime sie als Komplettbox vertreibt und habe sie selbst in 2 Parts an 2 aufeinander folgenden Wochenenden gesehen und war relativ gut unterhalten.

Ich kann die Serie durchaus weiterempfehlen, denke aber das sie sich nur an ein sehr gezieltes Publikum richten wird, da sie für die meisten wohl zu langsam ist was das Pacing angeht oder zu Actionarm um unterhaltsam zu sein. Ich denke das er wohl am ehsten etwas für die Leute ist, die auf langsame Thriller stehen, bei denen sich die Story erst nach und nach entfaltet. Von mir bekommt die Serie 7 von 10 ewig währenden Momenten.

Euer


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Kokkoku – Moment für Moment Komplettbox

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